Der Gegenspieler des Azorenhochs ist das Islandtief

Wetterlexikon: Azorenhoch

Wetterlexikon: Azorenhoch
Ein Hochdruckgebiet liegt am 26.02.2019 genau über den Azoren.

Was ist ein Azorenhoch?

Das Azorenhoch ist ein Hochdruckgebiet, das sich im Nordatlantik auf Höhe der Azoren bildet. Seine Rolle für das Wettergeschehen in Mitteleuropa ist entscheidend. Sein gleichbedeutender Gegenspieler ist das Islandtief, das sich ebenso stark auf die Großwetterlagen auswirkt.

Der Kerndruck des Azorenhochs variiert meist zwischen 1.015 und 1.035 Hektopascal

Entstanden ist der Begriff aufgrund eines im klimatologischen Mittel stark ausgeprägten Luftdruckmaximums im Bereich der Inselgruppe der Azoren über dem Nordatlantik. Der Kerndruck variiert dabei in der Regel zwischen 1.015 und 1.035 Hektopascal.

Doch wodurch genau wird dieses Druckmaximum erzeugt? Und warum gerade dort? Um diese Fragen zu klären, müssen wir uns die großräumige Luftzirkulation in Äquatornähe anschauen. Dort, im Bereich der stärksten Sonneneinstrahlung (Sonnenstand zum meteorologischen Frühlings- und Herbstbeginn im Zenit - also senkrecht zur Erdoberfläche), erwärmen sich die Luftmassen sehr stark und werden so zum Aufstieg gezwungen, da warme Luft eine geringere Dichte als kalte Luft besitzt und damit leichter ist.

Diesen Bereich bezeichnet man als "Innertropische Konvergenzzone" (ITCZ). Der Aufstieg endet häufig unter stetiger Temperaturabnahme erst an der Grenze von der Troposphäre zur Stratosphäre (Tropopause) in 15 bis 18 Kilometern Höhe, wo die Temperatur der Umgebungsluft wieder ansteigt und somit die Schichtung stabilisiert. Die Luft strömt nun an dieser Sperrschicht in der Höhe auseinander und sinkt in den Subtropen wieder ab. Der resultierende Massenzufluss bewirkt einen Druckanstieg am Boden und es entsteht der "Subtropische Hochdruckgürtel".

Bedingt durch die Verschiebung des Sonnenhöchststandes zwischen den beiden Wendekreisen variiert auch die Lage des Azorenhochs zwischen 33 Grad Nord in den Wintermonaten (Sonne am südlichen Wendekreis) und 34,5 Grad Nord in den Sommermonaten (Sonne am nördlichen Wendekreis). Nun liegt die Inselgruppe der Azoren bei rund 38 Grad Nord und damit noch etwas nördlicher, durch die häufig jedoch großräumige horizontale Ausdehnung des Hochs von mehr als 1000 Kilometern ist die unmittelbare Nähe zum Zentrum und damit die Namensgebung trotzdem mehr als gerechtfertigt.

Quelle: z.T. DWD