Finanzierung fossiler Brennstoffe 2022 beenden - Deutschland fehlt

"Energy Day" bei COP26: Der Gipfel gibt Gas beim Kohleausstieg

Peinlich: Deutschland gehört nicht zu den Unterzeichnerstaaten

Das ist eine echter Meilenstein, der da beim Klimagipfel in Glasgow verkündet wurde: Wichtige Länder wie die USA und Großbritannien wollen nicht länger in fossile Brennstoffe investieren, sondern das Geld in grüne Energie umleiten. Deutschland gehört nicht zu den Unterzeichnern und erntet dafür von Aktivisten und internationalen Politkern viel Kritik. Außerdem haben am sogenannten „Energy Day“auf der COP26 18 Staaten zugesagt, den Betrieb ihrer Kohlekraftwerke auslaufen zu lassen und nicht in neue zu investieren. Darunter das Kohleland Polen.

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Geld wird aus schmutziger Energie in saubere umgeleitet

Großbritannien, die USA, Kanada und rund 20 weitere Länder und Institutionen wollen eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen, wonach sie die internationale öffentliche Finanzierung fossiler Brennstoffe bis 2022 beenden und stattdessen der öffentlichen Finanzierung sauberer Energien Vorrang einräumen.

Das sind großartige Nachrichten, denn dies wäre die erste internationale politische Verpflichtung, die ein Ende der Finanzierung von Öl und Erdgas verspricht. Je nach Anzahl der Unterzeichnerstaaten könnte diese Initiative mindestens 7,8 Milliarden Dollar pro Jahr direkt aus fossilen Brennstoffen in saubere Energie umleiten.

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Deutschland nicht dabei - Kritik von allen Seiten

Fossile Brennstoffe
Wichtige Länder wie die USA und Großbritannien wollen aus der Finanzierung fossiler Brennstoffe aussteigen und das Geld in grüne Energie umleiten.

Deutschland fehlt bei den Unterzeichnerstaaten. Im Zeitraum von 2015 bis Mai 2021 hat die Bundesregierung fast 12 Milliarden Euro in fossile Brennstoffe investiert, derzeit erwägt die Regierung immer noch ein Gasprojekt in der russischen Arktis mitzufinanzieren.

“Es ist enttäuschend, dass sich Deutschland nicht an der Initiative beteiligt, keine fossilen Energieprojekte mehr im Ausland mit öffentlichen Mitteln zu unterstützen. Da stehen falsche wirtschaftliche Interessen immer noch über dem Klimaschutz. Eine neue Bundesregierung, die es ernst meint mit dem Klimaschutz, muss diesen endlich in der Wirtschaftsförderung aufnehmen und aufhören Öl- und Gasprojekte im Ausland mit Milliarden zu fördern“, kritisiert Regine Richter von „Urgewald“.

Von politischer Seite kommt Lob über die Initiative und heftige Kritik an Deutschland: "Dies ist eine wichtige Ankündigung, mit der die Länder echte Führungsstärke bei der Beendigung der Finanzierung fossiler Brennstoffe bis 2022 zeigen. Ich bin erstaunt, dass Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien nicht dabei sind und nicht bereit sind, das umzusetzen, was sie letztes Jahr versprochen haben“, sagte Bas Eickhout, Mitglied des Europaparlaments.

"Ende der Kohle kommt in Sicht"

Flüssiggastanks
Deutschland erwägt weiterhin die Finanzierung von Gasprojekten.

Beim sogenannten „Energy Day“ in Glasgow wurde auch bekannt, dass 18 Staaten den Betrieb ihrer Kohlekraftwerke auslaufen lassen werden. Mehr als 40 Länder bekennen sich zu einem kompletten Ausstieg aus der Kohle in den 2030er-Jahren. Bedeutende Kohle-Nutzer wie China, die USA, Indien und Australien schlossen sich der Vereinbarung jedoch nicht an. Die Energiegewinnung durch Kohle ist der größte Einzelfaktor bei der Klimaerwärmung.

Der britische Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng sprach dennoch von einem „Meilenstein“. Er verkündete, „das Ende der Kohle“ sei in Sicht.

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(osc)