Wenn Schnee im Garten zur Gefahr wird

Schnee auf Ästen: Wann Helfen sinnvoll ist – und wann besser nicht

von Amelie von Kruedener

Was wunderschön aussieht, kann für die ein oder andere Pflanze zur Gefahr werden.
Was wunderschön aussieht, kann für die ein oder andere Pflanze zur Gefahr werden.

Schnee auf Bäumen sieht idyllisch aus, kann aber schnell zum Problem werden. Vor allem nasser Schnee entwickelt eine enorme Last, die Äste verbiegt oder bricht. Nicht jede Pflanze ist gleich gefährdet, und gut gemeinte Hilfe kann auch schonmal mehr Schaden anrichten als nutzen. Ein genauer Blick auf Schneeart, Pflanzenform und die richtige Handhabe entscheidet darüber, ob Eingreifen sinnvoll ist oder man alles so lässt.

Nasser Schnee oder Pulverschnee – der entscheidende Unterschied

Nicht jeder Schnee belastet Pflanzen gleich stark. Trockener Pulverschnee ist leicht, luftig und bleibt oft locker auf den Ästen liegen. Er rutscht bei Wind oder Sonnenschein meist von selbst ab. Kritisch wird es bei nassem Schnee, der nahe am Gefrierpunkt fällt. Er haftet stark an Zweigen und Nadeln und bringt deutlich mehr Gewicht mit. Schon wenige Zentimeter Schnee können dann reichen, um Äste dauerhaft zu verbiegen oder sogar abzubrechen. Besonders gefährlich ist eine Kombination aus Regen, Schneefall und anschließendem Frost, weil der Schnee dann an den Ästen festfriert.

Diese Gehölze sind besonders gefährdet

Nicht alle Bäume und Sträucher reagieren gleich empfindlich auf Schneelast. Immergrüne Gehölze wie Thuja, Eibe oder Buchs bieten dem Schnee viel Angriffsfläche. Auch Kiefern und Fichten können betroffen sein, vor allem wenn der Schnee nass ist. Bei Sträuchern mit vielen dünnen Trieben, etwa Hortensien oder Ziergräsern, drückt die Last die Pflanzen oft komplett auseinander. Obstbäume geraten ebenfalls in Gefahr, wenn noch alte Früchte oder ein dichter Kronenaufbau vorhanden sind. Laubbäume ohne Blätter sind dagegen meist weniger anfällig, außer bei sehr schweren Schneemengen.

Liste für besonders gefährdete Pflanzen im Garten

  • immergrüne Sträucher
  • Thuja
  • Eibe
  • Buchs
  • Nadelbäume
  • Fichte
  • Kiefer
  • Sträucher mit vielen dünnen Trieben
  • Hortensien
  • Ziergräser
  • Obstbäume
  • Bäume mit dichten Kronen
  • alte nicht gepflückte Früchte erhöhen die Last

Richtig abschütteln ohne Schäden zu verursachen

Wenn Eingreifen nötig ist, dann mit Gefühl. Schnee sollte immer von unten nach oben entfernt werden. So wird verhindert, dass sich das Gewicht zusätzlich auf darunterliegende Äste verlagert. Am besten eignet sich ein Besen mit weichen Borsten oder ein langer Stock, der sanft gegen die Äste geklopft wird. Niemals an gefrorenen Zweigen ziehen oder ruckartig schütteln, denn kaltes Holz bricht schneller. Bei hohen Bäumen ist Zurückhaltung angebracht. Hier richtet übertriebener Aktionismus oft mehr Schaden an als der Schnee selbst.

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Wann Abwarten die bessere Lösung ist

Nicht jeder verschneite Baum braucht Hilfe. Bei leichtem, trockenem Schnee oder stabilen Gehölzen lohnt sich Geduld. Oft erledigen Sonne, Wind oder ein leichter Temperaturanstieg die Arbeit ganz von allein. Eingreifen ist vor allem dann sinnvoll, wenn sich Äste deutlich durchbiegen, knackende Geräusche auftreten oder wertvolle Formgehölze dauerhaft Schaden nehmen könnten. Weniger ist aber eben manchmal mehr, auch wenn es schwer fällt zuzusehen.