Klimawandel trifft Kohleproduzent

2019 das wärmste Jahr in Australien - 1,5-Grad-Ziel schon verfehlt

Ironischerweise wird Australien gerade voll vom Klimawandel getroffen. Es sind nicht nur Buschfeuer, das Land leidet hat jetzt schon unter einer Erwärmung von mehr als 1,5 Grad. Diese Erwärmung sollte durch das Pariser Klimaabkommen eigentlich verhindert werden. Uns Europäern zeigt das deutlich, welche Auswirkungen die 1,5 Grad haben können.

Dabei setzt Australien voll auf Kohle und gehörte bei der Klimakonferenz von Madrid zu den großen Bremsern. Unter Premier Scott Morrison werden neue Kohlekraftwerke gebaut, die australische Wirtschaft fußt auf der Ausbeutung der Bodenschätze. Das macht das Land zu einem großen Treibhausgas-Emittenten. 

Bayern und Baden-Württemberg verbrannt

 KANGAROO ISLAND BUSHFIRES, Adelaide wildlife rescuer Simon Adamczyk is seen with koala rescued at a burning forest near near Cape Borda on Kangaroo Island, southwest of Adelaide, Tuesday, January 7, 2020. A convoy of Army vehicles, transporting up t
Dieser Koala wurde gerettet, Tausende andere verbrannten in den Feuern. © imago images/AAP, DAVID MARIUZ via www.imago-images.de, www.imago-images.de

2019 war das wärmste Jahr in Australien seit Beginn der Aufzeichnungen. Dabei reicht der Vergleichszeitraum bis 1910 zurück. Der Zusammenhang zwischen den Bränden, den geringen Niederschlägen und den hohen Temperaturen sei deutlich, sagte Amtschef Karl Braganza. "Australiens Klima erwärmt sich." Vor allem Hitzewellen würden häufiger und extremer. Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Mindestens 26 Menschen kamen ums Leben Eine halbe Milliarde Tiere kam in den Flammen um.  Am Freitag wollen in Australien Studenten und Klimaaktivisten protestieren. 

Im Durchschnitt für den gesamten Kontinent wurden 2019 laut der Wetterforscher Werte von 41,9 Grad in der Spitze registriert worden. Insgesamt sei an elf Tagen die landesweite Tagestemperatur im Sommer auf über 40 Grad gestiegen - "und das ist wirklich ziemlich krass", sagte Braganza. Darüber hinaus sei 2019 "außergewöhnlich wenig Niederschlag" gemessen worden. Das bisherigen Rekordjahr liegt mehr als 100 Jahre zurück.

Australien kämpft gegen drei Katastrophen - Waldbrände bald Normalität?

Die Australier haben es eigentlich derzeit mit gleich drei Katastrophen zu tun: Den Feuern, den Rekordtemperaturen und der Trockenheit. Die extremen Waldbrände wie in diesem Sommer könnten für Australien zur traurigen Normalität werden. "Australien ist schon lange der Feuerkontinent schlechthin und die Wälder brennen in der betroffenen Gegend regelmäßig", erklärte Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Mit der Zunahme extremer Dürren im Zuge des Klimawandels steige aber das Risiko für so gewaltige Brände wie derzeit mit 50, 60 Meter hohen, rasend schnell um sich greifenden Feuerwalzen. (Mehr zu den gigantischen Bränden können Sie hier nachlesen)

Einer Analyse australischer Forscher zufolge habe es in der Region in vorindustrieller Zeit etwa einmal in 500 Jahren eine extreme Dürre gegeben. Inzwischen, mit einem Grad mittlerer Erdtemperatur mehr, passiere das etwa alle 50 Jahre. "Mit der weiteren Erwärmung wird die Häufigkeit wahrscheinlich weiter zunehmen", so Thonicke. "Das Pendel schwingt immer weiter aus, es gibt immer neue Rekorde bei Temperatur, Trockenheit, Hitzewellen-Dauer, Niederschlagsdefizit."

Vergangene Woche wurde das erste Mal in der Geschichte des Bundesstaats Victorias der Katastrophenalarm ausgerufen. Es nimmt kein Ende.