Arktische Kälte ist nah
Weichenstellung für Hochwinter läuft - akute Absturzgefahr bleibt
Während Deutschland bibbert, bekommt der Norden Europas eine kleine Frostbremse, bevor es dort erneut bitterkalt wird. Eine Entwicklung, die auch für unseren Winter folgen haben könnte. Wir schauen auf die langfristige Entwicklung.
Die Ausgangslage: Kleine Delle im nordischen Kaltluft-Meer

Deutschland erlebt mit der zweiten Kalenderwoche in Jahr 2024 eine der kältesten Phasen des Winters bisher – was natürlich in Anbetracht der vergangenen Wochen auch nicht besonders schwierig war. Derweil kommen Teile Nordeuropas kurz aus dem gefühlten Permafrost heraus. Nach zuletzt um und unter -20 Grad beispielsweise in den Regionen rund um die norwegische Hauptstadt Oslo, lockt im Süden und der Mitte Skandinaviens sogar ein Mini-Sprung aus dem Dauerfrost. Doch ab dem Wochenende wächst der nordeuropäische Eisluft-Pol erneut an. Und damit wäre der erste Mitspieler beim Poker um die langfristigen Aussichten schon mal im Spiel.
Tiefs scharren ebenfalls mit den Hufen

Solange die Hochs über Nord- und Nordwesteuropa am Start sind, blockieren sie ein Durchbrechen der Tiefs und der milderen Luft vom Atlantik beziehungsweise aus Südeuropa. Allerdings scheiden sich an dieser Stelle die Berechnungen der Wettercomputer. Denn die Vorhersagen schwappen wiederholt von kalten Entwicklungen hin zu milderen und sogenannten Grenzwetterlagen zwischen Kälte und Milde. Letztere wären deswegen so brisant, weil sie erneut mit viel Regen auffahren und damit die Hochwasserlage auf den Plan rufen könnten.
Kalte Varianten haben die Nase vorerst vorn

Als Mittel zur Wahl ziehen wir an dieser Stelle mal die experimentelle Langfrist zurate, um den Monatstrend für den Januar zu bewerten. Und da ist die Entscheidung eindeutig: Ausgehend von einem aktuellen Wärmeüberschuss von rund 2 bis 3 Grad zeichnet die CFS-Prognose des amerikanischen Wetterdienstes NOAA einen durchschnittlich temperierten Januar.
Die aktuelle wetter.de-Variante basierend auf dem europäischen Wettermodell geht sogar noch einen Schritt weiter und lässt die skandinavische Kälteschelle im letzten Januardrittel nochmals richtig zuschlagen, sodass der Gesamtmonat am Ende fast ein Grad zu kalt ausfallen soll. Außerdem wäre damit die Messe für den Winter 2023/2024 bei weitem noch nicht gelesen.
Wie wird das Wetter im Februar 2024 in Deutschland?

Dass die Kälte über Skandinavien im Februar ebenfalls zu uns schwappen könnte, zeigt der Blick auf die aktuelle Langfristvorhersage. Unter Hochdruckeinfluss mit langen Trockenphasen und einem klaren Himmel würde sich demnach nämlich die Kälte ziemlich breit machen und uns am Ende einen viel zu kalten Februar kredenzen. Das wäre bitter, ist aber in dieser extremen Ausprägung auch nicht von der CFS-Vorhersage gedeckt.
Allerdings prognostizieren auch die Trends der NOAA nur einen oft durchschnittlich temperierten Februar mit einem erhöhten Niederschlagsangebot. Schneereiche Wetterlagen wären somit durchaus denkbar. So oder so macht es die Weichenstellung für den sogenannten Hochwinter, der für gewöhnlich noch bis Mitte Februar dauert, in diesem Jahr enorm spannend.
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(bal, phe)