Urlaub mit dem Wohnwagen

Wohnwagen: Ein Haus für die Reise

Den ersten Wohnwagen gab es vor dem ersten Zelt mit Boden

Urlaub mit dem Wohnwagen
Camping: Urlaub mit dem Wohnwagen

Man sollte es kaum glauben. Zwar gibt es das Zelt schon seit dem Jungpaläolithikum. Den ersten Wohnwagen aber gab es schon bevor es Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals ein Zelt mit Boden gab. Während das Zelt und sein Zweck viele Entwicklungsstufen durchlebte, diente der Wohnwagen von vornherein dem Reisen.

Wohnwagen: Heim der Schausteller

Leben im Wohnwagen: Zirkus
Leben im Wohnwagen: Zirkus (Archivbild)

Erste Formen des Wohnwagens gab es in Europa schon unter den umherreisenden Schaustellern im 19. Jahrhundert, diese wurden noch von Pferden gezogen. Im Jahre 1879 erstand der Afrikaforscher Samuel White Baker einen solchen Wagen für eine Reise durch Zypern. Der erste für das reine Vergnügen gebaute Wohnwagen war das Ergebnis eines Auftrages des Schriftstellers William Gordon Stables an das Unternehmen Bristol Wagon & Carriage Works. Er hatte sich bei dem Unternehmen, das Anhänger und Eisenbahnwaggons herstellte, einen „Gentleman’s Caravan“ bestellt. Er orientierte sich an dem Model, das Wanderprediger im Wilden Westen benutzten.

Beflügelt durch die Erfindung des Automobils wurde der Wohnwagen Anfang des 20. Jahrhunderts immer populärer. Es gründeten sich erste Vereine. In den 1920er Jahren erreichte die Wohnwagenwelle auch die USA.

Wohnwagen als besonderes Hochzeitsgeschenk

Wohnwagen: Modell aus dem Jahr 1959
Wohnwagen: Modell aus dem Jahr 1959

In Deutschland dauerte es noch eine Weile, bis der Wohnwagen die Straßen eroberte. Der Nachname des Mannes, der sich dafür verantwortlich zeichnete, ist heute in Deutschland fast Synonym für Wohnwagen und Wohnmobile: Arist Dethleffs (1908-1996). Dabei war es eigentlich gar keine unternehmerische Idee, die Dethleffs verfolgte, es war ein Hochzeitsgeschenk des Unternehmers an seine Frau, die Malerin Fridel Dethleffs-Edelmann. Sie wollte „so etwas Ähnliches wie einen Zigeunerwagen, in dem wir gemeinsam fahren und ich noch malen könnte“.

Er nannte das Produkt „Wohnauto“. Irreführend, denn es hatte keinen eigenen Antrieb – es war ein Anhänger für ein Auto, also ein Wohnwagen. Edelmann und ihr Mann bereisten damit das ganze Land und lösten fast überall Erstaunen und Begeisterung aus. Daraufhin erreichten ihn so viele Bestellungen, dass er begann, sein „Wohnauto“ in Serie herzustellen.

Wohnwagen-Boom nach 1945

Wohnwagen im Stau
Wohnwagen im Stau

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Wohnwagen immer beliebter. Das Auto entwickelte sich ständig weiter, zuerst in Sachen Komfort, ab den 1960er Jahren nahm die Sicherheit an Bedeutung zu. Ab den1980er Jahren spielten Umweltfaktoren eine immer wichtigere Rolle, ab den 1990er Jahren erhielt die Computertechnologie immer größeren Einfluss. Ein Auto ist aus dem Alltag nicht mehr weg zu denken. In ähnlichem Maße gestaltete sich die Entwicklung des Wohnwagens. Anfang des 20. Jahrhundert noch Luxus wurde er im Laufe der Jahre immer erschwinglicher.

Im Regelfall findet man in einem Wohnwagen alles, was man zum täglichen Leben in einer Unterkunft braucht. Es gibt eine Küchenzeile mit Herd (Gaskocher) und Kühlschrank. Wasser kommt aus Kanistern oder einem eingebauten Tank. Je nachdem, auf welchem Campingplatz man sich befindet, stehen dem Camper Frisch- und Abwasseranschlüsse zur Verfügung. Außerdem gibt es ein WC mit Dusche. Falls Sie noch Camping-Equipment brauchen: Hier finden Sie Bestenlisten und Vergleiche, die Ihnen die Kaufentscheidung erleichtern. Sogar eine Camping-Sat-Anlage lässt sich installieren, damit Sie sich unterwegs wie zuhause fühlen.

Wohnwagen gibt es in den verschiedensten Formen und Größen. Am meisten verbreitet ist der klassische Wohnwagen mit feststehenden Wänden. Diesen kann man wiederum grob in drei Größen unterteilen (Mini-, Touring- oder Luxus-Wohnwagen), eine Klassifizierung gibt es hier jedoch nicht, die Grenzen verlaufend fließend. Der entscheidende Unterschied zu einem Wohn- oder Reisemobil ist die Tatsache, dass ein Wohnwagen über keinen eigenen Antrieb verfügt.