Hier wird es nochmal glatt

Temperatursturz vom Frühsommer in den Spätwinter mit Schnee und Frost

von Oliver Hantke und Carlo Pfaff

Das schöne und warme Frühlingswetter verabschiedet sich. Es wird zunehmend wolkiger und es weht dreckiger Saharastaub zu uns. Aber das ist noch nicht alles: Ab Mittwoch sinkt die Schneefallgrenze und nicht nur im Bergland fällt dann Schnee. Die Glättegefahr steigt Richtung Wochenende enorm an! Wir schauen, wann und wo es besonders gefährlich wird.

Oben im Video: Frühling macht schlapp – Frost und Schnee im Anmarsch

Was passiert da beim Wetter genau?

Das Wetter stellt sich um und schwenkt zu Tiefdruckeinfluss über. Dazu unser Meteorologe Carlo Pfaff: „Ab Mittwoch bilden sich an der französischen Mittelmeerküste und im Golf von Genua wiederholt Tiefdruckgebiete und sorgen in Süddeutschland für dichte Wolken und Regen, während im Norden Polarluft einfließt. Zum Ende der Woche wird diese Kaltluft unter Verstärkung der Luftdruckgegensätze bis in den Süden geführt und am Freitag und in der Nacht zum Samstag gehen die Niederschläge im Süden immer mehr in Schneeregen und Schnee über.“ Zudem stellt sich ein kalter und fieser Nordostwind ein.

Von fast 24 Grad mit leichtem Sommerfeeling runter zum Gefrierpunkt

Besonders krass ist der Temperatursturz im Süden. „Denn dort lagen die Höchstwerte am Montag noch bei 20 bis 23 Grad – der höchste gemessene Wert lag bei 23,8 Grad in Ihringen Baden-Württemberg. Am Freitag erwarten wir im Süden nur noch 0 bis 3 Grad am Tage,“ so Carlo Pfaff. Das sind innerhalb weniger Tage über 20 Grad Temperaturunterschied und vom gefühlten Sommer geht es tief in den nicht mehr für möglich gehaltenen Winter zurück.

Wettertrends im Blick – so entwickeln sich die Temperaturen in Deutschland und weltweit

Auch die Frostgefahr legt in den Nächten erneut zu

Deutschlandvorhersage für die Wahrscheinlichkeit von Frost und Bodenfrost am ersten Wochenende im April 2022
Das erste Aprilwochenende bringt uns verbreitet Frost, Bodenfrost und gebietsweise Glättegefahr

Wetter und Glätte am Mittwoch: Erste Flocken im Nordosten

Am Mittwoch ist es in der Südhälfte und der Mitte stark bewölkt und zeitweise fällt Regen. Nach Norden gibt es einen Wechsel aus zeitweiligem Sonnenschein und dichteren Wolken ohne viel Niederschlag. Zum Nachmittag und Abend kommen von der Ostsee und von Vorpommern Schauer auf, die teils als Schnee fallen können. Im Bergland liegt die Schneefallgrenze noch relativ hoch bei etwa 800 Meter.

Wetter und Glätte am Donnertag: Schneefallgrenze sinkt auf 500 Meter

Am Donnerstag ist es im Süden wolkenreich, dabei fällt zeitweise Regen, in den Hochlagen sinkt die Schneefallgrenze auf 500 Meter ab. In der Nordhälfte ist es heiter bis wolkig und vereinzelt fallen Regen-, Graupel- oder Schneeschauer, teils sind auch Blitz und Donner möglich.

Wetter und Glätte am Freitag: Schnee bis ins Flachland

Deutschlandvorhersage für die Schneewahrscheinlichkeit am 1. April 2022
Leider kein Aprilscherz, sondern die Prognose der Wettercomputer

Der Winter kommt ganz unten an. Denn am Freitag gibt es im Süden teils länger anhaltende und zunehmend in Schneeregen und Schnee übergehende Niederschläge. Auch von der Ostsee bis in den Norden und Westen Niedersachsens können zwischendurch aber auch mal einzelne Schnee- oder Graupelschauer fallen.

Die Glättegefahr durch Schnee und Eis steigt also stark an. Ohne Winterreifen sollte keiner mehr unterwegs sein, denn selbst im Flachland können die Straßen kurzzeitig sehr glatt werden. Da auch die Frostgefahr im ganzen Land ansteigt, kann es am Morgen neben dem Schnee überall Reifglätte oder überfrierende Nässe geben. Wer in höher gelegene Gebiete fahren muss, der sollte nicht ohne Winterausrüstung unterwegs sein!

Wetter und Glätte am Wochenende: Weiße Überraschungen am Samstagmorgen

Deutschlandvorhersage für die Schneewahrscheinlichkeit am 2. April 2022
Auch der 2. April zeigt sich zum Teil sehr spätwinterlich

Der Start ins Wochenende könnte vor allem im Süden und im Bergland mit einer weißen Überraschung starten. „Richtung Alpen könnten so zwischen 5 und 20 Zentimeter Schnee gefallen sein. In Lagen oberhalb von 1000 Metern können auch gut bis zu 50 Zentimeter zusammenkommen“, so Carlo Pfaff noch einmal. Da überall Frost berechnet wird und auch der Wind mehr als spürbar bleibt, fühlt sich das Wetter insgesamt sehr winterlich an. Denn auch im Flachland bleibt es bei einstelligen Höchstwerten am Tage und beschert uns ein ganz anderes Frühlings-Feeling als in den letzten Tagen.

Lese-Tipp: Nicht nur in Deutschland zuckt der Winter – auch in den USA trat der Polarwirbel nochmals aus

Wintergigant schwächelt - Polarwirbelprognose zeigt den Zerfall

In der Vorhersage wird die Temperatur in einigen Kilometern Höhe dargestellt. Je gleichförmiger die blauen, also kalten Bereiche zusammenhängen, umso stärker ist der Polarwirbel. Werden hingegen große Lücken und mildere Einschübe in Richtung Nordpol berechnet, dann ist der Wirbel instabiler.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(oha, apf)