Unwetter Europa: Orkantief Sabine fordert mehrere Tote

Sturm Sabine fordert Tote in Polen, Großbritannien und in Schweden +++ 100.000 Menschen in Tschechien, 130.000 in Frankreich ohne Strom

Das Orkantief "Sabine" hat in fast in ganz Europa gewütet und mindestens fünf Tote gefordert. In Schweden kenterten am Sonntag zwei Angler mit ihrem Boot - einer starb, nach dem anderen wurde am Montagmorgen noch gesucht. In Polen hat das Orkantief zwei Menschenleben gefordert: Eine Frau und ihre Tochter wurden auf einem Parkplatz von herabfallenden Dachteilen erschlagen. Ein weiteres Todesopfer wurde aus Großbritannien gemeldet. ein Autofahrer ist in Südengland durch einen umstürzenden Baum ums Leben gekommen. In der Schweiz kollidierte ein 36-jähriger Autofahrer mit einem Anhänger, der wohl vom Sturm auf die Gegenfahrbahn gedrückt wurde.

Rund 100.000 Menschen sind in Tschechien ohne Strom, 130.000 in Frankreich. Was bei uns "Sabine" ist, ist auf den Britischen Inseln "Ciara". Der Sturm hat dort ordentlich gewütet, genau wie in Belgien, Frankreich, Tschchien, Sandinavien und in den Niederlanden. 

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Orkan"Sabine" hat auch Österreich und Schweiz getroffen

A plane of Swiss Airlines makes a go-around after trying to land during storm
Flugzeuge hatten auch in Zürich Probleme. Einige Flüge wurden annulliert. © REUTERS, ARND WIEGMANN, AW

"Sabine" hat auch in Österreich und der Schweiz für Beeinträchtigungen im Flug-, Bahn- und Straßenverkehr gesorgt. In der schweizerischen Gemeinde Wald krachte eine S-Bahn am Montagmorgen in einen umgestürzten Baum. Verletzt wurde niemand. Ein ähnlicher Unfall ereignete sich am Sonntagabend in Moutier im Kanton Bern, auch dort gab es keine Verletzten.
 
An den Flughäfen Zürich, Basel-Mülhausen und Wien fielen durch den Sturm seit Sonntagabend zahlreiche Flüge aus: In Zürich wurden für Montagvormittag rund 100 Starts und Landungen abgesagt, in Wien etwa 30 von rund 600. Flugzeuge mussten zudem am Flughafen Zürich beim Landeversuch durchstarten.

Ein schweizer Autofahrer starb bei einem Verkehrsunfall, der nach Angaben der Polizei wahrscheinlich durch starken Wind ausgelöst wurde. Wie die Kantonspolizei Freiburg mitteilte, geriet der Anhänger eines 35-Jährigen auf die Gegenfahrbahn und krachte dort mit dem Auto eines 36-Jährigen zusammen. Die Einsatzkräfte konnten nur noch den Tod des 36-Jährigen feststellen. Die Polizei geht nach ersten Ermittlungen davon aus, dass der Anhänger durch den Sturm auf die Gegenfahrbahn gedrückt wurde.

In beiden Alpenländern wurden Bahnstrecken gesperrt, Busse fielen aus und Bäume stürzten auf zahlreiche Straßen. In Österreich wurden vorsorglich viele Zoos, Parkanlagen und teils auch Friedhöfe gesperrt. 

Orkantief in Tschechien: Rund 100 000 Haushalte ohne Strom

 Firefighters prepare support for a shifted roof after storm Ciara Sabine is seen on Monday, February 10, 2020, in Kladno, Czech Republic. CTKxPhoto/OndrejxDeml CTKPhotoP202002100502001 dml
Dieses Dach ist nicht mehr zu retten. © imago images/CTK Photo, Ondrej Deml via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Das Orkantief "Sabine" ist am Montag auch über Tschechien hinweggefegt. Rund 100 000 Haushalte waren ohne Elektrizität, weil Stromleitungen durch umstürzende Bäume beschädigt wurden. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Straßen freizuräumen und Dächer zu sichern. Im Bahnverkehr kam es zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen. Unterbrochen waren unter anderem die Verbindungen zwischen Cheb (Eger) und Hof im Nordosten von Bayern.

Der Orkan erreichte auf der 1603 Meter hohen Schneekoppe (Snezka) im Riesengebirge eine Spitzengeschwindigkeit von 180 Kilometern pro Stunde. Zahlreiche Schulen, öffentliche Parks und Zoologische Gärten blieben als Vorsichtsmaßnahme geschlossen.

Tschechien: zerstörtes Haus in Kladno

Mindestens ein Toter durch Sturmtief in Skandinavien

Das Sturmtief hat auch im Norden Europas zu Stromausfällen und Behinderungen im Flug- und Zugverkehr geführt. Einen schweren Unfall gab es auf einem See in der schwedischen Gemeinde Svenljunga: Hier kenterten am Sonntag zwei Angler mit ihrem Boot - einer starb, nach dem anderen wurde am Montagmorgen noch gesucht.

In Norwegen und Schweden mussten sowohl am Sonntag als auch am Montag zahlreiche Flüge gestrichen werden. Fähren blieben im Hafen und Zugverbindungen wurden eingestellt. Auch die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden war wegen starken Windes bis Mitternacht gesperrt.

An der dänischen und an der norwegischen Westküste fürchtet man nun Überschwemmungen. Für Montagabend warnte das Dänische Meteorologische Institut vor Wasserständen bis zu 3,5 Meter über normal.

Schäden in Den Haag in den Niederlanden +++ 130.000 Haushalte in Frankreich ohne Strom

In den Niederlanden sind Straßen durch umgestürzte Bäume gesperrt. Bilder erreichten uns aus der Nähe von Den Haag.

Wegen des Sturmtiefs sind in Frankreich Zehntausende Haushalte ohne Strom. Der Sturm habe zu Stromausfällen in rund 130.000 Haushalten in Nord- und Ostfrankreich sowie im Großraum Paris geführt. In Nord- und Ostfrankreich wurden zahlreiche Verbindungen mit Regionalzügen gestrichen.

Heftige Bilder aus Wales

Im walisischen Strandort Aberytwyth an der Irischen See klatschte der Orkan mit unfassbarer Wucht auf die Küste.

Bistrowand stürzt wegen Orkan "Ciara" spektakulär ein

Im schottischen Hawick ist das Gebäude eines Bistros in sich zusammengefallen. Sturmtief Ciara (Sabine) und der Hochwasser führende Fluss Teviot hatten an dem ufernah gelegnenen „Sonia's Bistro“ genagt und schließlich die Rückwand einstürzen lassen. Offenbar war jedoch niemand zu dieser Zeit in den Zimmern des Gebäudes. Berichte über Verletzte bleiben Fehlanzeige.

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