Im Jahr 2100 könnte der Sommer ein halbes Jahr dauern

Der Klimawandel macht die Jahreszeiten verrückt

Der Klimawandel verändert die Jahreszeiten
Klimawandel: Die Sommer werden länger. (Symbolbild) © Zentralbild, Link Hubert Z1014

Aktuelle Studie zeigt, wie dramatisch die Auswirkungen des Klimawandels sind

Die Jahreszeiten bestimmten unseren Jahresablauf auf eine gewohnte Weise. So wie wir es kennen bedeutete das jeweils drei Monate für Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Allerdings lässt sich schon jetzt beobachten, dass der Klimawandel diese eingespielten Abläufe durcheinanderbringt. Eine aktuelle Studie aus China zeigt nun, wie drastisch diese Auswirkungen sind, und was von den Jahreszeiten am Ende des Jahrhundert noch übrig sein könnte.

Bilanz: So weit haben sich die Jahreszeiten bereits jetzt geändert

Die chinesischen Wissenschaftler haben herausgefunden, dass im Zeitraum 1952 bis 2011 bereits beträchtliche Verschiebungen auf der Nordhalbkugel stattgefunden haben:

  • Der Sommer hat sich von 78 Tagen auf 95 Tagen verlängert.
  • Der Frühling ist von 124 Tagen auf 115 Tage verkürzt.
  • Der Herbst ist von 87 Tagen auf 82 Tage geschrumpft.
  • Der Winter ist von 76 Tagen auf 73 Tage reduziert.

Für diese Betrachtungen wurden die Jahreszeiten folgendermaßen definiert: Als Sommer gilt der Zeitraum, in dem die Höchstwerte über 75 Prozent der Durchschnittstemperatur liegen. Im Winter liegen die Temperaturen unter 25 Prozent der Durchschnittswerte. Frühling und Herbst liegen dazwischen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Nach astronomischer und meteorologischer Definition bleiben die Jahreszeiten natürlich immer gleich lang!

Manche Jahreszeiten beginnen früher, andere später

Nicht nur die Länge der Jahreszeiten hat sich geändert, sondern auch ihr Beginn:

  • Der Frühlingsbeginn hat sich alle 10 Jahre um 1,6 Tage nach vorne verschoben.
  • Der Sommer hat alle 10 Jahre sogar um 2,5 Tage früher begonnen.
  • Der Herbstbeginn hat sich dagegen um 1,7 Tagen pro Dekade (10 Jahre) verzögert.
  • Der Winter hat jede Dekade einen halben Tag später begonnen.

Die regionalen Unterschiede sind erheblich

Die genannten Zahlen gelten nicht direkt für Deutschland sondern wurden für die gesamte Nordhalbkugel errechnet. Je nach Region sind die Verschiebungen unterschiedlich stark.

Diese Zahlen bedeuten ernste Folgen für Pflanzen, Tiere - und Menschen

Der Klimawandel hat Folgen für die Landwirtschaft.
Der Klimawandel beeinflusst Pflanzen und Tiere bereits jetzt. (Symbolbild) © dpa, Hauke-Christian Dittrich, hcd

Keine Zahlenspielereien, sondern ernste Folgen

Es handelt sich nicht nur um Zahlenspielereien. Die Ökosysteme haben sich auf den Ablauf der Jahreszeiten eingestellt. Wenn diese sich ändern, kann es gefährlich werden. Die chinesische Studie führt das Beispiel von Vögeln auf, die ein bestimmtes Zeitfenster zum Nestbau und zur Aufzucht der Jungvögel haben. Mit dem früheren Frühlingsbeginn startet die Brutzeit teils früher – was die Gefahr von eine Nahrungsknappheit mit sich bringt, wenn die Pflanzen nicht ebenfalls „mitziehen“, oder wenn Frost noch einmal zuschlägt…

Auswirkungen auf die Energieproduktion, Waldbrandgefahr und Beeinträchtigungen der menschlichen Psyche bei Hitze werden von den Wissenschaftlern ebenfalls beschrieben.

Nur zwei Wintermonate am Ende des Jahrhunderts?

Mit Klimamodellen haben die Forscher errechnet, wie es um die Jahreszeiten am Ende des Jahrhunderts bestellt sein könnte. Falls es nicht gelingt, die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken, würde der Studie zufolge der Sommer auf der Nordhalbkugel fast ein halbes Jahr andauern. Der Winter wäre dann kürzer als zwei Monate.

Fazit: Längere und heißere Sommer

Die Forscher kommen zu folgendem Schluss: Im Laufe der zunehmenden Erderwärmung sind die Jahreszeiten nicht mehr gleich lang und der Startpunkt der Jahreszeiten verschiebt sich. Längere und heißere Sommer, sowie kürzere und wärmere Winter sind die Folge.

Die Studie benennt ausdrücklich den Ausstoß von Treibhausgasen als wesentlichen Grund für diese klimatischen Veränderungen.

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