Sternenhimmel im August

Perseiden rasen jetzt mit 216.000 km/h auf die Erde zu

von Karim Belbachir

Wer im Sommer noch Sternschnuppen sehen will, sollte die Perseiden nicht verpassen, denn anschließend machen Meteorströme ein Pause bis zum Oktober. Außerdem lässt der Sternenhimmel im August einen guten Blick auf die Ringe des Saturn zu und der Mond ist selbst zu Neumond nicht vollends abgedunkelt.

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Vollmond am 12. August

 Der Supermond über Dernau vom Aussichtspunkt Schönste Aussicht am Vorabend zum Jahrestag der Flutkatastrophe vom 14.07.2021 Die Region befindet sich weiterhin im Wiederaufbau. In zahlreichen Ecken sind weiterhin eindeutige Spuren der Zerstörung zu f
Der Vollmond ist am 12. August.

Zu Beginn des Monats August zeigt sich die Sichel des zunehmenden Mondes bereits in der Abenddämmerung. Dabei kann man noch die Erscheinung des aschgrauen Mondlichtes beobachten. Die Mondsichel reflektiert das Sonnenlicht. Doch auch der nicht von der Sonne beleuchtete Teil des Mondes ist nicht absolut dunkel, sondern schimmert fahl. Es ist das reflektierte Erdlicht. Denn um die Neumondzeit erscheint die Erde vom Mond aus gesehen, fast voll beleuchtet.

Von Tag zu Tag wird die Mondsichel dicker, bis sich der Mond schließlich am 5. August halb beleuchtet zeigt. Vollmond tritt am 12. um 3.36 Uhr ein. Nur knapp zwei Tage vorher kommt der Mond in Erdnähe, wobei ihn nur 359.828 Kilometer von uns trennen, während er am 22. in Erdferne 405.418 Kilometer entfernt bleibt. Den Vollmond sehen wir am 12. August. Etwa gegen 3.35 Uhr ist es dann in Deutschland soweit. Zu dem Zeitpunkt ist Luna rund 361.400 Kilometer von der Erde entfernt.

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Gute Chancen das Ringsystem des Saturn zu sehen

Der Saturn mit seinen Ringen, von der Sonde Voyager 1 der US-Raumfahrtbehörde NASA am 18. Oktober 1980 übermittelt. Der Planet Saturn ist der zweitgrößte Planat im Sonnensystem. Er besteht aus Wasserstoff und Helium und hat von allen Planeten die ger
Mit einem Teleskop ist das Ringsystem des Saturn im August gut zu sehen.

Ein wenig nördlich, also oberhalb des Vollmonds strahlt Saturn, der am 14. der Sonne genau gegenüber steht. Wie auch der Vollmond ist Saturn die ganze Nacht über zu sehen. Beide Gestirne gehen im Osten auf, wenn im Westen die Sonne unter dem Horizont versinkt, erreichen um Mitternacht ihre höchste Position im Süden und gehen morgens im Westen unter. Da Mond und Saturn von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüberstehen, spricht man von Oppositionsstellung oder kurz von Opposition zur Sonne.

Jetzt ist es besonders günstig, den Ringplaneten zu beobachten, denn er ist „nur“ 1.325 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Dies entspricht fast dem Neunfachen der Distanz Erde – Sonne. Das Licht legt diese Strecke in einer Stunde und 14 Minuten zurück. Das prächtige Ringsystem des Saturns ist mit freien Augen nicht zu sehen. Wer noch nie den Saturnring mit eigenen Augen gesehen hat, für den ist jetzt die Gelegenheit günstig, das Ringsystem zu beobachten. Man benötigt dazu ein Fernrohr mit mindestens dreißigfacher Vergrößerung. Auch der Besuch auf einer Sternwarte lohnt sich, um den Saturnring zu sehen.

Jupiter zieht Blicke auf sich

Nach der Vollmondphase wechselt unser Mond in die zweite Nachthälfte. Vergeblich wird man am Abendhimmel nach ihm Ausschau halten. Einen Tag nach Vollmond begegnet der Erdtrabant dem Riesenplaneten Jupiter. Jupiter wird allmählich zum Planeten der ganzen Nacht und zieht mit seinem Glanz die Blicke auf sich. Bevor Venus am Morgenhimmel auftaucht, ist Jupiter das hellste Gestirn am Nachthimmel – vom Mond abgesehen natürlich.

Am 19. begegnet der abnehmende Mond unserem rötlichgelben Nachbarplaneten Mars, der ebenfalls in der zweiten Nachthälfte am Firmament vertreten ist. Die Marshelligkeit nimmt im August kräftig zu. Am Monatsende geht Mars bereits eine Viertelstunde nach 23 Uhr auf.

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Welcher Meteorstrom begleitet den Sternenhimmel im August?

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Die Perseiden gehören zu den schnellsten Sternschnuppen, die wir am Nachthimmel beobachten können.

Der August ist weithin als Sternschnuppenmonat bekannt. Seinen Ruf verdankt er dem Meteorstrom der Perseïden, dessen maximale Tätigkeit vom 9. bis 13. August zu erwarten ist. Helle Meteore, sogenannte Boliden oder Feuerkugeln sind keine Seltenheit. Der Höhepunkt der Sternschnuppenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. vorausgesagt, wobei mit bis zu hundert Sternschnuppen zu rechnen ist. In diesem Jahr stört allerdings helles Mondlicht die Beobachtungen. Die ab 12. August abnehmende Mondscheibe strahlt noch immer zu hell. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden von 23 bis 4 Uhr morgens.

Die Meteore des Perseidenstromes sind schnelle Objekte. Sie dringen mit rund 60 Kilometer pro Sekunde, dies entspricht 216.000 Kilometer pro Stunde, in die Erdatmosphäre ein. Zwar sind sie nicht so schnell wie die Flitzer unter den Sternbschnuppen, die Leoniden, trotzdem ist die Geschwindigkeit beeindruckend. Die Perseiden sind Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, der der Erde jedes Jahr auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet. Die Perseiden sind die beste Chance auf Sternschnuppen am Nachthimmel, bevor die Meteorströme bis Oktober eine Pause einlegen.

Sommerdreieck steht weit im Süden

Das Sommerdreieck steht nun zur abendlichen Beobachtungsstunde hoch im Süden. Fast im Zenit steht Wega in der Leier. Neben der Leier breitet der Schwan seine Flügel aus. Markiert wird er durch ein großes Sternenkreuz, bekannt als Kreuz des Nordens. Sein Hauptstern heißt Deneb. Der dritte Stern des Sommerdreiecks ist Atair im Adler, mit 16 Lichtjahren Entfernung ein Nachbarstern unserer Sonne. Ein wenig östlich vom Schwan stößt man auf das kleine aber gut erkennbare Bild des Delfins. Am Osthimmel steigt das Pegasusquadrat langsam hoch. Der Pegasus ist das Leitsternbild des Herbsthimmels. Im Nordosten gewinnt die Kassiopeia, das Himmels-W, langsam an Höhe.

Die Sonne wandert entlang dem absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Am 11. verlässt sie morgens das Sternbild Krebs und wechselt in den Löwen. Am gleichen Tag tritt sie frühmorgens in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um etwas mehr als neun Grad ab, die Tageslänge schrumpft bei uns um etwa eine Stunde und 51 Minuten.

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(kfb/dpa)