Potenzial im Kampf gegen die Erwärmung

Eine echte Wunder-Pflanze: Wie Seegras das Weltklima retten kann

Gut für den Boden, gut gegen Methan-Ausstoß, gut für die Regenwälder

„Ich habe nach etwas gesucht, das wirklich sinnvoll ist“. Das sagt der „Seegras-Pionier“ Joost Wouters bei unserem Treffen am Strand von Scheveningen bei Den Haag. Draußen auf dem Meer baut er zwischen den riesigen Windrädern Seegras an. Und sein Seegras soll dem Kampf gegen die Erderwärmung einen echten Schub geben. Die Pflanze hat eine enorme Wirkung auf viele Bereiche unseres Lebens.

Den Blog von der Radtour zur Klimakonferenz nach Glasgow können Sie hier verfolgen

Seegras-Extrakt als sehr effektiver Dünger in der Landwirtschaft

Joost Wouters und Oliver Scheel am Strand von Den Haag
Besuch am Strand von Den Haag: Joost Wouters, der Seegras-Pionier, im Gespräch mit Oliver Scheel, der mit dem Fahrrad zur Klimakonferenz nach Glasgow fährt. © RTL, Arno Lucassen

Seegras wächst an fast allen Küstenbereichen der Welt – egal, ob das Wasser warm oder kalt ist. „Es gibt 1.200 verschiedenen Arten von Seegras“, sagt Joost. „Es braucht Steine oder Leinen, an die es klettern kann, es braucht Salzwasser und es braucht Sonne. Das haben wir alles im Überfluss.“ Und so baut seine Firma, die Seaweed Company, Seegras in Irland, Marokko, Indien und den Niederlanden an. Aber was kann das Seegras alles?

Joost erklärt, wie vielseitig Seegras ist und in welchen Bereichen es einsetzbar ist: „Erstens nimmt es sehr viel CO2 aus dem Wasser und wirkt damit gegen die Übersäuerung der Ozeane. Es gibt dem Wasser dem nötigen Sauerstoff zurück. Zweitens ist es eine Waffe für eine klimaneutrale Landwirtschaft. Denn das Seegras-Extrakt dient als natürlicher Dünger. Es hält die Böden feucht und verhindert das Abfließen von Nitrat ins Grundwasser“, so Joost.

Auch die Meerestiere lieben die Seegraswälder

Noch besser aber ist die Wirkung von Seegras-Extrakt als Futter für unser Vieh. Denn Seegras ist sehr gut für das Immunsystem – im Übrigen auch für uns Menschen. „In Testreihen hat sich gezeigt, dass die Tiere wesentlich weniger Methan ausstoßen, wenn sie mit Seegras-Extrakt gefüttert werden. Die Bauern müssen dann weniger Futter dazukaufen und können auf Soja verzichten.“

Wie wir alle wissen, ist der Anbau von Soja ein echter Regenwald-Killer. So kann der Anbau von Seegras sogar dem Raubbau an den Regenwäldern Einhalt gebieten. Darüberhinaus ist es gut für die Biodiversität, denn die Seegraswälder bieten vielen Tieren und Kleinstlebewesen Schutz.

Joost ist überzeugt: Seegras hat ein enormes Potenzial im Kampf gegen die Erderwärmung. Meere, Tiere und die Landwirtschaft profitieren von dieser Wunderpflanze. Und man kann sie fast überall anbauen.

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(osc)