Matschig graue Bescherung

Wetter an Weihnachten 2021 - Für die meisten wird es mild und nass

Gibt es Schnee zu Weihnachten?

Weihnachten ist gar nicht mehr weit weg! Und es ist dieses Jahr ein wirklich spannendes Rennen um die Weiße Weihnacht 2021. Bereits seit Tagen spielen die Wettercomputer mit der kalten Luft und den Optionen auf Schneefall pünktlich zum Fest. Momentan sieht es danach aus, dass Weihnachten im Norden durchaus kalt und mit Chancen auf Schnee daherkommen könnte, während es im Süden eher nass und mild wird. Auf der Luftmassengrenze kann es dann spiegelglatt werden. Wir schauen gemeinsam mit unseren Meteorologen auf die aktuellen Trends und Zahlen.

Hier hat der Schnee von gestern noch Chancen

Meteorologe Christian Häckl ordnet die Großwetterlage ein – und die arbeitet gerade zumindest regional gegen Weiße Weihnachten. „Das kräftige Hoch verlagert seinen Kern für weiße Weihnachten zu weit in den Norden. Das öffnet die Tür für die Tiefdruckgebiete, die aus Westen anrauschen und zumindest in der Mitte und dem Süden Deutschlands eher mildes und nasses Wetter bringen.“

Das hieße dann: Schnee adé, denn derzeit berechnen unsere Modelle für das Tiefland eher Temperaturen von 10 Grad, dazu Regen. Dennoch gibt es doch Regionen, in denen die Schneereste bis zum vierten Advent und länger überdauern werden. RTL-Meteorologe Patrick Panke: „Zumindest in den Hochlagen von Bayerischem Wald, Alpen oder Hochschwarzwald, Oberharz und Erzgebirge haben die Schneereste gute Aussichten, das aktuelle Tauwetter zu überstehen.” Allerdings dürfte es trotzdem eher eine graue und matschige Veranstaltung.

Der allgemeine Wettertrend zu Weihnachten 2021

Wetter-Team von wetter.de in einer Video-Konferenz zur weißen Weihnacht
Das Wetter-Team diskutierte in einer Onlinekonferenz über die Chancen auf weiße Weihnachten. RTL-Meteorologe Christian Häckl (links) hielt die Einschätzungen fest. © wetter.de

Gute Chancen haben auch noch die Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern an Weihnachten ein paar Schneeflocken zu sehen. Unser Meteorologe Carlo Pfaff erklärt die Wetterlage: „Ein kleines Tief, das sich am Donnerstag über den Britischen Inseln bildet, erweist sich als Spielverderber. Es zieht am Freitag über Dänemark ostwärts und schiebt die gerade erst eingeflossene Polarluft wieder nach Skandinavien und Osteuropa zurück, und bringt mit kräftigem Wind uns feuchte und milde Luft von der Nordsee mit. Einzig in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern könnte nach Durchzug des Tiefs am Abend die Luft wieder kalt genug sein für Schnee oder Schneeregen. Ansonsten liegt nur im Schwarzwald, Bayerischer Wald, Erzgebirge und in den Alpen oberhalb von 800 bis 1000m noch genug Altschnee, um das drohende Weihnachtstauwetter zu überstehen.“

Immer die aktuelle Prognose zur weißen Weihnacht im Blick

Videokonferenz unserer Meteorologen zu den Chancen zur weißen Weihnacht

Ergebnisprotokoll: Weiße Weihnachten 2021 in Prozent

Chance auf Weiße Weihnacht
Die Chancen auf Weiße Weihnacht in Deutschland (Stand: 19.12.)

Gibt es auch Wettermodelle, die die Lage nicht ganz so optimistisch bewerten? 

Natürlich gebe es diese und auch ein Totalflop für Schnee zu Weihnachten sei zum jetzigen Zeitpunkt weiter nicht auszuschließen, antwortet Häckl. „Doch am Ende haben sich die Computermodelle in den letzten Jahrzehnten bei den Prognosen deutlich verbessert. Dementsprechend sind Trends und Anpassungen über mehrere Tage der Vorhersage bei weitem nicht mehr so extrem sprunghaft, was wiederum für ein klareres Bild sorgt.”

Allerdings stehen die Zeichen deutlich auf mild und nass. Das müssen wir leider heute so sagen. Mal sehen, wie die Geschichte morgen weiter geht.

Weihnachten 2010 - das weißeste Weihnachten in den letzten Jahrzehnten

Weiße Weihnacht 2020? So traumhaft war es vor zehn Jahren.
24. Dezember 2010 in... nicht Helsinki, nicht Innsbruck, nicht Moskau - nein, in Düsseldorf. Der Schnee pünktlich zu Heiligabend war schon eine Sensation. © picture alliance / dpa / picture, Roland Weihrauch

Ein Weihnachtsfest dürfte vielen von uns noch in Erinnerung sein. Weihnachten 2010. Damals ging es schon früh im Dezember mit Schnee bis ins Flachland los. Getoppt wurde dieser frühe Winter dann aber durch eine deutschlandweite Schneeauflagen zum Weihnachtsfest. Schlussendlich fiel der Dezember 2010 am Ende rund vier Grad zu kalt und viel zu nass aus. Eine geniale Kombi für alle Winterfreunde.

Seit der letzten deutschlandweiten weißen Weihnacht im Jahr 2010 erlebten alle Winterfreunde eine extreme Durststrecke. Denn danach gab es eine Serie von sehr milden Weihnachtstagen wie seit mindestens 60 Jahren nicht mehr.

Schnee zu Weihnachten - das gab es immer mal wieder

Der Blick in die Wetterdaten in Sachen Weiße Weihnacht entlarvt noch einige weitere Jahre, in denen es sehr verbreitet Schnee zum Fest gab. Beispielsweise 1964, 1981 oder 1986. Und auch das Jahr 2005 hat bei Freunden der kalten Jahreszeit wohl die ein oder andere Freudenträne hervorgebracht. Damals folgte die Ladung Schnee zu Weihnachten übrigens im Anschluss an eine Rekord-Hurrikan-Saison. Und das ist eine Kombination aus einer starken Sturmsaison und einem durchaus kalten Winter, die gar nicht so selten ist.

Wann bleibt üblicherweise der erste Schnee Liegen?

Die statistische Wahrscheinlichkeit für die Weiße Weihnacht

Nimmt man diese Wetterdaten als Grundlage, dann ergibt sich für Schnee zum Fest im höheren Bergland eine Wahrscheinlichkeit, die um die 50 Prozent oder – je nach Höhenlage – sogar noch darüber. Im Flachland gilt derweil: Der Osten ist in Sachen Winterweiß zur Weihnachtszeit mit um die 10 bis 20 Prozent im Rennen. Die tiefen Lagen im Westen und Nordwesten bilden das Schlusslicht mit um die 5 bis 10 Prozent. Das heißt: Alle 10 bis 20 Jahre, während es im Bergland durchaus alle zwei Jahre soweit ist.

Der Klimawandel vertreibt Weiße Weihnachten aus Deutschland

Ein Vergleich der Referenzperioden 1961-1990 und 1991-2020 zeigt, dass die Chance auf Weiße Weihnachten mit einer Schneedecke an allen drei Tagen im Mittel von Deutschland um 13 Prozent und regional sogar um bis zu 44 Prozent zurückgegangen ist.

Besonders betroffen sind vor allem der bisher bevorzugte Süden von Deutschland, wo noch vor wenigen Jahrzehnten fast jedes zweite Jahr an Weihnachten Schnee lag. Beispielhaft hat der DWD für sieben Städte in Deutschland den Rückgang der Wahrscheinlichkeit Weißer Weihnachten aktuell berechnet: Berlin -10,0, Hamburg -10,0, Leipzig -3,8, Köln -6,7, Frankfurt -11,8, München -19,5 und Freiburg -12,2 Prozentpunkte.

Wie ist es mit Schnee zum Fest in den größeren Städten?

Seit 1950 bekamen die Menschen in Hamburg 12 Mal eine geschlossene Schneedecke von mindestens einem Zentimeter. Ähnlich war es in Frankfurt mit 11 Mal. Davor rangierten Berlin (16 Mal) sowie München mit 25 Jahren, in denen es Schnee zur Weihnachtszeit gab. Deutlich bescheidener sieht es in den Tieflagen im Westen und Nordwesten aus. In Köln bescherte Frau Holle in den vergangenen Jahrzehnten zum Beispiel nur 4 Mal eine weiße Weihnacht.

Was bedeutet die Weiße Weihnacht eigentlich?

Das ist natürlich eine Frage, die eine breiten Palette an Antworten beinhaltet. Beispielsweise: Reicht es aus, wenn es an Weihnachten mal ein paar Flocken gibt? Grundsätzlich ja. Aber an dieser Stelle geht es dann doch mehr darum, dass der Schnee auch liegen bleibt. Wenn wir also von einer Weißen Weihnacht sprechen, dann heißt das, dass es an Heiligabend oder an einem der zwei Weihnachtstage für eine geschlossene Schneedecke oder zumindest für Schneeflecken reicht.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

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(bal, oha, osc)