Sind Holz und Lehm besser?

Wie klimafreundlich alternative Baustoffe wirklich sind

von Karim Belbachir

In Zeiten des Klimawandels gerät auch die Baubranche in den Fokus. Gerade die Herstellung und Nutzung von Beton gilt als Klimakiller. Es gibt aber Alternativen für den Hausbau. Wir stellen einige vor und schauen, wie klimafreundlich sie wirklich sind.

Bauindustrie schaut nach Alternativen

Alternative Baustelle: Was können Stahl, Holz und Lehm statt Beton?
Beim Abriss von Gebäuden fällt eine Menge Abfall an. Bauschutt stellt bis zu 60 Prozent des Abfalls dar.

Die Baubranche in Deutschland stellt sich langsam darauf ein, andere Materialien als Beton beim Hausbau zu nutzen. Die Branche gilt laut einem UN-Bericht verantwortlich für 38 Prozent der CO2-Emissionen. Das meiste davon kommt bei der Herstellung des Zements zusammen. Die Bauindustrie hat das erkannt und versucht ihrerseits neue Baustoffe zu finden und Beton effizienter zu nutzen. Auch eine neue Zementart wird in ihrer Studie als Möglichkeit genannt. Es gibt auch Ideen, ganz auf Beton zu verzichten.

Eine dieser Ideen sind Stahlelemente als Basis von Stahl- oder Holzkonstruktionen. Dafür werden stählerne Anker in den Boden gebohrt, um als Fundamente zu dienen. Dadurch würde zumindest schon mal das Betonfundament wegfallen.

Baulehm und Holz als Baumaterialien

Schaufel in flüssigem Lehm: Was taugt Baulehm als Ersatz für Beton?
Eine Schaufel in flüssigem Lehm: Baulehm kann eine Alternative zu Beton sein.

Als Ersatz für den Beton könnte Lehm eine Alternative darstellen. Als Bindemittel, aber auch Baumaterial eignet sich Lehm gut und wird schon seit Jahrhunderten als Baumaterial genutzt. Zusammen mit Stroh ergibt es auch guten Putz. Strohlehm wird häufig zur Sanierung von Fachwerkhäusern genutzt. Stampflehm wird außerdem für nichttragende Wandelemente verwendet. Ein Nachteil von Lehm ist seine mangelnde Langlebigkeit. Um der Witterung besser standhalten zu können, müssten Schutzmittel eingesetzt werden. Noch ist Baulehm allerdings recht teuer, da seine Verwendung die Ausnahme bleibt. Außerdem bleibt offen, wie umweltfreundlich Baulehm und Tonmaterialien wirklich sind, da sie im Tagebau gefördert werden.

Ein weiteres Baumaterial stellt Holz dar. Bei diesem regenerativen Rohstoff kann die Emission von Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Dafür müssten allerdings ein paar Dinge vorausgesetzt werden. Zum Einen sollte das Holz aus der Region kommen, damit für den Transport nicht weiterer Kohlenstoffdioxid freigesetzt wird. Zum anderen müsste nach dem Abriss des Hauses sichergestellt werden, dass das Holz nicht verbrannt wird. Auch das würde wieder CO2-Emissionen freisetzen.

Elektrodynamische Defragmentierung als Ausweg?

Ob es in kürzester Zeit ohne Beton geht, bleibt abzuwarten. Wichtiger erscheint beim Abriss von Gebäuden die Materialien wiederverwenden zu können. Das müsste bereits beim Bau neuer Häuser eingeplant werden. Die Bauindustrie versucht auch, alten Beton zu recyceln. Dafür müssten die Baustoffe in ihre Einzelteile zerlegt werden. Dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik zufolge ist elektrodynamische Defragmentierung eine Möglichkeit, wieder gleichwertige Materialien aus beispielsweise Altbeton zu gewinnen: „Mit der elektrodynamischen Fragmentierung ist es möglich, verschiedenste Verbundmaterialien (z.B. Altbeton, Müllverbrennungsschlacke) selektiv aufzutrennen und somit die einzelnen Komponenten effizient zurückzugewinnen“, heißt es auf seiner Homepage.

Das Ziel ist es, die alten Baustoffe so zu recyceln, dass sie dieselbe Qualität haben wie beim ersten Mal, als sie verbaut wurden. Es entsteht ein Kreislauf, der auf Dauer wesentlich umweltschonender ist. Das war bisher nicht der Fall, so dass Bauschutt noch immer bis zu 60 Prozent des Abfalls ausmachen.

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(kfb)