Zeltplatz

Camping mit dem Autodachzelt

Zwischen Wohnmobil und Zelt

Autodachzelt
Dachzelt auf Jeep

So wie ein Zeltanhänger das Bindeglied zwischen Wohnwagen und Zelt darstellt, so ist das Autodachzelt der Übergang vom Zelt zum Wohnmobil. Ein Autodachzelt wird auf einen Dachgepäckträger montiert. Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Arten, Hartschalenzelte und Klappzelte. Zusammengeklappt sehen beide Varianten es aus wie eine große Dachbox. Bei beiden Varianten ist der Boden als Sandwichboden konstruiert. Beim Hartschalenzelt sind Boden und Dach aus festem Material gefertigt, lediglich die Wände sind aus Zeltstoff. Diese Zelte sind sehr schnell aufgestellt, entweder durch einen Feder- oder einen Kurbelmechanismus.

Auch für den Trabbi gab es ein Dachzelt

Autodachzelt
"Pension Sachsenruh": Dachzelt für den Trabbi

Bei einem Klappzelt ist der Grundriss des Zeltes nicht auf die Auflagefläche des Trägers beschränkt. In der Regel sind sie so konstruiert, dass die Transportabdeckung nicht das Dach des Zeltes bildet. Nach Entfernen der Transportabdeckung wird das Zelt einmal ausgeklappt, so dass sich die Grundfläche verdoppelt. Das Dach des Zeltes besteht dann wie die Wände aus Zeltstoff.

Bei beiden Varianten ist meist bereits ein Matratze integriert und eine Stromversorgung ist z.B. durch die 12-Volt-Steckdose im Auto möglich.

Dachzelte gibt es seit den späten fünfziger Jahren, Vorreiter war der italienische Hersteller Autohome. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich Autodachzelte in der ehemaligen DDR, extra für den Trabant gefertigt und im Volksmund „Pension Sachsenruh“ genannt.

Benutzung des Autodachzeltes ist rechtliche Grauzone

Doch ob nun als kleine bescheidene Unterkunft auf dem Trabbi oder als Deluxe-Variante auf dem geräumigen Geländewagen: Dachzelte haben einen Nachteil, der sich nicht auf den Komfort oder die Qualität bezieht, sondern auf die Rechtslage. Wenn man ein Autodachzelt beispielsweise mit zwei Personen nutzt, dann muss das Autodach das Gewicht des Zeltes und das der Insassen tragen. Das funktioniert in der Praxis hervorragend – es besteht kein Grund zur Sorge – vom Gesetz ist die Benutzung jedoch nicht geregelt.

Autohersteller müssen für ihre Fahrzeuge eine Dachlast angeben – also das Gewicht, das das Autodach während der Fahrt tragen kann. Eine Angabe über die Last, die das Autodach aushält, wenn es steht, gibt es nicht. Wahrscheinlich, weil Autohersteller davon ausgehen, dass ihre Produkte zur Fortbewegung und nicht zum Wohnen benutzt werden. Dadurch befindet sich der Autodachcamper in einer rechtlichen Grauzone, da das Gewicht des Zeltes und eines Zeltbewohners zusammen die zulässige Dachlast bereits überschreitet.

Autohersteller gehen damit laut „Spiegel“ unterschiedlich um. Mercedes zum Beispiel erklärt, dass die Dachlast bei einem stehenden Auto wesentlich höher ist als bei einem fahrenden. VW hingegen ist rigoros und sagt: Das Höchstgewicht gilt während der Fahrt und während des Stopps.

Falls Sie noch Camping- oder Auto-Utensilien brauchen, finden Sie hier diverse Produktvergleiche und Bestenlisten.