Kein Strom, Ernteausfälle, kein Wasser für den Pool

Klima-Vorhersage des DWD: Europa fällt trocken - Dürre bis September

Kaum bis kein Regen im Sommer, zu wenig Regen im Winter – dieses Bild zeichnet auch der nicht zu Übertreibungen neigende Deutsche Wetterdienst (DWD) für die nächsten Jahre in Europa. Anlass der neuen Studie ist die anhaltende Trockenheit in großen Teilen des Kontinents. Und es wird noch schlimmer: Auch in den nächsten drei Monaten wird wohl weitgehend Dürre herrschen.

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Trockenheit in Europa und die fatalen Folgen

Wir berichten gerade häufig über die Trockenheit und ihre Folgen in einigen Regionen Europas. Um nur einige Probleme zu nennen, die auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner gerade veröffentlichten Studie zur Trockenheit in Europa 2022 aufzählt:

  • Es gibt Einschränkungen für die Wassernutzung (s. auch Video oben).
  • Einzelne Orte sind ganz von der Wasserversorgung abgeschnitten.
  • Wasserstände sinken mit drohenden Beschränkungen für den Schiffsverkehr und Problemen bei der Fischerei.
  • Wasserkraftwerke sind nicht oder nur eingeschränkt funktionsfähig.
  • Ernteausfälle werden gemeldet oder zumindest erwartet.


Besonders prekär ist die Lage in Norditalien geworden, insbesondere in der Poebene. Auch in Deutschland hat sich die Trockenheit bereits ausgewirkt, sowohl in der Landwirtschaft als auch auf die Wasserpegel einzelner Flüsse. Zahlreiche Städte und Kreise haben die Wasserentnahme aus Flüssen, Bächen oder Seen auf bestimmte Tageszeiten beschränkt oder ganz untersagt.

Trockene Sommer plus Niederschlagsmangel im Winter

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Die Ernte ist hin - vertrocknete Blumenkohl-Pflanzen.

Diese Szenarien werden wohl zur Normalität, belegt die erwähnte Studie des DWD. Trockene Sommer gepaart mit Niederschlagsmangel im Winter werden den Mittelmeerraum, Mittel- und vor allem Westeuropa prägen. In diesem Jahr 2022 hatten bisher nur das Baltikum und Skandinavien nicht zu wenig Niederschläge in den vergangenen Monaten.

Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Das saisonale Klimavorhersagesystem des DWD sagt für die nächsten drei Monate Juli bis September in weiten Teilen Europas trockenere Zustände im Vergleich zum vieljährigen Mittel von 1991-2020 voraus.

So trocken waren die letzten Jahre in Deutschland

Staubige Zukunftsaussichten für Europa

Auch der der Weltklimarat IPCC hat in seinem sechsten Sachstandsbericht sehr trockene Aussichten für Europa:

  • Der Kontinent wird insgesamt wärmer.
  • In der Mittelmeerregion wird es besonders im Sommer trockener.
  • Bei Simulationen mit einer noch stärkeren globalen Erwärmung werden dort auch die Winter trockener.
  • Zudem dehnt sich dann die Trockenheit auch in die mittleren Breiten aus, vor allem nach Westeuropa.
  • Im Winter könnten die Niederschläge in den mittleren Breiten eher zunehmen.

Zusammenfassende Fakten

Drohnenansicht des Flusses Po in San Giorgio Piacentino, am 20. Juni 2022. Teile des Flusses Po, Italiens längster Fluss und größtes Süßwasserreservoir des Landes, drohen während der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren auszutrocknen.
Der Po wird zur Sandbank: Die aktuelle Hitze- und Dürreperiode macht Italiens längstem Fluss zu schaffen.
  • Einige Teile in Europa, darunter Norditalien waren auch im davorliegenden Winter trocken.
  • Die Trockenheit war verbreitet mit relativ hohen Temperaturen verbunden.
  • In der zentralen Mittelmeerregion war das Frühjahr das vierttrockenste seit 1901.
  • In Deutschland waren fast alle Frühjahre seit 2009 zu trocken.

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(ctr mit DWD)