Wer CO2 spart, spart auch Geld

Klimafreundlich heizen: wie geht das?

von Oliver Scheel

Die Sache mit den Heizkosten ist gerade ein Riesenthema. Denn Öl- und Gaspreise gehen wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine durch die Decke. Viele Familien kommen an ihre finanziellen Grenzen. Glücklicherweise geht die Heizperiode nun zu Ende, aber der nächste Winter kommt bestimmt und es bleibt die Frage: Wird Energie je wieder günstig? Und was kann ich als Verbraucher tun?

Um es kurz zu machen: Sie können eine ganze Menge tun und eine warme Wohnung muss nicht schmerzhaft teuer sein. Hier die Tipps.

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Riesiges Sparpotenzial überall vorhanden: Öl-Heizung muss weg

Besonders wichtige Punkte beim Heizen sind natürlich die Heizanlage und der dafür benötigte Energieträger. Eine entscheidende Rolle spielen auch die Dämmung des Hauses und das Nutzerverhalten. Das Sparpotenzial ist enorm und zwar sowohl beim Geld als auch bei den Treibhausgasen.

Wer wirklich klimafreundlich heizen will, braucht dafür eine effiziente und moderne Heizungsanlage, die auf fossile Brennstoffe so weit wie möglich verzichtet. Kurz gesagt: Öl ist eine Katastrophe und zwar für ihren Geldbeutel und für die Umwelt.

Was tun also? Die Öl-Heizung sollte raus. Denn alleine durch die steigende CO2-Abgabe wird Öl nie wieder billig. Und neue reine Öl-Heizungen einzubauen wird zum 1. Januar 2025 sowieso verboten. Jede neue Heizung muss ab diesem Stichtag mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien einkoppeln. Und sonst?

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Kurz und knapp die besten Tipps: Eine gute Dämmung ist eminent wichtig

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Diese Dusche kostet kaum Energie und setzt auch kein CO2 frei. Wird aber nicht jedem gefallen. Ein Sparduschkopf spart aber die Hälfte des Wassers und damit der Wärmeenergie.
  • Was wirklich hilft, ist eine gute Dämmung, denn die senkt den Energieverbrauch und spart somit CO2 ein. Klimafreundliches Heizen geht am besten über energetische Dämmung. Besonders wichtig dabei ist, das oberste Geschoss und das Dach zu dämmen. Damit sind locker 7 Prozent Energieersparnis drin.
  • Noch mehr, nämlich bis zu 20 Prozent Ersparnis sind drin, wenn Sie ein vernünftiges und sparsames Nutzerverhalten an den Tag legen. Allein ein Grad weniger bei der Raumtemperatur bringt etwa 6 Prozent Energie-Ersparnis. Das werden Sie im Raum kaum bemerken, an Ihrer Rechnung schon.
  • Und ein weiterer sehr billiger und unglaublich effizienter Kniff hilft beim Geld und CO2 sparen: Verwenden Sie beim Duschen einfach einen Sparduschkopf. Denn damit lässt sich der Warmwasserverbrauch glatt halbieren. Und: Wer duscht anstatt zu baden, tut etwas fürs Geld und für die Umwelt, denn beim Baden wird viel zu viel Wasser verschwendet.
  • Auch LED-Lampen helfen. Gemeinsam mit energieeffizienten Elektrogeräten (achten Sie auf A+++ oder wenigstens A+) ist eine enorme Einsparung drin. Solche Geräte mögen in der Anschaffung ein wenig teurer sein, aber durch die Ersparnis bei den Stromkosten ist dieses Geld schnell kompensiert.
  • Wer seine Heizungsrohre dämmt, kann auch viel Geld und Energie sparen. Denn bereits auf dem Weg zum Heizkörper geht enorm viel Wärmeenergie verloren. Im Baumarkt gibt es Dämmmaterial für wenig Geld, das eine große Effizienz erzielt.

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Erneuerbare Energien werden nicht teurer - fossile Energien aber auf jeden Fall

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Solarthermie ist günstig und effizient.

Öl ist der Energieträger, der das meiste CO2 in die Atmosphäre treibt. Besser ist tatsächlich Gas, aber die Frage ist, wie viel Gas uns im kommenden Winter wirklich zur Verfügung steht. Daher ist der Umbau auf Erneuerbare Energien einfach sehr klug. Natürlich gilt es, die Investitionskosten in den Blick zu nehmen.

Eine Wärmepumpe, die mit Ökostrom betrieben wird, ist sicherlich für das Klima, aber auch für den Geldbeutel, das Allerbeste. Das Problem ist, dass Deutschland die Fachkräfte fehlen und der Einbau sich sehr lange hinziehen kann. Und in großen Mehrfamilienhäusern ist der Einbau einer Wärmepumpe nicht ganz einfach. Dafür ist sicher, dass Erneuerbare Energien nicht den Preissteigerungen unterliegen, die fossile Brennstoffe haben. Zum Einen, weil die Technologien besser und damit billiger werden, zum Anderen weil sie nicht der CO2-Bepreisung unterliegen.

Auch Solarthermie ist eine gute Alternative. Dabei erwärmt die Sonne das Wasser, das wir zum Heizen oder in der Küche und im Bad benötigen. Auch hier könnte der Fachkräftemangel einen Strich durch die Rechnung machen. Dennoch soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass Solarthermie auch kurzfristig gut umzusetzen und nicht mit hohen Kosten verbunden ist: Für Heizung und Warmwasser benötigen Sie pro Person etwa 1,5 Quadratmeter Fläche für einen Flachkollektor. Die gibt es schon ab etwa 300 Euro pro Quadratmeter – eine überschaubare Investition also.

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Und zum Schluss: Das kann eine Brennwertheizung

 Junger Heizungs Techniker in Heizraum bei Heizanlage, MR: YES McPBBO *** Young heating technician in boiler room at Heizanlage, MR YES McPBBO McPBBO
Eine moderne Heizung spart Geld und hilft beim Kampf gegen die Klimakrise. Ein Problem ist tatsächlich der Fachkräftemangel.

Auch mit einer Brennwertheizung lässt sich Energie sparen. Denn anders als bei herkömmlichen Kesseln hält die Brennwertheizung die Energie fest und lässt sie nicht entweichen. Zunächst nutzt die Heizung die Hitze, die beim Verbrennen des Energieträgers entsteht. Dabei entsteht allerdings auch Wasserdampf und der wird in den Kessel zurückgeführt und genutzt. Das führt im Ergebnis zu einer Ersparnis.

Energieberater helfen Ihnen bei der Auswahl der vielen Möglichkeiten, die es gibt. Viele Maßnahmen werden auch staatlich gefördert.

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(osc)