Wie können wir CO2 wieder einfangen?

1,5 Grad Ziel: In 6 Jahren ist das CO2-Budget verbraucht

Von Christian Häckl und Claudia Träger

Der Weltklimarat hat ausgerechnet, dass wir weltweit nur noch 330 Milliarden Tonnen CO2 in die Luft blasen können, wenn die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden soll. Das Budget wäre aber schon 2028 verbraucht, wenn es beim momentanen Ausstoß bleibt. Die Frage muss auch lauten: Wie bekommen wir CO2 wieder aus der Atmosphäre raus? Christian Häckl nennt Beispiele.

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Wälder aufforsten

Dass Bäume und andere Pflanzen helfen können, den Klimawandel aufzuhalten, ist klar. Bei der Photosynthese wandeln sie Licht, Wasser und Kohlendioxid in Glucose und Sauerstoff um. Die Glucose, in der sich der Kohlenstoff aus dem CO2 wiederfindet, nutzen sie für ihr Wachstum und speichern den Kohlenstoff so in ihrer Holzmasse. Den Sauerstoff geben sie wieder ab. Weiteres Plus der Bäume: Sie verdunsten Wasser und fördern damit die Wolkenbildung, was wiederum die Erwärmung des Planeten bremst.

Moore renaturieren

Moore machen nur drei Prozent der weltweiten Landfläche aus, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoffdioxid wie alle Wälder der Erde zusammen. Lange Zeit wurden sie aber zum Torfabbau trockengelegt. Die Wiedervernässung von Moorböden ist eine der effektivsten und kostengünstigsten Klimaschutzmaßnahmen, sagt der BUND NRW. Aber sie ist auch sehr mühsam. Wetterexperte Bernd Fuchs hat es am eigenen Leib erfahren, als er im Greifswalder Moorzentrum half.

Seegras anbauen und Algen züchten

Die Speicherung von CO2 in Biomasse geht auch unter Wasser – und auch effektiver als im Wald, denn Seegras und Algen wachsen viel schneller als Bäume. In der Kieler Förde wird daran gearbeitet, Seegras-Wiesen wieder anzupflanzen. Auch Algen sind Hoffnungsträger im fortschreitenden Klimawandel. Neben dem tropischen Regenwald sind sie quasi die zweite „grüne Lunge“ der Erde. Die CO2-Speicherkapazität von Algen beträgt in einem Jahr soviel wie die der meisten Bäume in 100 Jahren. Auch hier ist die Wissenschaft dran.

Northern Lights - Norwegens fantastisches Polarlicht-Projekt

CCS, Carbon Capture and Storage, heißt das Verfahren, das in Norwegen bereits getestet wird, in Deutschland aber bisher auf großen Widerstand gestoßen ist: CO2 einfangen und lagern, ein Endlager für CO2 schaffen sozusagen. Zuvor muss das Treibhausgas CO2 unter großem Druck verflüssigt werden und zur Endlagerstätte auf hoher See transportiert werden. Dort wird es dann in leere Öl- und Gasfelder gepumpt. „Eine Zeitbombe im Boden“ nennen die Kritiker die CO2-Speicher. Eine Testanlage gibt es auch in Deutschland.

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