Noch vor Höhepunkt des Sonnenzyklus

Mehr Solarstürme: Sonne ist so aktiv, wie lange nicht mehr

von Karim Belbachir

Polarlichter bis in unsere Breitengrade, gestörte Navigationsgeräte, Unterbrechungen im Mobilfunknetz: Sonnenstürme können einen großen Einfluss auf unser Leben haben. Gerade jetzt scheint die Sonne aktiver zu sein, aber ist das auch so?

Sonnenstürme können zur Gefahr werden

Die Sonne schleudert Partikel ins Weltraum.
Die Sonne schleudert Plasmaströme aus Protonen und Neutronen in den Weltraum.

Die Sonne zeigt sich in den vergangenen Monaten sehr aktiv. Zu erkennen ist das an den Sonneneruptionen. Dadurch wird ein Strom aus Protonen und Neutronen von der Sonne ins Weltall geschleudert. Diese sogenannten Sonnenstürme können mitunter auch in Richtung Erde geweht werden. Während wir auf der Erde durch das Magnetfeld geschützt sind, könnte es jedoch zum Ausfall von Satelliten führen. Je nach Stärke sind dann auch Mobilfunknetze und Navigationsgeräte gefährdet.

Zu sehen sind diese Plasmaströme auch auf der Erde. Sie lösen Polarlichter aus, die meist an den Polen der Erde auftreten, aber bei stärkeren Eruptionen auch weiter südlich zu sehen sein können. Im März waren Polarlichter auch in Deutschland zu sehen.

Sonnenzyklus dauert rund 11 Jahre an

FILE - HANDOUT - The upper one of a pair of new, solar active regions that just rotated into view of SDO offered a beautiful profile view of cascading loops spiraling above it (Jan. 15-16, 2012) following a solar flare eruption. These loop structures
Wenn sich zwei gegensätzlich gepolte Sonnenflecken verbinden, wird Energie frei, die dann ins Weltall abgestrahlt wird.

Die Aktivität der Sonne tritt in Zyklen auf. Momentan befinden wir uns im Sonnenzyklus 25 seit der Aufzeichnung. Ein Zyklus dauert im Schnitt 11 Jahre an – kann aber auch bis zu 13 Jahre anhalten. Die Nummerierung hat der schweizer Astronom Rudolf Wolf begonnen und bis ins Jahr 1749 zurückdatiert. Sein Höhepunkt wird im Jahr 2025 erwartet. Zu dieser Zeit sind besonders viele Sonnenflecken auf der Oberfläche unseres Sterns zu sehen. Begonnen hat der Zyklus vor zwei Jahren.

Die Sonnenflecken haben eine magnetische Ausrichtung die mit benachbarten Flecken der entgegengesetzten Polung agieren können. Bei einer höheren Anzahl der Flecken kommt dies dementsprechend häufiger vor. Sollten sich zwei gegensätzlich gepolte Sonnenflecken miteinander verbinden (Rekonnexion), dann wird Energie frei, die dann in Form von Sonnenstürmen in den Weltraum abstrahlen.

Lese-Tipp: Gewaltiger Sonnensturm traf Erde vor 9200 Jahren

Mehr Aktivität vor dem Höhepunkt des Zyklus

Ein Sonnenfleck beobachtet durch das Sonnenteleskop Gregor
Ein Sonnenfleck beobachtet durch das Sonnenteleskop: Die Anzahl der Sonnenflecken nimmt bis zum Höhepunkt des Zyklus zu.

Momentan haben Astronomen eine höhere Aktivität als im vergangen Jahr. Die NASA registriert täglich die genaue Anzahl der Sonnenflecken. In den vergangenen fünf Tagen waren das im Schnitt 113. Bis zum Höhepunkt im Jahr 2025 werden rund 125 erwartet. Damit ist die Sonne aktiver als noch im vergangenen Zyklus. Da waren es durchschnittlich 115.

Allerdings sind es noch immer weniger als während des Sonnenzyklus 23. Da gab es im Schnitt 180 Sonnenflecken. Ob der Trend noch aktiver sein wird, als prognostiziert bleibt aber noch unklar. Eines scheint jedoch klar. Die Chancen Polarlichter auch in Deutschland zu sehen, stehen gut.
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(kfb)