Phänomen wurde noch nie beobachtet

Supermassive Schwarze Löcher könnten in den nächsten Jahren kollidieren

von Valerie Dörner

NASA-Simulation zur Kollision von schwarzen Löchern
Die NASA hat schon mehrere Simulationen zum Zusammenstoß von Schwarzen Löchern durchgeführt - wirklich beobachten konnte man das Phänomen allerdings noch nie.

Es wäre ein Spektakel für die Astronomie: Forschende der Ning Jiang Universität in China haben Anzeichen dafür beobachtet, dass zwei supermassive Schwarze Löcher bald miteinander kollidieren könnten – und zwar schon innerhalb der nächsten drei Jahre. Die Forschungsergebnisse sind so besonders, weil das Phänomen noch nie beobachtet werden konnte.

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Zusammenstoß könnte Explosion von Licht auslösen

Konkret geht es um die etwa 1,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entferne Galaxie SDSS J1430+2303. Bereits vor einigen Monaten veröffentlichte das Team aus China erste Hinweise darauf, dass sich inmitten dieser Galaxie möglicherweise zwei supermassive Schwarze Löcher umkreisen. Eine Kollision könnte eine „Explosion von Licht im elektromagnetischen Spektrum“ auslösen, berichtete damals das renommierte Fachjournal „Science“ auf seiner Website.

Einige Signale deuteten zwar auf die Existenz der Schwarzen Löcher und ihrer gegenseitigen Umkreisung hin. Ob sich aber wirklich zwei supermassive Schwarze Löcher inmitten der Galaxie befinden – das sei mehr als unklar und erfordere weitere Daten.

Endgültiger Beweis für Existenz der beiden supermassiven Schwarzen Löcher steht noch aus

Mittlerweile hat das Team aus China weitere Daten gesammelt und unter anderem auch Röntgenstrahlung aus der betroffenen Galaxie untersucht. Laut des Wissenschaftsmagazins „Science Alert“ wurden dabei Schwankungen der Röntgenstrahlung gemessen, die durchaus mit der Existenz von zwei supermassiven Schwarzen Löchern in Verbindung stehen könne.

Allerdings: Die entscheidenden Beweise, sogenannte „smoking guns“ für zwei sich umkreisende supermassive Schwarze Löcher, konnte das Team bislang nicht nachweisen – darum sollen weitere Beobachtungen durchgeführt werden. Noch steht also nicht endgültig fest, ob Astrophysiker rund um die Welt wirklich bald eine Sensation erleben dürfen.

Gravitationswellendetektoren können Zusammenstoß gar nicht messen

Dass Schwarze Löcher relativ regelmäßig zusammenstoßen, gilt als gesichert. Denn kommt es zur Kollision, entstehen sogenannte Gravitationswellen, die das Raum-Zeit-Gefüge verzerren. Erst 2016 konnten Wissenschaftler erstmals den Nachweis für die Existenz von Gravitationswellen erbringen – und erhielten dafür 2017 sogar den Nobelpreis für Physik. Untersucht werden die Gravitationswellen in den extra dafür gebauten Detektoren „Ligo“ in Kalifornien, „Virgo“ in Italien und „Kagra“ in Japan.

Allerdings können die Detektoren nur Gravitationswellen von „normalen“ Schwarzen Löchern mit der Masse von etwa einem Stern nachweisen – nicht die von supermassiven Schwarzen Löchern mit einer Masse von mehreren Millionen Sternen, die Gravitationswellen in viel tieferen Frequenzen aussenden. Darum ist der Nachweis für eine bevorstehende oder geschehene Kollision eben auch so schwierig – und Forschende wie das Team aus China müssen wie im jetzigen Fall auf weniger verlässliche Daten wie Röntgenstrahlung zurückgreifen.

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(vdö)