Polarlichter weit im Süden

Wenn ein Sonnensturm die Erde trifft: Polarlichter, Aurora Borealis in New York und Radio-Blackout

Twitter geflutet mit Aurora-Borealis-Bildern

Seit Tagen wird der Kurznachrichtendienst Twitter mit Bildern von den Polarlichtern überhäuft. Diese waren viel weiter südlich zu sehen, als üblich. Selbst in Nordengland und New York war die Aurora Borealis zu sehen. Schuld daran war ein Sonnensturm, der die Erde direkt getroffen hat und dessen Auswirkungen wir noch immer spüren können. Welche das waren und im schlimmsten Fall sein könnten, erklären wir hier.

Polarlichter wesentlich weiter südlich zu sehen

Die amerikanische Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde, NOAA, warnte bereits am vergangenen Samstag, 9. Oktober, vor einer Sonneneruption, die einen Sonnensturm Richtung Erde schickte. Entsprungen war dieser sogenannte „Solar Flare“ dem Sonnenfleck 2882, der in letzter Zeit besonders aktiv ist. Es kam zu einem koronalen Massenauswurf von Plasma (CME). Die ausgeschleuderten Protonen, Elektronen und teilweise auch Helium-, Eisen und Sauerstoff-Partikel bewegten sich daraufhin genau auf die Erde zu. Innerhalb von 48 bis 72 Stunden hatten sie die Erde erreicht.

Diese CME werden gerade wieder häufiger beobachtet, da die Sonne in ihrem Zyklus auf ihr Maximum zusteuert (etwa im Jahr 2025). Beim Auftreffen auf die Erde, wurde die Magnetosphäre auf der Tagseite zusammen gestaucht. Dabei wird eine Menge Energie frei, die dann durch die Polarlichter sichtbar wird. Da dieses Mal mehr Sonnenpartikel breiter gestreut auf die Magnetosphäre trafen, waren die Polarlichter viel weiter südlich zu sehen. So zeigen Beobachter in den sozialen Netzwerken aus New York und den britischen Orkney-Inseln Bildern von dem Himmelsspektakel. Bis zum Wochenende hält der Sonnensturm noch an.

Sonnenwinde können Schutz durch Ionosphäre beeinträchtigen

Sonneneruption, Solar Flare, Sonne. Plasma
Im Jahr 2012 wurde auch eine riesige Sonneneruption beobachtet, die uns glücklicherweise nicht erreicht hat. Die ausgeschleuderten Teilchen hätten wohl den ein oder anderen Satelliten stark beschädigt. Links unten im Bild ist die Erde im Größenvergleich zu sehen. © NASA, Goddard, Space Flight Center

Sonnenwind erreicht die Erde ständig. Geschützt werden wir vor der gefährlichen Strahlung von unserer Atmosphäre und der Magnetosphäre, die die Erde umgeben. Anders sieht es auf dem Mars aus, der nicht durch eine solche Magnetosphäre geschützt ist. aus. Die von einem koronalen Massenauswurf ins All geschleuderten Teilchen verteilen sich mit hoher Geschwindigkeit im All. Manchmal wird der Sonnenwind besonders schnell oder turbulent und sein Magnetfeld kann Veränderungen im Erdmagnetfeld und in der Ionosphäre (oberste Schicht der Erdatmosphäre) auslösen. Die elektromagnetischen Strahlen und auch die Röntgenstrahlen führen in der Ionosphäre zum Verlust Radiowellen zu reflektieren – ein sogenannter Radio-Blackout.

Wird das Erdmagnetfeld stark gestört, redet man von einem Geomagnetischen Sturm. Dieser kann das Erdmagnetfeld tagelang stören. Das markanteste Merkmal eines geomagnetischen Sturms sind die Polarlichter (Aurora Borealis), die heller erscheinen und sich dem Äquator nähern. Diese verstärkte Aurora signalisiert die heftigen elektrodynamischen Prozesse, die auf den Energiestoß der Sonne reagieren. Geomagnetische Stürme können einige Stunden bis Tage andauern.

Welche Auswirkungen hat eine Sonneneruption auf die Erde?

TIME LAPSE OF THE AURORA BOREALIS IN LAPLAND, A PHENOMENON CAUSED BY THE SPECTACTULAR BATTERING OF EARTHâ€ÖS MAGNETIC FIELD BY THE SOLAR WIND, A CONSTANT STREAM OF PARTICLES THE SUN SENDS OUR WAY, GUSTING MOST SGTRONGLY WHEN THE SUN IS VERY ACTIVE
Die Polarlichter waren durch die Sonneneruption viel weiter südlich zu sehen. (Symboldbild) © ANDY BOAG

  • Ein Funkausfall ist wohl der bekannteste Effekt, den ein CME haben kann. Radios und Funkmasten können ausfallen. Verursacht wird das durch die Röntgenstrahlen, die in sich in Lichtgeschwindigkeit von der Sonne wegbewegen. Sie brauchen nur 8 Minuten bis zur Erde. Diese Ereignisse sind nicht so selten. Schätzungsweise 2.000 gibt es pro Sonnenzyklus.
  • Ein weiteres Problem sind Ausfälle der Satelliten. So können beispielsweise Navigationsgeräte nicht mehr richtig kommunizieren. Meist geschieht das innerhalb von Stunden bis Tagen nach dem koronalen Massenausbruch.
  • Für Menschen in großen Höhen könnte es auch einen gesundheitlichen Aspekt geben. Astronauten, Vielflieger und Flugpersonal sind einer erhöhten Röntgenstrahlung ausgesetzt. Vor allem schwangere Frauen sollten dann vorsichtig sein.

Lese-Tipp: Sonnensturm trifft Erde: Droht der totale Blackout?

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(kfb)