Starker Anfang, schlappes Ende

Wetter-Prognose für den Sommer 2020: Müssen wir Dürre & Hitze rechnen?

Eine spannende Geschichte rund um die Fakten für den Sommer 2020

Der Sommer steht vor der Tür. Zumindest geht es meteorologisch ja bereits am 1. Juni ins Rennen. Doch gerade in der Langstrecke könnte der Sommer 2020 ein Problem haben. Nimmt man die experimentellen Langfristprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes nämlich zu Grundlage, dann fällt auf, dass der Sommer 2020 kein Ausdauerläufer in Sachen Hitze ist. Hier die aktuelle Übersicht zum Sommertrend mit allen wichtigen Fakten und Prognosen.

Im Video oben sehen Sie, wie sich die Feuerwehr auf einen möglichen Dürresommer 2020 vorbereitet.

Trockenheit und Dürre sind auch im Sommer 2020 ein Problem

Vorweg geschickt: Egal, wie nass der Sommer werden sollte, wir haben ein Trockenheitsproblem. Das hat sich über die letzten zwei Jahre aufgebaut und wurde leider auch durch den zweitnassesten Februar aller Zeiten nicht aufgefangen. Denn der brachte zwar im Boden endlich mal nennenswerte Feuchtigkeit. Allerdings sorgte der sonnigste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sowie der ausbleibende Regen dafür, dass unserer Natur das Wasser beim entscheidenden Wachstum im Frühjahr fehlte. Auch erste Waldbrände sowie extreme Trockenheit in der Landwirtschaft gab es dadurch schon sehr früh im Jahr zu beklagen. 

Die Abweichung des Regens für die Sommermonate Juni, Juli und August. Demnach wäre es im Norden zu trocken. Ansonsten berechnet der Amerikanische Wetterdienst mehr Regen.
Die Abweichung des Regens für die Sommermonate Juni, Juli und August. In vielen Landesteilen könnte die Regenbilanz unterdurchschnittlich bleiben. © RTL Interactive, NOAA

So viel Regen können wir im Sommer 2020 erwarten

Es gibt nur wenig belastbare Vorhersagen, die sich über Wochen oder gar Monate hinaus erstrecken. Eine Option ist die experimentelle Langfristprognose des amerikanischen Wetterdienstes NOAA. Und die sieht für Deutschland so aus: Der Juni im Norden zu trocken, der Süden teils sogar zu nass. Der Juli wäre demnach eigentlich überall zu trocken, bevor sich der August ausgeglichen zeigen soll. Kurzum: Vom äußersten Süden mal abgesehen, wo es häufiger nass werden könnte, bleibt die Trockenheit ein Problem. Zumindest in den tiefer gelegenen Bodenschichten, wo selbst ein ausgeglichener Regenhaushalt kaum positive Auswirkungen haben dürfte.

Müssen wir erneut mit einer Hitzewelle rechnen?

Dass wir nochmals an den Fabelrekord von 42,6 Grad reichen, ist ziemlich ausgeschlossen. Dafür war die Hitzewelle aus dem Juli 2019 viel zu außergewöhnlich. Dass wir allerdings einen erneut zu warmen Sommer vor uns haben, ist in Zeiten des Klimawandels leider normal. So liegt der letzte zu kalte Sommer über 30 Jahre zurück. 

 Trockenheit in der Landwirtschaft Landwirtschaft: Vorbereitung der Aussaat auf einem Acker in Langenberg. Ein Landwirt bringt mit seinem Traktor Gülle auf seinem trockenen Feld aus. Es staubt. Das außerordentlich schöne Frühlingswetter macht Bauern
Im Sommer ist das trockene Wetter gar nicht schlimm. Doch gerade im Frühjahr wird der Regen dringend gebraucht. Ansonsten drohen erneut massive Ernteausfälle. © imago images/Kirchner-Media, Inderlied/Kirchner-Media via www.imago-images.de, www.imago-images.de

So warm wird das Sommer-Wetter 2020

Auch bei den Temperaturen hilft uns nur der Blick auf die Langfrostprognosen aus den USA. Ein Ausreißer nach oben ist dabei – und das gilt für die Monate von Mai bis Oktober - nur der Juni 2020. Alle anderen Monate werden tendenziell eher durchschnittlich vorhergesagt. Dazu RTL-Meteorologe Christian Häckl: „Hitzemäßig könnte also der Juni (ähnlich wie im letzten Jahr) der heißeste, sonnigste und trockenste Monat des Sommers werden mit vielen heißen Hochs“. Der Juli sieht nicht mehr so heiß aus – der August eher gemäßigt.“

Nach den aktuellen Berechnungen der experimentellen Langfristprognosen dürfte der Hochsommer vor allem im Juni stattfinden. Der könnte nämlich deutlich zu warm ausfallen.
Nach den aktuellen Berechnungen der experimentellen Langfristprognosen dürfte der Hochsommer vor allem im Juni stattfinden. Der könnte nämlich deutlich zu warm ausfallen. © RTL Interactive, NOAA

Fazit: Sommer zu warm, Probleme mit der Trockenheit bleiben

Häckl zum Thema Trockenheit: „Dürremäßig deuten derzeit alle Zeichen auf ein neues Dürrejahr hin: Kaum Regen im April, in der Nordhälfte Deutschlands auch kaum Regen im Mai – der Juni weiterhin eher zu trocken und vor allem auch zu warm – damit viel Verdunstung und schnell anwachsende Dürre.“ Bei den Temperaturen ist die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Sommer ebenfalls groß. Allerdings sind die extremen Spitzen vom letzten Jahr eher nicht zu erwarten.

Behalten Sie die Wetterprognosen im Auge

Gerade bei wechselhaftem Wetter sollten Sie stets die aktuellsten Wetter-Prognosen zu Rate ziehen. Laden Sie dafür die wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.

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