Der Wetter-Tag bei wetter.de

So viel Schnee kommt heute noch

von Amelie von Kruedener

Schneefälle im Taunus
Im Allgäu und im Schwarzwald fallen bis morgen Früh bis zu 30 Zentimeter Neuschnee. In den Niederungen bleibt es meist bei wenig oder gar keinem Schnee.

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter- und Klima-News des Tages:

Im Süden zeigt der Winter noch einmal, was er kann – zumindest in den höheren Lagen. Im Allgäu und im Schwarzwald kommen bis morgen Früh verbreitet 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee zusammen. Dort wird die Landschaft tief winterlich, Straßen und Wege müssen immer wieder geräumt werden.

Ganz anders sieht es in den Niederungen aus. Hier bleiben die Schneemengen überschaubar, meist fallen nur 0 bis 5 Zentimeter. Teilweise reicht es nicht einmal für eine geschlossene Schneedecke. Besonders deutlich wird der Unterschied am Oberrhein: In Freiburg fällt am frühen Nachmittag zeitweise noch Regen, auch rund um Innenstadt und Stadion. Im Verlauf des Bundesligaspiels können sich zwar einzelne Schneeflocken dazumischen, zum Spielende hin geht der Niederschlag kurzzeitig in Schnee über. Viel liegen bleibt davon aber nicht, denn kurz darauf ziehen die Niederschläge bereits ab. Wer allerdings von Freiburg aus Richtung Schwarzwald fährt, merkt schnell: Mit jedem Höhenmeter wächst die Schneedecke deutlich an – Winterfans kommen dort voll auf ihre Kosten.

Erhöhte Wasserstände an der Ostsee, Niedrigwasser an der Nordsee

Winterwetter - Sturmtief Elli - Schleswig-Holstein
Während an der Ostsee noch leicht erhöhte Wasserstände gemessen werden, bleibt die Nordsee deutlich unter dem üblichen Hochwasser.

An den Küsten zeigen sich aktuell deutliche Gegensätze. Entlang der Ostsee liegen die Wasserstände weiterhin über dem mittleren Niveau. Von einer Sturmflut ist jedoch keine Rede mehr. Die Pegel bleiben unter der Marke von 1 Meter über dem mittleren Wasserstand, sorgen aber lokal noch für vollgelaufene Strände und eine etwas verkürzte Promenade zwischen Wasserlinie und Dünen. Ganz anders präsentiert sich die Lage an der Nordsee. Dort fällt das Abend- und Nachthochwasser deutlich niedriger aus als gewöhnlich. Je nach Küstenabschnitt liegt es etwa 0,5 bis 0,75 Meter unter dem mittleren Hochwasser. Das sorgt für besonders große Wattflächen, freiliegende Prielsysteme und ein ungewohnt langes Niedrigwasserfenster.

Grund für diese Unterschiede ist die aktuelle Großwetterlage mit veränderten Windrichtungen und Druckverteilungen. Während die Ostsee träge auf vorherige Wasserverlagerungen reagiert, kann die Nordsee ihr Wasser schneller loswerden. Küstenspaziergänge bleiben möglich – allerdings mit sehr unterschiedlichem Blick aufs Meer.

Sturmtief Elli wirkt bis ins Wochenende

Der Wintereinbruch ist noch lange nicht Geschichte. Sturmtief Elli sorgt auch am Wochenende für Nachwehen in Niedersachsen und Bremen. Der Verkehr bleibt wackelig, Ausfälle gehören weiter zum Alltag, und selbst der Fußball kommt nicht richtig ins Rollen. Entspannung ist in Sicht, aber eben nur stellenweise.

Züge fahren an – mit angezogener Handbremse
Die Deutsche Bahn will den Fernverkehr in Norddeutschland schrittweise wieder hochfahren. Ab dem Vormittag sollen erste Verbindungen rollen, doch Schneeverwehungen und vereiste Strecken bleiben ein Problem. Auch im Regionalverkehr läuft nicht alles rund. Besonders Pendelstrecken zwischen Hannover, Hamburg und Bremen sind betroffen. Der private Anbieter Metronom plant ebenfalls einen Neustart, allerdings unter Vorbehalt. Wer reist, braucht Geduld und starke Nerven.

Busse, Bahnen und eine Menge Stillstand
Im Raum Hannover ging zeitweise nichts mehr. Der Busverkehr wurde komplett eingestellt, nachdem Fahrzeuge feststeckten oder unkontrolliert rutschten. Auch Stadtbahnen hatten Probleme, zwei Wagen sprangen sogar aus den Gleisen. In Bremen sieht es etwas besser aus: Busse und Bahnen sollen wieder regulär fahren, kleinere Ausfälle sind aber nicht ausgeschlossen. Normalbetrieb fühlt sich anders an, das merkt man schnell.

Straßen im Schneechaos
Auf den Straßen zeigte sich der Winter von seiner ruppigen Seite. Lastwagen quer, Autos festgefahren, ganze Strecken unpassierbar. Besonders Schneeverwehungen machten vielen Regionen zu schaffen. In Zetel in Friesland saßen zeitweise Dutzende Fahrzeuge fest, nichts ging mehr. Die Polizei riet dazu, Fahrten auf das Nötigste zu beschränken. Ein Rat, der leider nicht überall befolgt wurde, wurde.

Fußball? Heute lieber nicht
Auch der Profisport musste klein beigeben. Die Bundesliga-Partie von Werder Bremen gegen die TSG 1899 Hoffenheim wurde abgesagt, der Rasen im Weserstadion war schlicht nicht bespielbar. In Hamburg fiel zudem das Spiel FC St. Pauli gegen RB Leipzig aus. Ersatztermine sollen folgen, wann genau, bleibt offen.

Fähren, Parks und gesperrte Wege
Auch auf See läuft nicht alles nach Plan. Die Reederei Norden-Frisia strich mehrere Verbindungen zu den ostfriesischen Inseln. Norderney und Juist sind besonders betroffen, weitere Ausfälle sind möglich. An Land bleiben Parks und Friedhöfe teils geschlossen, etwa in Hannover und Lüneburg. Grund sind schwere Schneelasten in den Bäumen, herabfallende Äste sind keine gute Idee.

Norden freundlicher, sonst Schneeschauer und Glätte

Was bringt uns das Wochenende? „Definitiv winterliche bis hochwinterliche Aussichten”, sagt unser Meteorologe Björn Alexander und fährt fort: „Das Ganze passiert im Norden unter Einfluss von Skandinavienhoch Bronco und dementsprechend bereits am Samstag vermehrt mit Sonnenschein. Einzig von der Ostsee her wehen weitere Schneeschauer-Staffeln mit akuter Glätte heran. Im Süden fällt in tiefen Lagen bei 3 bis 5 Grad derweil noch Regen, während ansonsten bei meist dauerfrostigen Werten überall Schneeschauer niedergehen. Am meisten fällt dabei weiterhin in den Staulagen der Gebirge.”

Welche Schneemengen sind dort zu erwarten?

Richtung Schwarzwald und Allgäu dürften nochmals Mengen von 15 bis 30 Zentimeter, vielleicht auch mehr zusammen kommen. Und auch in den Tauwetter-Regionen im Flachland können abermals ein paar Zentimeter Schnee mit entsprechender Glätte niedergehen.

Wie kalt wird es in der Nacht zum Sonntag?

Frostig bis eisig. Insbesondere über Schnee und unter längeren Aufklarungen ist auch strenger Frost von minus 10 bis minus 15 Grad möglich. Ansonsten sind es häufig um die minus 5 bis minus 8 Grad.

Und am Sonntag?

Geht es im Anschluss an die bitterkalte Nacht und abseits von Nebelfeldern vielfach freundlich bis sonnig und deutlich ruhiger weiter. Das Ganze bei um die minus 8 Grad im zähen Nebel und minus 5 bis 0 Grad im großen Rest. Ein entspanntes Finale einer teilweise intensiven Wetterwoche, das wir bestmöglich genießen sollten. Bereits ab Montag folgen aus Westen nämlich erneut atlantische Tiefausläufer mit Schnee, Regen und Glätte.

Die Wetterlage: Hochdruckeinfluss steigt immer weiter an

Von Norden breitet sich Hoch Bronco immer weiter zu uns aus.
Von Norden breitet sich Hoch Bronco immer weiter zu uns aus.

Hinter Tief Elli, das ostwärts über uns hinweggezogen ist, geht es am Wochenende immer ruhiger und teilweise auch sonnig weiter. Das gilt vor allem am Sonntag. Allzu lange währt die Ruhe jedoch nicht. Bereits zu Beginn der nächsten Woche wollen die Tiefdruckgebiete vom Atlantik her wieder mitwirken,.

Wettertrend in Deutschland

Es wird wieder wechselhafter und schrittweise milder
Es wird wieder wechselhafter und schrittweise milder

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Verwendete Quellen: eigene wetter.de-Recherche mit dpa, Reuters, AFP, DWD.de