Funde in 40 Jahre alten Daten

Weitere Hinweise für Leben auf dem Planeten Venus

Bestätigung der Phosphin-Funde auf der Venus

Die Pioneer-Sonde der Nasa
Die Pioneer-Sonde der Nasa sammelte beim kontrollierten Absturz auf die Venus Daten über die Atmosphäre der Venus.

Das Thema Leben auf der Venus wird heiß diskutiert. Ende des vergangenen Jahres sorgten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihren Studien und dem Fund von Monophosphan (auch Phosphin oder Phosphorwasserstoff) für Aufsehen. Dieses Gas wird auf der Erde fast ausschließlich biologisch hergestellt. Muss es, wenn Monophosphan auf der Venus vorkommt, dort nicht auch Leben geben? Nun stützt eine neue Auswertung der Daten einer Venusmission vor mehr als 40 Jahren die Existenz dieses Gases.

Kontrollierter Absturz der Pioneer-Sonde auf die Venus

Venus neben der Sonne
Die Venus ist einer der interessantesten Planeten in unserem Sonnensystem, doch war das wissenschaftliche Interesse in den vergangenen Jahrzehnten gesunken.

Die Kontroverse um das Vorhandensein von Monophosphan, das möglicherweise von Mikroorganismen hergestellt wurde, ist neu entbrannt. Ein Forscherteam um Rakesh Mogul von der kalifornischen State Polytechnic University untersuchte Daten, die bei der Pioneer-Mission (Pioneer Venus Multiprobe) im Jahr 1978 in einer Höhe von rund 50 Kilometern gesammelt wurden. Auch damals wurde das Gas bei einem kontrollierten Absturz der Sonde, in der Atmosphäre der Venus festgestellt.

Niederländische Wissenschaftler hatten den Fund von Phosphorwasserstoff auf der Venus in Frage gestellt. Durch die neueste Entwicklung steht die Frage, wie sich das Gas auf dem Planeten Venus bildet, wieder im Zentrum der Untersuchungen. Denn gegen eine chemische Bildung spricht, dass die dafür notwendige Energie auf der Venus schlichtweg nicht geliefert werden kann. Auf dem Jupiter und dem Saturn sieht es da schon anders aus.

Ist die Venus wirklich so lebensfeindlich?

Data from NASA's Magellan spacecraft and Pioneer Venus Orbiter is used in an undated composite image of the planet Venus.  NASA/JPL-Caltech/Handout via REUTERS.  THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY.
Bisher ist man davon ausgegangen, dass Leben auf der Venus nicht möglich ist.

Das wissenschaftliche Interesse an der Venus war in den vergangenen Jahrzehnten nicht so groß wie beispielsweise das am Mars oder dem Saturnmond Titan. Der extreme Treibhauseffekt auf der Venus macht Leben dort unmöglich. Zumindest war das die bisherige Meinung der Experten. Doch hat sich das mit der Entdeckung von Monophosphan plötzlich wieder geändert und unser Zwillingsplanet rückt wieder in den Fokus der Astronomen.

Zumal das Team um Rakesh Mogul weitere Komponenten in den Daten fand, die für den sogenannten Stickstoffkreislauf notwendig sind. Der wäre ein weiteres Indiz für Leben auf der Venus. Dazu zählen u.a. Nitrit, Nitrat, Schwefelwasserstoff, Ammoniak, Kohlenmonoxid, Ethan und eben Phosphin. Beim Stickstoffkreislauf wird – einfach erklärt – der gasförmige Stickstoff in wasserlösliche Stickstoff-Verbindungen gewandelt, die von Pflanzen und Lebewesen aufgenommen werden können.

Photosynthese in der Venusatmosphäre?

Moguls Team erklärte zu der Frage: Findet Photosynthese in der Venusatmosphäre statt? „Wenn wir die potenzielle Bewohnbarkeit der Venuswolken betrachten, zeigen unsere Arbeiten eine mögliche Signatur des anaeroben Phosphorstoffwechsels sowie wichtige chemische Beiträge zur anoxygenen Photosynthese und zum terrestrischen Stickstoffkreislauf.“

Das dort gefundene Nitrit wird auf der Erde von Purpurbakterien für die anoxygene Photosynthese genutzt. Die Photosynthese ist eine biochemische Reaktion, die das Leben auf unserer Erde erst möglich macht.

Mars steht momentan im Fokus

Was letzten Endes für den hohen Phosphin-Gehalt in der Venusatmosphäre sorgt, wird wohl erst eine Venus-Mission herausfinden können. Momentan sind Raumfahrtbehörden weltweit sehr mit dem Mars beschäftigt. Zuletzt landete der Marsrover Perseverance auf dem Roten Planeten. Da stellt sich die Frage, ob der Fokus richtig gesetzt wird.

Die russischen Venera-Missionen waren bahnbrechend

Modelle der Venera-Missionen 7 (links) und der Venera 9 stehen als Ausstellungsstücke  im  Lavochkin Raumfahrtunternehmen in Moskau.
Modelle der Venera-Missionen 7 (links) und der Venera 9 stehen als Ausstellungsstücke im Lavochkin Raumfahrtunternehmen in Moskau.

Die bisher einzige menschengemachte Sonde, die jemals auf der Venus landete, gehörte Russland. Etliche Venera-Missionen versuchten zwischen 1963 und 1983 die Venus zu erkunden. Den abgesetzten Sonden gelang es für ein paar Minuten wichtige Daten über die Oberfläche des Gasplaneten zu gewinnen. Im Anschluss daran verblasste auch bei den Russen das Interesse immer mehr, schließlich galt die Venus als gut erkundet. Mit dem für 2025 geplanten Programm Venera D will man an die erfolgreichen Venusmissionen anknüpfen. Kein Wunder also, dass Russland die Venus als „ihren“ Planeten ansieht.

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