Australische Forscher machen Zufallsentdeckung

Grüner Ammoniak als Wendepunkt im Kampf gegen die Klimakrise?

Ammoniak vor allem als Schiffsantrieb interessant

Ammoniak ist einer der stillen Treiber der Erderwärmung. Die chemische Verbindung ist ein wichtiger Bestandteil von Düngemitteln, wird als Kältemittel eingesetzt und zur Abgasreinigung von Kraftwerken. Aber auch Millionen Diesel-Fahrzeuge benötigen Ammoniak: Stichwort AdBlue. Ohne Ammoniak geht also nicht viel, und so soll der Stoff für etwa zwei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sein. Nun haben australische Forscher eine beiläufige Entdeckung gemacht, die die Herstellung von grünem, also CO2-neutralem Ammoniak ermöglicht.

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Grüner Ammoniak wäre ein echter "Gamechanger"

Normalerweise wird Ammoniak mit dem sogenannten Haber-Bosch-Verfahren hergestellt. Die Produktion einer Tonne Ammoniak lässt aber 1,9 Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre entweichen. Forscher der Monash University in Melbourne haben in einem Projekt, das sie nebenbei betrieben, eine Methode entdeckt, Ammoniak ohne Erdgas "bei Raumtemperatur, mit hoher, praktischer Rate und Effizienz" zu produzieren, wie der „Stern“ berichtet.

Das Verfahren sei absolut sauber, es benötigt lediglich Strom. Wenn der nun aus erneuerbaren Quellen komme, sei es ohne Weiteres möglich, CO2-neutrales Ammoniak herzustellen.

Klimaneutrales Ammoniak könnte ein echter Wendepunkt im Kampf gegen die Klimaerwärmung werden. Denn es könnte der Landwirtschaft helfen, weniger Treibhausgase zu verursachen. Besonders geeignet erscheint der grüne Ammoniak aber als Antriebsmittel. Vor allem die Schifffahrt sucht händeringend nach alternativen Antrieben, denn sie will bis 2050 klimaneutral werden. Mit Wasserstoff oder Batterien können die Ozeanriesen die riesigen Entfernungen auf den Weltmeeren kaum bewältigen. Hier könnte grüner Ammoniak ins Spiel kommen, denn Ammoniak hat eine sehr hohe Energiedichte. Streng genommen könnte er sogar während der Fahrt auf dem Schiff produziert werden.

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Vorsicht vor zu viel Optimismus - Blick auf das Seegras richten

Ammoniak aus der Tierhaltung - ein Problem in der Klimakrise
Die Tierhaltung ist weiterhin ein Treiber in der Klimakrise. Auch hier wird Ammoniak freigesetzt. © dpa, Jens Büttner, jbu aen bra lof

Vor allem in der Landwirtschaft muss es aber heißen: Ammoniak reduzieren ist Trumpf. Der größte Teil des in der Landwirtschaft produzierten Ammoniaks kommt aus der Tierhaltung. Es müssen also weniger Tiere in unseren Ställen stehen. Und Ammoniak, ob nun grün hergestellt wird oder nicht, schädigt die Land- und Wasserökosysteme erheblich durch ⁠Versauerung⁠ und ⁠Eutrophierung⁠ (Nährstoffanreicherung). Daher kann die Losung nur heißen: Weniger ist mehr.

Ein interessantes Forschungsfeld in dieser Hinsicht ist momentan das Seegras. Denn Seegras ist ein super effizienter natürlicher Dünger, der in der Produktion sogar Sauerstoff freigibt. Seegras ist damit eine CO2-Senke.

Und das Beste: In Tests fand das Team um den Niederländer Joost Wouters heraus, dass mit Seegras gefütterte Tiere wesentlich weniger Methan ausstoßen. Das hat weitere positive Konsequenzen: Die Bauern müssen dann weniger Futter dazukaufen und können auf Soja verzichten. Das wiederum könnte sich positiv auf unsere Regenwälder auswirken, die ja großenteils für Soja und anderes Tierfutter gerodet werden.

Unser Lese-Tipp: Wie Seegras das Weltklima retten kann

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(osc)