Winter durch Wetterphänomen

Wetterphänomen La Niña: Schneit es diesen Winter bei uns?

Schneit es Weihnachten 2020?

Der meteorologische Herbst neigt sich dem Ende entgegen und die Zeichen für mögliches Winterwetter mehren sich allmählich. In diesem Jahr spielt ein sehr ausgeprägtes La-Niña-Ereignis im tropischen Pazifik eine Rolle. Das Phänomen führt oftmals zu einer Zunahme der Regen- und Schneefälle sowie von Stürmen in verschiedenen Regionen der Welt und tritt alle zwei bis sieben Jahre auf. La Niña spricht auch für einen kalten und schneereichen Winter in Europa.

La Niña kommt

Einfach ausgedrückt, ist La Niña die kalte Version von El Niño und wird durch Temperaturabweichungen (zu warm, zu kalt) des Ozeans im äquatorialen Pazifik bestimmt. 

Vor wenigen Tagen teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) offiziell mit, dass ein moderates bis starkes La Niña zu erwarten ist und mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % bis in den Januar andauern soll. Ein ähnlich starkes La Niña-Ereignis fand laut WMO in den Jahren 2010/2011 statt.

Stoppt das Phänomen jetzt den Klimawandel?

Nein, leider nicht. Die globalen Temperaturen werden sogar trotz La Niña höher sein als noch vor einigen Jahren bei einem starken El-Niño-Ereignis.

ARCHIV - 08.12.2014, Bayern, Unterjoch: Ein geschmückter Christbaum steht bei Unterjoch (Bayern) im Garten eines Bauernhofes. (Zu dpa Faktencheck «Gab es früher tatsächlich öfter weiße Weihnachten?») Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk
Weihnachtsbaum im Schnee im Jahr 2020? Die Chancen steigen immerhin... © dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh soe sab wst

Die Chancen auf einen kalten Winter 2020/2021 steigen

Angesichts des inzwischen relativ starken La-Niña-Zustandes und auch einer sehr geringen Sonnenaktivität in den letzten Monaten steigen die Chancen auf einen kalten und vielleicht sogar schneereichen Winter in Mitteleuropa und Deutschland .

Auch die NOAA hat ihre Winterprognose für Mitteleuropa kürzlich leicht angepasst und sieht im Gegensatz zu vor wenigen Wochen nun nur noch einen geringfügig zu warmen Winter. 

Auch eine gestörte Eisbildung in der Arktis könnte in diesem Jahr für einen eher instabilen Polarwirbel sorgen, der dann in Europa für Kaltlufteinbrüche sorgen kann. Allerdings ist auch das genaue Gegenteil möglich, denn genauso können bei einem instabilen Polarwirbel sehr warme Luftmassen bis in hohe Breiten gelangen. Die Würfel für unseren Winter sind also trotz allem noch nicht gefallen.