Neumond und Vollmond

Welchen Einfluss übt der Mond auf das Wetter aus?

Bauernregeln und Mythen

„Unmittelbar nach Neu- und Vollmond gibt es die heftigsten Regenfälle.“ Es gibt etliche Bauernregeln oder Mythen wie diese, die sich mit dem Einfluss des Mondes auf das Wetter beschäftigen. Doch wie sieht es wirklich aus?

Im Video: Hält uns der Mond wirklich vom Schlafen ab?

Sind bei Vollmond die Nächte besonders kalt?

Vollmond
Je näher der Mond der Erde kommt, desto stärker fallen die Gezeiten aus. (Symbolbild: Pedro Sarmento Costa)

Bei Vollmond sind die Nächte besonders kalt. Bei dieser Aussage muss man voraussetzen, dass der Mond am Nachthimmel zu sehen ist. Warum es dann tatsächlich kalt sein kann, erklärt RTL-Meteorologe Björn Alexander: „Dass es bei Vollmond oft eher kalte Nächte gibt, ist gar nicht ganz so falsch. Zumindest, wenn man den Vollmond tatsächlich am klaren Himmel sehen kann. Ohne Wolken kühlt es sich nämlich stärker ab als mit der wärmenden Wolkendecke.“

So wirkt der Mond auf die Erde

ARCHIV - Blick bei Niedrigwasser auf das Wattenmeer vor dem schleswig-holsteinischen Vollerwiek (Foto vom 16.06.2009). Das Wattenmeer könnte Ende Juni zum Erbe der Menschheit erklärt werden. Dann berät eine Kommission der UNESCO - der UN-Organisation
Wattenmeer vor Vollerwiek: Ebbe und Flut werden durch die Anziehungskraft des Mondes ausgelöst.

Dass der Mond einen Einfluss auf unsere Erde ausübt, ist unbestritten. Neben den bekannten Effekten wie Ebbe und Flut, bei dem der Meeresspiegel rund einen Meter ansteigen kann, gibt es aber noch weitere. Wenn sich Sonne, Erde und Mond auf einer Linie zueinander befinden, verstärkt sich die Anziehungskraft des Mondes. Die Gezeiten sind bei Neumond und Vollmond also stärker. Bei Neumond steht der Mond zwischen der Sonne und der Erde, bei Vollmond die Erde zwischen Sonne und Mond. Sonne und Mond üben dann gleichzeitig ihre stärkste Anziehungskraft aus. Das führt auch dazu, dass sich die Erde 30 bis 50 Zentimeter hebt. Das merken wir allerdings nicht, da es dann gleichmäßig geschieht.

Kann der Mond auch Hochs und Tiefs anziehen?

Kurze Antwort: Nein! Das liegt daran, dass die Anziehungskraft des Mondes dafür nicht ausreicht. Die Dichte von Luft ist wesentlich geringer als die des Wassers – rund 800. Mal geringer! Selbst wenn es sich dabei um Regenwolken mit einem hohen Wasseranteil handelt, reicht die Anziehungskraft nicht aus, um ein Tiefdruckgebiet zu beeinflussen. Außerdem müsste dies auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit geschehen, was nachweislich nicht der Fall ist.

Zusammengefasst bedeutet das: Der Mond bestimmt zwar die Gezeiten auf der Erde und bei einer sternenklaren Nacht kann es zu einem Vollmond auch kühler werden, aber er hat keinen direkten Einfluss auf das Wettergeschehen.

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(kfb)