10 Fakten zum Klimawandel: An diesen Stellen ist er jetzt schon messbar

Der Klimawandel kommt nicht - er ist da

Leider ist der Klimawandel keine ferne Bedrohung und auch keine Spinnerei von Wissenschaftlern - er ist messbar und real. Die Temperaturen und der Meeresspiegel steigen. Extreme Wetterereignisse wie zuletzt Zyklon „Idai“ nehmen zu. UN-Generalsekretär Antonio Guterres zitierte aus einem neuen Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) und fand dramatische Worte: „Die Kombination von extremer Hitze und Luftverschmutzung stellt sich als immer gefährlicher heraus, besonders wo Hitzewellen länger, intensiver und häufiger werden.“ Und tatsächlich ist der Klimawandel - ob nun menschengemacht oder nicht - messbar. Hier die Fakten.

1. Die Erde wird definitiv wärmer

Die Lufttemperatur auf der Erde steigt an. Ein Rekordjahr jagt das nächste, die wärmsten Jahre weltweit seit Beginn der Messungen lagen allesamt in diesem Jahrzehnt. 2016 lag die mittlere globale oberflächennahe Lufttemperatur um etwa 0,94 Grad höher als das Mittel im 20. Jahrhunderts, teilte die amerikanische Wetterbehörde NOAA mit. 16 der 17 wärmsten Jahre fanden seit 2000 statt. Mehr Belege? Gerne: Seit 1977 gab es kein Jahr mehr, das kühler war als der Schnitt im des 20. Jahrhundert. 

2. Die Ozeane erwärmen sich

Erdglobus im Wasser, Symbolfoto Klimawandel, Anstieg des Meeresspiegels | globe in water, climate change | Verwendung weltweit
Die Ozeane werden wärmer, der Meeresspiegel steigt. Beides ist für Flora und Fauna verheerend. © picture alliance / blickwinkel/M, McPHOTO/C. Ohde

2018 gab es neue Rekordwerte für den sogenannten Wärmeinhalt der Ozeane in den oberen 700 Metern sowie in den oberen 2000 Metern der Gewässer. Laut aktuellem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) gehen mehr als 90 Prozent der infolge der globalen Erwärmung vorhandenen zusätzlichen Energie in die Ozeane. Der Wärmeinhalt der Ozeane ist ein Maßstab für den Energiestau.

3. Die Eiskappen werden zusehends weniger

Arktiseis
Vergleich der arktischen Eismenge im März 1985 und im März 2018.

Die Folge von Punkt 2 ist nun Punkt 3. Das Eis in Grönland und der Antarktis schmilzt und fließt ins Meer. Der grönländische Eisschild verliert gigantische Massen an Eis. Man schätzt, dass pro Jahr zwischen 250 und 300 Milliarden Tonnen Eis verloren gehen. Allein dadurch steigt der Meeresspiegel jährlich um 0,6 Zentimeter. 

4. Der Meeresspiegel steigt messbar

Bleiben wir noch beim Meer. Nicht nur, dass unsere Meere versauern. Der ph-Wert nimmt zu, das bedroht vor allem Muscheln und Schnecken. Ursache für die Versauerung ist der Anstieg von Kohlendioxid in der Luft. Das wird nämlich zu großen Teilen von den Ozeanen aufgenommen. Außerdem ist der Meeresspiegel gestiegen, 2018 sogar außergewöhnlich stark. Der globale Mittelwert lag nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) um etwa 3,7 Millimeter über dem Wert von 2017. Der durchschnittliche Anstieg seit 1993 beträgt 3,15 Millimeter pro Jahr. Allerdings steigt der Meeresspiegel nicht überall gleich stark an. Besonders betroffen ist der westliche Pazifik.

5. Wir verlieren unsere CO2-Speicher

ARCHIV - 17.03.2019, Brasilien, Altamira: Eine Holzfabrik in Brasilien (undatiertes Archivfoto). (zu dpa:
Tschüss, Regenwald. Vor allem Brasilien und Indonesien verlieren ihre Wälder. Mit schlimmen Folgen für das Klima. © dpa, epa efe Marcelo Sayao, sug_ax kno pil

Nicht nur die Meere nehmen CO2 auf, sondern vor allem auch Moore und die Wälder. Moore sind dabei von zentraler Bedeutung, sie gehören zu den effizientesten CO2-Speichern auf der Welt, kaum ein Ökosystem kann soviel Kohlenstoffdioxid aufnehmen. Weltweit erstrecken sich Moore über etwa 4 Millionen Quadratkilometer. Fast ein Viertel davon ist aber so stark zerstört, dass keine Torfproduktion mehr stattfindet. In Deutschland sind immer noch 4 Prozent der Fläche Moore. Hervorragende CO2-Speicher sind auch Bäume. Aber: Wir verlieren Wald. Seit 1990 ging eine Fläche so groß wie Mexiko verloren. Mexiko ist das 13.-größte Land der Welt. Zwischen 2010 und 2015 gingen jährlich 0,08 Prozent, also 3,3 Mio. Hektar, pro Jahr verloren. Am meisten in Brasilien, Indonesien und Mynamar. Es gibt aber auch Hoffnung: China, Australien und Chile haben aufgeforstet.

6. Hitzerereignisse nehmen zu

Infolge des Klimawandels nehmen Hitzewellen zu: Die Zahl der davon betroffenen Menschen stieg von 2000 bis 2016 um geschätzt 125 Millionen. Das liegt vor allem daran, dass Hitzewellen im Schnitt 0,37 Tage länger dauerten als im Zeitraum zwischen 1986 und 2008. Experten erwarten, dass solche Ereignisse in Häufigkeit, Stärke und Dauer weiter zunehmen werden. Mehr Hitzewellen - längere Dürren. Auch wir in Deutschland durften letztes Jahr erleben, was Hitze und Dürre für eine Wirkung erzielen können. Der Schaden ist auch wirtschaftlich enorm und noch heute spürbar.

7. Unwetterkatastrophen nehmen zu

Es vergeht eigentlich kaum mehr ein Tag, an dem uns nicht irgendwelche Horrormeldungen von Unwettern ereilen. Zuletzt war es der Zyklon „Idai“, der in weiten Teilen von Mosambik, Simbabwe und Malawi Tod und Zerstörung brachte. Nur Tage später standen ganze Städte im Iran unter Wasser. Ein Tornado jagt durch die Eifel, Hurrikane schüren Angst in den USA und der Karibik. Die Stärke der Hurrikane hat sich seit den 80er Jahren zu genommen. Laut Daten des Versicherers Munich Re hat sich die Zahl schadensrelevanter Natur­ereignisse seit 1980 verdreifacht. Laut einem UN-Bericht stieg die Zahl der klimaassoziierten Katastrophen von durchschnittlich 165 auf 329 pro Jahr. Demnach verloren zwischen 1997 und 2017 weltweit 1,3 Millionen Menschen ihr Leben bei solchen Katastrophen. Deutschland taucht in der Schadensbilanz sogar ziemlich weit oben auf.

8. CO2-Gehalt der Atmosphäre nimmt zu

Die Referenzstation Mauna Loa auf Hawaii ermittelte im Jahr 2017 eine Konzentration von  405 ppm. Seit mindestens 800.000 Jahren gab es keine größere CO2-Konzentration auf der Erde. Durch die Konzentration der von Menschen verursachten Treibhausgase in der Erdatmosphäre staut sich die Wärme auf der Erde. CO2 ist ein gefährliches Gas - geruchsneutral, unsichtbar und doch so gefährlich. Es macht einfach warm.

9. Das Risiko von Hochwassern nimmt zu

09.03.2019, Nordrhein-Westfalen, Gelsenkirchen: Ein Auto fährt langsam durch eine tiefe Pfütze die sich durch Starkregen auf einer Straße gebildet hat. Mit Sturmböen und Gewitter hat Sturmtief Dragi am Samstagnachmittag in Nordrhein-Westfalen für Pro
Starkregen-Ereignisse haben in den letzten Jahren zugenommen. © dpa, Caroline Seidel, cas jai

Bestimmte Wetterlagen begünstigen die Entstehung von Hochwasserlagen. Und diese gefährlichen Großwetterlagen stellen sich immer häufiger ein. Seit 1990 hat sich die Zahl der Hochwasser-Ereignisse im Vergleich zum Beginn des 20. Jahrhunderts mindestens verdoppelt. Auch Starkregen-Ereignisse werden häufiger.

10. Die Korallen sterben

ARCHIV - Tropische Fische schwimmen am 25.11.2016 am Rand eines von Korallenbleiche betroffenen Korallenriffs am Great Keppel Island vor der Küste von Queensland (Australien). Das weltgrößte Korallenriff Great Barrier Reef vor der Küste Australiens i
Korallenbleiche am Great Barrier Reef © dpa, Dan Peled, dp ms hjb gfh

Eine besonders traurige Konsequenz aus dem Klimawandel ist der Tod der Korallen - die Korallenbleiche. Korallen sind nicht nur wunderschön anzuschauen, sie sind auch Lebensraum für eine Million Tier- und Pflanzenarten! Doch die „Regenwälder der Meere“ sterben, weil das Wasser schlichtweg zu warm wird. Doch der Tod der Korallen ist nicht nur eine ökologische Katastrophe, sondern auch eine wirtschaftliche. Denn die Fanggründe der Fischer fallen weg, da viele Fischarten die Nähe zu intakten Riffen schätzen. Außerdem bleiben Touristen weg - eine wichtige Einnahmequelle vor allem für ärmere Länder.