Schluss mit Sonne und Ruhe

Tiefs wollen mitspielen - eiskalte Luft vom Wind verweht

von Paul Heger & Björn Alexander

Bald dreht sich das Wetter-Roulette weiter. Angetrieben von Tiefs wird es zunächst einmal wenig eisig, aber auch teils stürmisch. Die Unruhestifter kommen hierbei aus dem hohen Norden, bevor es in eine Grenzwetterlage gehen könnte.

Die Ausgangslage: Hoch Hannelore macht den Weg frei

Wetterlage für Donnerstag, 11. Januar in Deutschland
Hoch Hannelore übt auch am Donnerstag noch mehr Einfluss auf das deutsche Wetter aus.

Während über Deutschland die Sonne vielerorts lacht und die klaren Nächte für eiskalte Temperaturen sorgen, tut sich was in der Wetterküche. Das kräftige Hoch Hannelore – immerhin mit einem Kerndruck von über 1045 Hektopascal – festigt die Position über dem Atlantik und zieht die Fühler über Skandinavien ab. Gleichzeitig macht das den Weg frei für die Tiefs, die somit nach Nordeuropa einfahren und sich hier teils massiv verstärken können. Zum Teil mit ergiebigen Schneefällen und einem zeitweise stürmisch auffrischenden Wind. In den betroffenen Regionen mit blizzardartigen Verhältnissen und meterhohen Verwehungen. Anschließend greifen die Ausläufer der Tiefs auch Richtung Deutschland aus.

Zugbahn noch unklar

Fraglich ist hierbei die genaue Zugbahn und die Verteilung der Tiefdruckgebiete. Sicher ist allerdings, dass bei Sprühregen und Schneegriesel die Glättegefahr ansteigt. Im Süden scheint es aber bis Sonntag noch schön zu bleiben. Hier hält sich noch ein Überbleibsel von Hoch Hannelore. Im Norden bildet sich indes der nächste Skandinavien-Blizzard und wir können am Ende froh sein, dass die wackere Hannelore noch dagegen hält und uns den ausgewachsenen Wintersturm erspart. Dennoch wird es auch bei uns in der nächsten Woche unbeständiger und wahrscheinlich gehen die meisten Regenfälle wieder in Schnee über. Welche Mengen dabei zu erwarten sind und wie groß die Sturmgefahr tatsächlich wird, ist jedoch noch unklar und hängt von der genauen Tiefdruck-Route ab. Fakt ist allerdings: Anschließend bahnen sich die nächsten Wetterkapriolen an.

Grenzwetterlage mit reichlich Regen oder Schnee

14-Tage-Ensemble-Vorhersage für Berlin
Die kältesten und die wärmsten Versionen gehen ab dem Ende der Woche weit auseinander. Eine Weichenstellung zwischen den Extremen geht an den Start

Ein Szenario, das uns die Wettercomputer derzeit präsentieren, ist die Entwicklung einer erneuten Luftmassengrenze zur Mitte der kommenden Woche. Die sich erneut verstärkende Kälte im Norden einerseits, die milden Atlantiktiefs andererseits – und Deutschland genau dazwischen. Damit sind abermals intensive Niederschläge wahrscheinlich.

Bei Dominanz der kalten Luft würden uns Schneeberge drohen. Sollten sich hingegen die milderen Luftmassen weiter vorschieben, dann würde uns in einigen Regionen wieder Dauerregen blühen. Auch beides gleichzeitig – im Norden und auf den Bergen Schnee, im Süden Regen – ist möglich und sogar alles andere als unwahrscheinlich. Ein derzeit noch offenes Rennen, bei dem klar ist: Die bitterkalten Zeiten sind damit bald vorbei, die sonnigen Tage aber leider ebenfalls.

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(bal, phe)