300-mal schlimmer als CO2

Lachgas ist fürs Klima gar nicht lustig

von Bernd Fuchs und Letizia Vecchio

Neben CO2 und Methan gibt es noch ein weiteres Gas, das sogar sehr massiv zum Treibhauseffekt beiträgt. Lachgas. Lachgas ist die sehr umgangssprachliche Bezeichnung für DISTICKSTOFFMONOXID. Da dieses Gas in der Medizin aber zur Betäubung eingesetzt wird und dabei stimmungsaufhellend wirkt, hat sich eben der Begriff Lachgas durchgesetzt. In der Atmosphäre ist Lachgas aber nix zum Lachen, denn es ist 300-mal klimaschädlicher als CO2. Bernd Fuchs erklärt, wo Lachgas entsteht.

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Lachgas in Landwirtschaft, Medizin und beim Torfabbau

„Den CO2-Ausstoß senken“ – das ist die Devise Nummer 1 im Kampf gegen die Klimakrise. Dass Kohlenstoffdioxid aber nicht das klimaschädlichste Treibhausgas ist, wissen die wenigsten. Dickstoffmonoxid, umgangssprachlich als Lachgas bezeichnet, hat nämlich einen 300-mal stärkeren Treibhauseffekt als CO2. Warum wissen wir dann nicht längst mehr darüber? Vielleicht, weil es – anders als das viel besprochene CO2- nur in relativ wenigen Kontexten ausgestoßen wird: Nämlich in der durch Überdüngung in der Landwirtschaft, in der Medizin als Narkosemittel (siehe Video) und vor allem bei der Trockenlegung von Mooren.

Entwicklung der Treibhausgasemissionen nach ausgewählten Gasen in Deutschland im Zeitraum von 1990 bis 2020.

Entwicklung der Treibhausgasemissionen nach ausgewählten Gasen in Deutschland im Zeitraum von 1990 bis 2020.
Der Trend zeigt nach unten - zumindest in Deutschland.

Lachgas-Emissionen: Trockenlegung von Mooren ist am schlimmsten

Immer wenn Moore entwässert werden, ist das aus verschiedenen Gründen schlecht: Einerseits, weil damit komplette Ökosysteme und die darin lebenden Tier- und Pflanzenarten zunichte gemacht werden. Andererseits aber auch deshalb, weil bei der Trockenlegung erhebliche Mengen an dort gespeicherten Treibhausgasen wie CO2 und eben auch an Lachgas in die Atmosphäre gelangen. Einmal dort oben angelangt, wandeln die Gase die einfallenden Sonnenstrahlen in Wärme um – und sorgen damit dafür, dass es auf Dauer die Temperaturen auf der Erde steigen.

Mittlerweile geht man davon aus, dass die Trockenlegung von Mooren die weltweiten Lachgas-Emissionen am stärksten in die Höhe treibt: 72% des Lachgas-Anteils in der Atmosphäre sollen laut NABU nur darauf zurückgehen, die Landwirtschaft hat also einen deutlich kleineren Einfluss darauf.

Wie Sie Lachgas-Ausstoß vermeiden können

Auch wenn es bisher keinen Lachgas-Fußabdruck gibt: Wer ein paar einfache Dinge bedenkt, kann indirekt ganz einfach die Lachgas-Emissionen senken:

  • Greifen Sie bei Ihrem nächsten Besuch im Garten-Center zu torffreier Erde. Torf wird nämlich aus trockengelegten Mooren gewonnen.
  • Schlagen Sie Ihre Sahne demnächst selber – denn in Sprühsahne-Flaschen kommt Lachgas ebenfalls vor.
  • Kaufen Sie Bio-Gemüse: Dabei ist der Anbau von künstlichem Dünger verboten, die Gefahr einer Überdüngung besteht also nicht.

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(eve, bfu)