Hitze oder Blitze?

Kalter Monatswechsel - Was das über den Sommer aussagt

von Karim Belbachir und Carlo Pfaff

Mit dem 1. Juni beginnt meteorologisch auch der erste Sommermonat. Davon war zuletzt aufgrund der Frostnächte und den mittelprächtigen Temperaturen jedoch wenig zu spüren. Ob das ein Omen für die kommende Sommerzeit ist, schauen wir uns zusammen mit wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff an.

Sommermotor stottert zum Start

ARCHIV - Genüßlich verspeist diese Berlinerin bei Temperaturen um 34 Grad Celsius am Samstag (03.07.2010) in Berlin ein Speiseeis. Der Sommer steht vor der Tür, und nicht nur Badenixen und Sonnenanbeter können ihn kaum erwarten - auch die Eisherstell
Für das eine oder andere Eis wird das Wetter in diesem Sommer schon warm genug werden.

Vom Sommerbeginn erwarten wir eigentlich was anderes vom Wetter, als es zur Zeit gibt. Wenn am 1. Juni der meteorologische Sommer startet, liegen die Temperaturen noch unter der sommerlichen Marke von 25 Grad – meistens jedenfalls. Am südlichen Oberrhein sind die Chancen, die 25 zu knacken, noch am höchsten. Ansonsten krebsen die Gradzahlen eher unter 20 Grad herum. Der Motor stottert also noch etwas.

Etwas besser sieht es am Donnerstag aus. Die Tiefs im Norden und Osten haben sich ausgetobt. Ein paar Schauer ziehen noch durch und der Wind frischt vorübergehend auf, dahinter stellen sich aber sonnige Abschnitte ein. In Alpennähe ist es bereits schwül und gewittrig, vom Westen bis zur Donau gibt es aber in angenehmer Luft viel Sonnenschein. Danach wird es bereits schon wieder ungemütlich, denn mit der schwülen Luft im Süden steigt am Freitag auch die Unwettergefahr. Das sieht auch an Pfingsten nicht viel besser aus.

Lese-Tipp: Meteorologisch und kalendarisch - wann ist eigentlich Sommeranfang?

Pfingstwochenende mit Gewitter und Regenschauern

 Schweres Unwetter zieht über Essen Ein Unwetter mit vereinzelten Sturmböen, Gewitter und heftigen Starkregen über dem Ruhrgebiet. Essen Nordrhein-Westfalen Deutschland Überruhr *** Severe thunderstorm moves over Essen A storm with isolated squalls,
Gerade am Pfingstwochenende sind noch einige Gewitter in den Prognosen.

Zwar gehen die Temperaturen am Freitag nochmal hoch, aber richtig sommerlich sieht es meist nicht aus. Das liegt vor allem an den Gewittern, die es dann ab Freitag gibt. Diese nehmen zu im Verlauf des Pfingstwochenendes, während die Temperaturen abnehmen. Gerade in Süddeutschland eignet sich das Wetter wegen der Gewitter und Regenschauer nicht für Ausflüge. Es droht sogar Unwettergefahr.

„Pfingsten sind noch Schauer und Gewitter dabei. Der Sommer hat also noch Startschwierigkeiten, aber nach Pfingsten sieht es so aus als wenn wir zumindest wieder Sommerniveau erreichen“ erklärt wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff.

Sommer Prognose: Hitzespitzen nicht ausgeschlossen

Abweichung Sommer 2022 für die Monate Juni, Juli und August
Für die Sommermonate Juni bis August sieht der amerikanische Wetterdienst eine Abweichung von +1 Grad.

Laut den Prognosen des amerikanischen Wettermodells sieht es nach einem durchschnittlichen Juni aus. Die Temperaturen halten sich im normalen Bereich auf und auch in Sachen Niederschlag sieht es ähnlich aus. Es wird zwar warm, aber einige Regenschauer werden schon dabei sein. Alles scheint also möglich. Pfaff sieht die guten Seiten daran: „Es sieht eher nach einem durchwachsenen Juni aus, aber ein weiterer Dürresommer ist erstmal nicht in Sicht.“

Für die Monate Juli und August geht es weiter auf einem eher durchschnittlichen Niveau. Die Temperaturen könnten etwas höher als im Referenzzeitraum 1991 und 2020 liegen. Gerade Norddeutschland könnte rund 2 Grad im Juli drüber liegen. Hitzespitzen sind also nicht ausgeschlossen, allerdings können gerade in dieser Zeit auch immer mal Unwetter dabei sein. Wem das als Sommer noch nicht reicht, der braucht nicht weit in den Süden Europas zu fahren. Dort könnte es in diesem Sommer sehr heiß werden.

Klimacheck für den Sommer in Deutschland

  • meteorologischer Sommeranfang ist der 1. Juni, das Ende ist am 31. August
  • in dieser Zeit bekommen wir im Deutschlandschnitt normalerweise um die 230 Liter Regen pro Quadratmeter
  • in Sachen Sonnenschein ergattert jeder Sommermonat im Schnitt um die 210 Sonnenstunden, so dass es am Ende gerne mal um die 630 Stunden Sonne sind
  • besonders heiße Sommer waren beispielsweise der Sommer 2003 (Durchschnittstemperatur über 19,5 Grad) oder die Sommer 2018 und 2019 (im Mittel knapp 19,3 Grad)
  • außergewöhnliche Trockenheit brachten uns in Summe unter anderem ebenfalls die Sommermonate in den Jahren 2003, 2018 und 2019
  • sehr nass verliefen zum Beispiel die Sommer 2011, 2017 oder 2021. Aber auch in den Sommern 2015 oder 2016 gab es regional etliche regenintensive Unwetterlagen
  • die heißeste Phase mit vielen Stationen von um die 40 Grad und mehr erlebten wir im Juli 2019 als mit 41,2 Grad in Duisburg-Baerl auch der aktuelle deutsche Hitzerekord aufgestellt wurde

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legenkönnen wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Dieser wird täglich aktualisiert. Falls Sie weiter in die Zukunft schauen möchten, ist der 42-Tage-Wettertrend eine Option. Dort schauen wir uns an, was auf uns in den kommenden Wochen zukommt. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

Damit Sie auch unterwegs kein Wetter mehr verpassen, empfehlen wir unsere wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte.

Wüstenstaat Deutschland - Die Doku im Online Stream auf RTL+

(kfb)