Den Stadtteil Weseke hat es besonders getroffen

Tornado in Borken: Windhose verwüstet Siedlung in NRW

ARCHIV - 05.05.2015, Mecklenburg-Vorpommern, ---: Die am frühen Abend  entstandene Aufnahme zeigt eine Windhose über einem Waldstück ca 15 Kilometer von Bützow entfernt. Der Tornado, der am Abend des 05.05.2015 durch Bützow fegte, hatte einen Schaden
Eine Windhose sorgte in Borken-Weseke für einige Schäden. (Symbolbild) © dpa, Hein-Godehart Petschulat, jai

Tornado über Borken

Ziemlich stürmisch ging es im Borkener Stadtteil Weseke zu. Eine Windhose hatte dort einige Dächer beschädigt, Bäume entwurzelt und eine Mauer umgestürzt. Feuerwehr und Dachdecker hatten am Dienstagnachmittag bei strömendem Regen daher alle Hände voll zu tun.

Dachdecker schieben Sonderschichten

Am Nachmittag bildete sich die Windhose in Borken-Weseke. Der Mini-Tornado deckte die Dächer von rund 30 Häusern ab und entwurzelte drei Bäume. Die Baumkronen einiger weiterer Bäume waren gesplittert und fielen auf Wege und Straßen. Unterstützung erhielt die Feuerwehr von Bauhöfen der Stadt und des Kreises Borken. Auch Dachdecker sind im Sondereinsatz, um die Schäden an den Dächern auszubessern. Menschen wurden bei dem Ereignis nicht verletzt.

Wie häufig kommen Tornados in Deutschland vor?

In Deutschland gibt es im Durchschnitt pro Jahr etwa 30 bis 60 bestätigte Tornados. Verdachtsfälle, die sich nicht durch Augenzeugenberichte, Bilder oder durch die entsprechenden Schäden am Boden klar dokumentieren lassen, sind deutlich häufiger. Insgesamt muss man hier mit einer Zahl um die 100 bis 200 rechnen. In manchen Jahren - wie zum Beispiel im Jahr 2016 – waren es sogar um die 400 Verdachtsfälle.

Wie genau entsteht ein solcher Tornado?

Zur Entstehung von Tornados braucht es in der Regel zwei Komponenten. Das eine ist die sogenannte Windscherung: In unterschiedlichen Höhen muss der Wind dabei entweder aus verschiedenen Richtungen kommen oder die Windgeschwindigkeiten fallen sehr unterschiedlich aus. Dann können sich rotierende Windkörper bilden. Diese rotieren zunächst einmal in horizontaler Richtung. Bildet sich nun in diesem Umfeld eine Gewitterzelle, dann kann sich der Rotationskörper aufrichten.

Woran kann ein Laie erkennen, dass sich im Unwetter gerade ein Tornado bildet?

Eine Vorstufe des Tornados, den man an der Unterseite von Gewitterwolken sehen kann und der sich wie ein Trichter nach unten richtet, ist die sogenannte Funnelcloud. Erst wenn dieser Trichter bis zum Boden reicht, dann ist tatsächlich ein Tornado entstanden. Im Raum Viersen kamen heute all diese Zutaten für einen Tornado zusammen: Eine sehr dynamische Strömung gepaart mit teils kräftigen Gewittern, die zum Teil auch mit Hagel einhergingen. (kfb/bal)

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