Wenn Luftmassen in Richtung der Erdoberfläche absinken und schließlich auseinanderfließen

Wetterlexikon: Divergenz

Was ist eine Divergenz?

Wie Luft vom Äquator zu uns kommt.
Egal, ob Regen oder Sonnenschein: Eine wichtige Rolle für das Wetter spielt ein Ort, der Tausende Kilometer von uns entfernt liegt: der Äquator.

Unter der Divergenz im meteorologischen Sinne wird das Absinken und Auseinanderdriften von Luftmassen verstanden. In den freien Raum strömen zusammenfließende – konvergierende – Luftmassen aus höheren Schichten nach, wodurch ein kontinuierliches Zirkulieren unterschiedlich temperierter Luftströme generiert wird. Die absinkenden Luftmassen erwärmen sich sukzessive, wodurch sich die Wolkendecke langsam auflöst. Dieser Effekt ist häufig in Hochdruckgebieten zu beobachten.

Divergenzen und Konvergenzen kommen auch in umgekehrter Richtung vor: Aufsteigende Luftmassen strömen in unterschiedliche Richtungen – zumeist in Nord- und Südrichtung – und werden von den am Boden zusammenfließenden Luftmassen ersetzt.

Divergenzen in Höhenlagen kommen vor allem in den Polarregionen und in der innertropischen Konvergenzzone, einer Tiefdruckzone über dem Äquator, vor. Das Wetter in diesem Tiefdruckgebiet ist durch häufige Niederschläge und starke Wolkenbildung gekennzeichnet, wie sie für das Vorhandensein aufsteigender Luftmassen typisch ist.

Die vier genannten Bewegungen formen gemeinsam einen Kreislauf in der Erdatmosphäre, der von einem kontinuierlichen Zusammenfließen und Auseinanderdriften von Luftmassen gekennzeichnet ist.