Frostmond kommt

Leoniden: Schnellste Sternschnuppen der großen Meteorströme

Das am 6.11.2001 von der NASA veröffentlichte Foto vom November 2000 zeigt einen Meteoriten über dem US-Bundesstaat Washington. Er ist einer aus dem Leoniden-Sternschnuppenschwarm, der immer im November auftritt. Die Meteoriten kommen dabei scheinbar
Diesen Meteor aus dem Leoniden-Schwarm zeigte die NASA im Jahr 2000. Die Leoniden sind die schnellsten Sternschnuppen der großen Meteorschauer. © picture-alliance / dpa, epa afp Nasa

Sternenhimmel im November

Mit unglaublicher Geschwindigkeit kreuzen die Leoniden die Bahn der Erde und stellen mit ihren Feuerbällen den Höhepunkt des Sternenhimmels im November dar. Daneben bringt der Neumond möglicherweise Springfluten und ein Riesenplanet zeigt seinen Schmuck.

Ob die Nacht sternenklar wird, sehen Sie hier.

Komet schickt Sternschnuppen mit Höchstgeschwindigkeit zu uns

Konstellation des Sternbilds Löwe, Astrologie, Tierkreiszeichen,
Die Leoniden entspringen dem Sternbild Löwe, dem sie auch ihren Namen verdanken. © iStockphoto

Das Highlight des Novembers stellen ohne Zweifel die Leoniden dar. Sie sind die Formel-1-Boliden unter den Meteorschauern. Mit 71 Kilometern pro Sekunde (255.600 km/h) sind sie sogar schneller als die Orioniden, die noch ein paar Tage (bis 7. November) aktiv sind, ihr Maximum allerdings hinter sich haben. Die Leoniden lösen die Orioniden nahezu ab. Ab dem 6. November geht es los und am 17. auf den 18. November erreichen sie ihr Aktivitätsmaximum.

Da sich die Bruchstücke des Mutterkometen 55P/Tempel-Tuttle bereits sehr weit verstreut haben, darf man nicht den ganz großen Sternschnuppenhagel erwarten. Das dauert noch bis 2022, wenn mehr als 200 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein könnten. Wenn Komet Temple-Tuttle wieder unser Sonnensystem kreuzt, sind ab 2031 und den Folgejahren wieder wesentlich mehr Trümmerstücke als Feuerbälle am Nachthimmel zu sehen. Ihren Ursprung haben die Leoniden, wie der Name bereits erahnen lässt, dem Sternbild Löwe. Da dieses erst nach Mitternacht am Nachthimmel zu sehen ist, tauchen auch erst dann die Sternschnuppen auf.

Neumond mit Gefahr von Springfluten, Erdbeben und Vulkanausbrüchen

Jan. 3, 2014 - Aberystwyth, Wales, Wales - A 5.6m high springtide and gale force south westerly winds bring massive weaves pounding against the promenade and harbour at Aberystwyth on the west wales coast. The entire promenade was closed to traffic b
Eine Springtide in Aberystwyth Strom: Gerade zu Neumond sind Springfluten wahrscheinlich. © picture alliance / ZUMAPRESS.com, Keith Morris

Mit dem Mond beginnen wir unseren Blick auf den Nachthimmel. Bereits am 4. November beginnt die Neumondphase gegen 22.15 Uhr. Da der Mond am folgenden Tag in einer Linie zur Erde und Sonne steht bei nur 358.840 Kilometern Entfernung zur Erde, könnten extreme Springfluten auftreten. Weil sich zudem die Erdkruste zum Mond hingezogen fühlt, sind sogar Erdbeben oder Vulkanausbrüche nicht auszuschließen. Den Vollmond sehen wir am 19. November um 9.57 Uhr und nur zwei Tage darauf passiert der Mond mit 406.280 Kilometer Distanz seinen erdfernsten Bahnpunkt. Der November-Vollmond wird auch gerne Frostmond genannt, weil sich die Temperaturen Richtung Winter bewegen. Die warmen Tage eines Goldenen Oktobers sind vorbei.

Deutlich kürzer werden die Tage im November, da die Sonne im Tierkreis immer tiefer sinkt. Anfänglich wandert sie durch das Sternbild Waage, bevor sie am 23. November vormittags in das Sternbild Skorpion übergeht, in dem sie allerdings nur eine Woche bleibt. Schon am 29. verlässt sie wieder das Sternbild Skorpion und überschreitet die Grenze zum Schlangenträger. Die Tageslänge verkürzt sich in 50 Grad Nord um eine Stunde und zwanzig Minuten.

Jupitermonde mit Fernglas gut zu sehen

Jupiter und Mond Io.
Jupiter und sein Mond (oben) sind im November gut mit einem Fernglas zu sehen. © BBC Exklusiv - Die Wunder unseres Sonnensystems

Auch andere Mitglieder unserer Planetenfamilie sind im November am Nachthimmel gut zu sehen. In der Abenddämmerung leuchtet die Venus knapp über dem Südwesthorizont. Im Laufe des Monats leuchtet der Planet deutlich heller. Nach dem die Venus am Sternenhimmel gegen 19 Uhr untergegangen ist, rücken die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn in den Fokus.

In der ersten Nachthälfte ist der Jupiter gut zu sehen. Ende November geht der Riesenplanet schon gegen 22.30 Uhr unter. Mit einem Fernglas kann der Schmuck Jupiters gut beobachtet werden. Die vier größten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto stehen jeden Abend in einer anderen Konstellation da. Nicht ganz so lichtstark leuchtet der Saturn. Während er zu Beginn des Monats gegen 22.40 Uhr unter geht, geschieht dies zum Monatsende schon kurz vor 21 Uhr. Beide Planeten halten sich zurzeit im Sternbild Steinbock auf.

Uranus in günstiger Position für Beobachtungen

Am Morgenhimmel kann noch Merkur in der ersten Novemberwoche erspäht werden. Nach dem 7. November wird man jedoch vergeblich den kleinsten Planeten des Sonnensystems suchen. Der grünliche Uranus kommt in der Nacht vom 4. auf 5. kurz nach Mitternacht in Opposition zur Sonne. Damit hat er die günstigste Position erreicht, ihn zu beobachten. Mit bloßen Augen ist er jedoch weiterhin nicht zu sehen. Mit seinen 50.000 Kilometern Durchmesser ist Uranus nach den Riesen Jupiter und Saturn der drittgrößte Planet unseres Sonnensystems.

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(kfb)