Näher als der Merkur

Solar Orbiter nähert sich sonnennähestem Punkt

von Karim Belbachir

Der Solar Orbiter lenkt in die Umlaufbahn des Merkur ein und hat dann seinen sonnennächsten Punkt erreicht. Für die ESA beginnt dann die heiße Phase der Mission, die vor zwei Jahren mit dem Ziel gestartet war, das Weltraumwetter besser zu verstehen.

Solar Orbiter soll Informationen über Weltraumwetter sammeln

ARCHIV - 18.10.2019, ---: Die Sonde Solar Orbiter vor der Sonne (undatierte Grafik). Die Sonde soll auf ihrer Mission zur Sonne am 27.12.2020 ganz nah an der Venus, dem Nachbarplaneten der Erde, vorbeifliegen.       (zu dpa "Bremsen auf dem Weg zur S
Die Forschungssonde Solar Orbiter schwenkt in die Umlaufbahn des Merkurs ein, um dort ihren sonnennächsten Punkt zu erreichen.

Die Raumsonde Solar Orbiter wurde ausgesandt, mehr Informationen über die Sonne zu sammeln. Besonders über die von unserem Stern abgesonderten Sonnenwinde, die für die Elektronik der Erde gefährlich werden können. Wenn sie auf das Magnetfeld der Erde treffen, sind sie als Polarlichter (Aurora Borealis) auf der Nordhalbkugel. Es gibt sie aber auch am Südpol (Aurora Australis). Dieses auch als Weltraumwetter bekannte Phänomen geht einher mit einer zunehmenden Aktivität der Sonnenflecken auf unserem Mutterstern. Im Schnitt alle 11 Jahre nimmt die Aktivität auf der Sonne zu und damit auch die Strahlen, die vom Mittelpunkt unseres Sternsystems versendet werden.

Daten werden an Bord des Solar Orbiters verarbeitet

HANDOUT - 18.02.2022, ---: Sonneneruption, aufgenommen von der Sonde «Solar Orbiter». Die Weltraumsonde «Solar Orbiter» hat an der Sonne einen riesigen Ausbruch von Partikeln gesichtet und aufgenommen. (zu dpa "Raumsonde «Solar Orbiter» sichtet riesi
Erst kürzlich lieferte der Solar Orbiter eine faszinierende Aufnahme einer massiven Sonneneruption.

Der Solar Orbiter ist ausgestattet mit etlichen Instrumenten, um die Intensität, aber auch den Ursprung solcher Sonnenwinde zu untersuchen. Innerhalb von 15 Minuten wurden beispielsweise die gesammelten Magnetometerdaten verarbeitet und zur Erde versendet. Das ist recht beeindruckend, wenn man bedenkt, dass die Sonde etliche Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Die Downloadrate der gesamten Daten ist bei der großen Entfernung und des geringen Zeitfensters länger. Daniel Müller, ESA-Projektwissenschaftler für den Solar Orbiter sagte dazu: „Im Gegensatz zu erdnahen Missionen können wir viele Daten an Bord speichern und sie herunterladen, wenn wir wieder näher an der Erde sind und die Datenverbindung viel besser ist."

Lese-Tipp:Solar Orbiter nimmt massive Sonneneruption auf

Merkur nähert sich sonnennächsten Punkt

In den kommenden Tagen (14. März) lenkt die Raumsonde in die Umlaufbahn des kleinsten Planeten unseres Sonnensystems ein: Merkur. Dieser bewegt sich gerade auf seinen sonnennächsten Punkt (Perihel-Passage) zu. Der Solar Orbiter ist dann der Sonne so nah wie niemals zuvor. Bis auf 42 Millionen Kilometer trennen die Raumsonde dann nur noch von unserem Wärmespender. Das ist sogar näher als der Merkur selbst. Dieser Punkt wird am 26. März erreicht.

Bis zum 6. April verbringt die Sonde in der Umlaufbahn des Merkurs. Der Orbiter ist so konzipiert, dass er die extreme Strahlung und Hitze längere Zeit aushalten kann. Wie die ESA berichtet ist „die Perihelpassage am 26. März eines der wichtigsten Ereignisse der Mission. Alle zehn Instrumente werden gleichzeitig betrieben, um so viele Daten wie möglich zu sammeln“. Neben spektakulären Bildern von unserem Wärmespender können wir bald auch das Weltraumwetter besser verstehen. Zumal der Solar Orbiter auch ein Wegbereiter für die für Mitte des Jahrzehnts geplante Mission ESA Vigil sein, die der ständigen Beobachtung der Sonne und des Weltraumwetters dient.

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(kfb)