Kohlekraftwerke können sinnvoll genutzt werden

Hervorragender Energiespeicher: Wie Salz ein Player bei der Energiewende wird

von Oliver Scheel

Salinen von Bonanza, Spanien, Andalusien, Sanlucar de Barrameda | Bonanza Saltworks, Spain, Andalusia, Sanlucar de Barrameda
Salz ist billig, überall vorhanden und kann dauerhaft eingesetzt werden.

Salz hat eine ganz wunderbare Eigenschaft: Es kann grünen Strom speichern und damit zu einem echten Player in der Energiewende werden. Beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum in Köln wird eine sogenannte Carnot-Batterie mit Salz betrieben. Wie das funktioniert, was die Vorzüge vom Salz sind und wieso es sogar unseren Kohlekraftwerken einer sinnvollen Weiternutzung den Weg ebnen könnte, lesen Sie hier.

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Salz hat enorm viele Vorzüge

Was tun wir, wenn der Wind auf Flaute steht und die Sonne sich zeitgleich hinter dicken Wolken verbirgt? Können wir unseren Strombedarf dann noch decken? Es herrscht Angst vor einer sogenannten Dunkelflaute, weil wir derzeit weder Sonnen- noch Windenergie wirklich gut speichern könnten. Salz könnte unser großes Problem bei den Erneuerbaren lösen: Im Zusammenspiel mit einer Carnot-Batterie.

Was aber macht das Salz, was passiert da?

Salz, genauer Nitratsalze, haben mehrere fantastische Eigenschaften, die wir uns in der Energiewende zunutze machen können:

  • Der Schmelzpunkt ist relativ niedrig.
  • Es speichert viel Wärme
  • Salz ist quasi immer und überall verfügbar und dazu billig
  • Salz kann beliebig oft aufgeheizt werden, es ist quasi ein Rohstoff, der nicht ausgeht

Testanlage steht beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum

Voraussetzung ist, dass das Salz auf etwa 300 Grad erhitzt wird, denn dann verflüssigt es sich. In diesem Zustand kann es leicht transportiert werden, indem es beispielsweise durch Rohre gepumpt wird.

Die Testanlage findet sich im DLR in Köln: TESIS (Test Facility for Thermal Energy Storage in Molten Salt) heißt die Thermobatterie, in die die Forscher große Hoffnungen stecken. Wie das DLR schreibt, könnte Salz „in künftigen Strom-Wärme-Strom-Speichern eine wichtige Säule sein. Auch bei energieintensiven Industrieprozessen, zum Beispiel in der Metall-, Zement-, oder Glasproduktion, könnten sie zukünftig verstärkt Abwärme im großen Stil aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben.“

Denn wie bereits oben beschrieben, ist flüssiges Salz ein toller Wärmespeicher. Es hält die Energie sozusagen in Form von Wärme fest. Und wenn man die Energie benötigt, erhält man über angeschlossene Turbinen den Strom, wann immer man möchte. Die ideale Batterie.

Sinnvolle Weiternutzung von Kohlekraftwerken

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Kohlekraftwerke sind die größten Dreckschleudern, die wir haben. Wenn wir sie in Flüssigsalzwärmespeicher umwandeln, können wir sie sinnvoll weiternutzen.

Das Beste aber zum Schluss: Kohlekraftwerke könnten zu Flüssigsalzwärmespeicher umgerüstet werden. Dort würde der grüne Strom als Wärme im Salz gespeichert, bzw. gelagert werden und könnte wenn nötig ins Netz eingespeist werden. Das ginge in den alten Kohlekraftwerken besonders gut, weil sowohl die Turbinen als auch die Anbindung an die Strom-Infrastruktur bereits vorhanden sind.

Alternativ kann die im Salz gespeicherte Wärme auch ins Fernwärmenetz eingespeist werden. Das Salz ist also eine echte Wunderwaffe bei der Speicherung Erneuerbarer Energien.

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(osc)