Böden fehlt Wasser

Trockenheit in Deutschland: Dürre ist nicht gleich Dürre

von Carlo Pfaff

Keine Wolken weit und breit: Während sich die einen über den strahlenden Himmel freuen, hoffen die anderen auf ein bisschen Abkühlung. Besonders für die Böden in Deutschland wird es Zeit, dass der nächste Regenschauer kommt. Denn die Hitze und der geringe Niederschlag führen auch hierzulande zu immer mehr Dürre. Doch Dürre ist nicht gleich Dürre: Experten unterschieden hierbei zwischen vier Arten.

Dürren werden nach ihrer Dauer unterschieden

Seit einem sehr trockenen Sommer 2018 hat auch Deutschland immer häufiger mit Dürren zu kämpfen. Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet hier, je nach Dauer und den unterschiedlich starken Auswirkungen, zwischen vier Arten.

Die Meteorologische Dürre

Wetterfachleute sprechen von einer meteorologischen Dürre, wenn es über einen Zeitraum von ein bis zwei Monaten weniger geregnet hat als üblich.

Die Landwirtschaftliche Dürre

Wenn es zwei Monate oder länger trockener als üblich ist, und es infolgedessen zu Ernteeinbußen kommt, bezeichnen Experten diese Trockenheit als landwirtschaftliche Dürre. In den betroffenen Regionen stellt das Landwirte oft vor große Schwierigkeiten, da Felder vertrocknen und Böden versalzen können.

Die Hydrologische Dürre

Bei einem Wassermangel, der vier Monate oder länger andauert, tritt die sogenannte hydrologische Dürre ein. Ein Grund hierfür kann eine zu geringe Schneeschmelze sein. In Folge dessen steigen die Pegelstände von Seen und Flüssen nicht wie üblich an. Tritt eine hydrologische Dürre an, ist auch der Grundwasserpegel betroffen.

Die Sozioökonomische Dürre

Laut Wetterdienst tritt eine sozioökonomische Dürre ab einem Jahr Wassermangel ein, der die produzierende Wirtschaft bremst. Mögliche Folgen seien etwa weniger Gemüse oder Fisch und weniger Wasserkraft.

Wie ist die Dürre-Situation in Deutschland?

In den Sommern 2018 und 2020 war Dürre in Deutschland ein Thema. Auch der diesjährige Sommer ist zu trocken, weiß wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff: „Im Landesschnitt fehlen 20 – 30 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Alleine im Juli sind bis jetzt nur 23 Prozent des üblichen Niederschlags gemessen worden, dabei ist schon mehr als die Hälfte des Monats um.“ Besonders auffällig: einige Regionen im Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben im gesamten Juli noch keinen Regen gesehen haben.

Trotzdem gibt es nach Ansicht von wetter.de-Meteorologe Carlo Pfaff noch kein Grund zur Panik: „Bis jetzt kommen wir noch mit einem blauen Auge davon, aber wenn es ein Sommer mit noch mehr Dürreperioden gibt, wir es schwierig.“ Wichtig sei hierbei aber auf regionale Unterschiede zu achten, die Böden im Osten leiden beispielsweise noch stärker unter den trockenen Sommern der Vergangenheit, als der Boden im Westen. Um diese dauerhafte Dürre hinter uns lassen, müsste es in den späten Sommermonaten länger regnen, um den Boden besser zu befeuchten.

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(apf, zre mit dpa)