Generalprobe zur planetaren Verteidigung

Asteroid Apophis: Der Gott der Finsternis rast an uns vorbei

Apophis Asteroid, planetare Verteidigung
An Apophis soll nun bei seinem Vorbeiflug die planetare Verteidigung getestet werden. © iStockphoto, Sven Bachstroem -; Earth in this montage provided by NASA

Kollision 2068 noch nicht ausgeschlossen

„Gott der Finsternis und des Chaos“, die Übersetzung des Namens von Asteroid Apophis klingt erschreckend. Wie sich gezeigt hat, nicht ganz unbegründet. Asteroid 99942 „Apophis“ kommt uns im Jahr 2029 ganz nah und eine Kollision im Jahr 2068 ist noch nicht ganz vom Tisch. Der Weltraumbrocken ist als potentiell gefährlich für die Erde eingestuft. Nun wurde sein Vorbeiflug in knapp 17 Millionen Kilometern Entfernung genutzt, um die planetare Verteidigung an ihm zu testen, bevor es ernst werden könnte.

Asteroid Apophis als Testobjekt

Mars Antenna, NASA Deep Space Network, Goldstone, Mojave Desert in Kalifornien.
Das Goldstone Observatorium steht in der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat Kalifornien. © BBC Exklusiv - Die Wunder unseres Sonnensystems

Das Internationale-Asteroiden-Warn-Netzwerk (IAWN) hat eine Kampagne gestartet, die den Asteroiden beobachtet und Daten rund um ihn sammeln soll. Eine gute Chance bot sich in der Nacht auf den 6. März, als um 2.06 Uhr (unserer Zeit) Apophis an der Erde vorbeiflog.

Getestet werden sollte, wie es wäre, wenn man nichts über einen herannahenden Asteroiden weiß und schnell Daten über ihn erfassen muss, um seine Flugbahn, Beschaffenheit und Größe zu messen. Das soll in kürzester Zeit gelingen, um im Ernstfall der planetaren Verteidigung weitere Maßnahmen planen zu können.

Dafür wurden zwei Teleskope auf Apophis gerichtet. Zum einen ist es das Weltraumteleskop Neowise, zum anderen das Goldstone Observatorium, das in der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat Kalifornien steht.

2068 könnte es nochmal ernst werden

Die Illustration zeigt das Weltraumteleskop Neowise
Die Illustration zeigt das Weltraumteleskop Neowise, welches auf den Asteroiden Apophis ausgerichtet wird. © NASA/JPL-Caltech

Apophis besucht uns im April 2029 wieder und kommt uns auf bis zu 31.000 Kilometern nah. Bei einem weiteren Vorbeiflug im Jahre 2068 geht man bei seiner bisherigen Bahn zwar nicht von einer Kollision aus, doch hat der sogenannte Yarkovsky-Effekt einen Einfluss auf seine Flugbahn. Dabei werden die Seiten eines Asteroiden durch die Sonne unterschiedlich stark aufgeheizt und das lenkt den Himmelskörper von seinem Kurs ab. Auch wenn der Einfluss der Sonnenstrahlen sehr gering sei, könne er über eine längere Zeitspanne den Orbit eines Asteroiden verändern.

Asteroid könnte ein ganzes Land vernichten

Der mehr als 370 Meter große und mehr als 50 Milliarden Kilogramm schwere Asteroid „Apophis“ galt bei seiner Entdeckung 2004 als Gefahr für die Erde. Die Nasa sprach seinerzeit von einer erheblichen Kollisionswahrscheinlichkeit und er bekam als erstes Objekt überhaupt auf der Turiner Skala den Wert 4. Das bedeutet eine Einschlagswahrscheinlichkeit von mehr als einem Prozent bei gleichzeitiger regionaler Verwüstung. Die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags von Apophis betrug anfänglich 2,7 Prozent.

Kein Wunder, wiegt der Brocken doch mehr als 50 Milliarden Kilogramm, die bei einem Einschlag auf der Erde einer Explosion von rund 1000 Megatonnen TNT gleich kämen. Das reicht um ein kleines Land komplett auszulöschen.

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