Gaskrise

Heizperiode: Winterprognose 2022/23 macht Hoffnung!

von Paul Heger

Der kommende Winter ist von besonderer Relevanz. Die Energiekrise treibt die Kosten in die Höhe, vor allem die Gaspreise. In Zeiten der gleichzeitigen Klimakrise steht die Frage im Raum, ob der Winter mild ausfallen könnte – ein wohl willkommenes Szenario für alle Gaskonsumierenden. Wir blicken vor Beginn der Heizperiode auf die Wetter-Langfristmodelle.

Heizperiode: Ab wann kann oder muss die Gas-Heizung laufen?

 Gaszähler mit Euromünze, Symbolfoto Heizkosten und Gaspreise *** Gas meter with euro coin, symbol photo heating costs and gas prices
Die Gaspreise gehen durch die Decke und die Energiekrise leert das Konto. Könnte uns ein milder Winter geringere Heizkosten bringen? (Symbolfoto)

Eine gesetzlich geregelte Heizperiode gibt es tatsächlich in Deutschland nicht, so das Rechtsportal mietrecht.com. Allerdings haben mehrere Gerichte so geurteilt, dass die Heizperiode in der Regel vom 01. Oktober bis zum 30. April reicht (Urteil des Landgerichts Berlin von 1998). Je Region und entsprechendem Klima kann es Unterschiede geben. Beträgt außerhalb dieser Heizperiode die Außentemperatur mehr als drei Tage unter 12 Grad, muss ebenfalls das Heizen ermöglicht werden, so der Mieterverein Köln.

Während der Heizperiode müssen Vermietende gewisse Temperaturen in den Wohnungen sicherstellen. In Wohnräumen müssen tagsüber 20 Grad, in Bädern und Toiletten 21 Grad ermöglicht werden. Nachts liegt die Schwelle bei 18 Grad. Solange unser Wetter uns tagsüber Werte zwischen 15 und 20 Grad bringt und wir nachts nicht regelmäßig deutlich einstellige Temperaturen bekommen, ist die Lage noch entspannt. Aber wie lange noch?

Lese-Tipp: Winter-Wetter in Deutschland - so extrem kann die kalte Jahreszeit sein

Start in die Heizperiode 2022 verspätet sich eventuell

 Goldener Oktober mit sommerlich warmen Temperaturen im Park Englischer Garten in München, Bayern, Deutschland: herbstlich gefärbte Buchenblätter am Kleinhesseloher See werden von der Sonne durchleuchtet.  Golden October with warm summer temperatures
Sollte der Oktober mild ausfallen, könnte das für einige den Start in die Heizperiode verschieben und die Heizkosten senken. (Symbolbild)

Die gute Nachricht: Im September ist derzeit keine Kälte in Sicht – im Gegenteil. Der September scheint in den meisten Regionen überdurchschnittlich warm zu bleiben. Nach einem Durchhänger zum Wochenende wird es wieder deutlich wärmer. Uns hilft dabei auch das kommende wechselhafte Wetter, denn bei Wolken und Wind kühlt es nachts weniger aus.

Kaltlufteinbrüche kündigen sich ab Herbst in Nord- und Osteuropa an. Dort scheint sich im September bereits kältere Luft zu sammeln. Die experimentellen Langfristmodelle aus den USA und Europa sehen dort niedrigere Temperaturen als in den vergangenen Jahren. Diese Herbstkälte soll uns verfehlen, bleibt aber ein Risiko.

Auch der Oktober könnte uns wohlgesonnen sein. Beide Langfristmodelle berechnen höhere Temperaturen als im Schnitt der letzten Jahre. Das scheint den Beginn der Heizperiode nach hinten zu verschieben. Ein Fragezeichen müssen wir an den Süden hängen. Hier wird eine zu trockene und damit wolkenarme Witterung berechnet. Kalte Nächte mit Frost könnten die Folge sein. Mildere Tage würden aber eventuell den Heizbedarf senken.

Winterprognose 2022/23: Hoffnung auf mildes, wolkiges Wetter

ILLUSTRATION: Eine Weihnachtsmann-Figur mit einem Thermometer, das knapp über 10 Grad Celsius anzeigt, ist am 19.12.2014 auf einer grünen Wiese in Sieversdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) zu sehen. Mild, nass und trüb - kräftige Böen blasen
Normalerweise wünschen sich alle weiße Weihnachten. In diesem Jahr könnte die Freude über ein grün-graues und mildes Fest größer sein. (Symbolbild)

Blicken wir weiter auf die Langfristmodellwelt. Nach einem milden November sehen wir die gleichen Vorzeichen für die Monate Dezember bis Februar. Das zeigen zum aktuellen Stand sowohl das amerikanische als auch das europäische Modell. Schmerzlich alle Aspekte der Klimakrise beiseitegeschoben: Das macht Hoffnung!

Hinsichtlich Niederschläge sind beide Modelle aber uneins. Das ist im Winter für das Heizen entscheidend, denn wie oben erwähnt sind wolkenreiche Nächte essenziell für niedrige Heizkosten. Wo mehr Regen fällt, sind mehr Wolken am Himmel. Betrachten wir also das Prognoseglas als halbvoll und hoffen berechtigt auf einen Schmuddelwinter, der trotz aller Tristesse die Gasrechnungen schont und ganz nebenbei die Trockenheit in Deutschland massiv bekämpfen könnte.

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(phe)