Über 300 Liter pro Quadratmeter

Unheilige Luftmassengrenze: Polartief trifft auf reichlich Feuchtigkeit im Norden

von Amelie von Kruedener und Martin Pscherer

Eigentlich wäre jetzt im Norden Europas die Zeit für ein stilvolles Winter Wonderland. Doch anstelle eines Hochs ist in den Breiten am Polarkreis Tief ELSA angekommen. Gleichzeitig wird die kalte Winterluft von feuchter und milder Luft attackiert. Eine Luftmassengrenze, die es in sich hat, wie RTL-Meteorologe Martin Pscherer ausführt.

Wilde Wetterlage mit hunderten Litern Regen pro Quadratmeter

„Weiten Teilen Norwegens stehen ungemütliche Tage bevor”, fasst der Meteorologe die Lage zusammen. „Vor allem an der Westküste fallen ergiebiger Regen und Schnee. In den nächsten 24 Stunden sind 150 bis 200 Liter pro Quadratmeter möglich. Bis Freitag sogar mehr als 300 Liter pro Quadratmeter.” Das ist für die Winterzeit wirklich gewaltig und entspricht in der Spitze gut dem halben Jahresniederschlag von Berlin. Hinzu setzt bis in die Lagen bis etwa 700 Meter am Skandinavischen Gebirge kurzzeitig massives Tauwetter mit Schmelzwassermassen ein. Und nicht in Nordeuropa sind Unwetter aktiv, auch am Mittelmeer drohen zunächst noch weitere Gewitter mit Starkregen.

Niederschlag in Norwegen
Norwegen steht eine gewaltige Menge an Niederschlag bevor.

Orkanböen, Überschwemmungen, Erdrutsche

Es ist das volle Gefahrenprogramm, das Pscherer aus den Wetterkarten heraus interpretiert. Denn in Anbetracht von Starkregen und heftigem Tauwetter sieht er „verbreitet die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen”. Danach lassen die Niederschläge in ihrer Intensität zwar nach und die Schneefallgrenze sinkt, längere Regen- und Schneepausen seien aber vorerst nicht in Sicht, so dass die Lage „auch in der nächsten Woche angespannt bleibt”. Problematisch sei ebenso der Wind: „Erschwerend kommt stürmischer Wind hinzu. Oft sind schwere Sturmböen, an der Küste und in höheren Lagen sogar Orkanböen möglich.” Das kann in den höheren Lagen der Berge zu heftigen Schneeverwehungen führen. Zumal der intensive Regen weiter im höheren Bergland in entsprechende Starkschneefälle übergeht.

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(avo)