Wohin mit dem Baum danach?

Weihnachtsbaum: Ausgedient, und nun?

von Amelie von Kruedener

Nach den Feiertagen wird aus Festgrün schnell Sperrmüll mit Nadeln.
Nach den Feiertagen wird aus Festgrün schnell Sperrmüll mit Nadeln.

Kaum sind die Feiertage vorbei, wird aus dem festlichen Mittelpunkt allerdings ein Entsorgungsproblem. Rund 25 bis 30 Millionen Weihnachtsäume kommen jährlich zusammen. Was nach Weihnachten mit all dem Holz passiert, ist längst nicht egal – weder für die Umwelt noch für den Geldbeutel.

Abschmücken ist Pflicht

Bevor es an Abschied und Entsorgung geht, steht erst einmal gründliches Abschmücken an. Kugeln, Haken, Kunstschnee und Lichterketten müssen restlos entfernt werden. Besonders kritisch bleibt altes Lametta. Auch wenn bleihaltige Varianten seltener geworden sind, tauchen sie noch immer auf. Laut Umweltbundesamt gehört solches Lametta nicht in den Hausmüll, sondern gilt als Sonderabfall. Gelangt es in Kompost- oder Verbrennungsanlagen, verteilt sich giftiges Blei unbemerkt in der Umwelt, und das ist wirklich kein kleiner Nebeneffekt.

Wohin mit dem Baum?

Der einfachste Weg führt über die kommunale Entsorgung. Viele Städte und Gemeinden holen die Bäume nach Weihnachten oder rund um den Jahreswechsel ab. Mancherorts dürfen sie zur Biotonne oder zum Restmüll gestellt werden, oft allerdings nur stark gekürzt. Zusätzlich richten Kommunen Sammelplätze oder Container ein, auch Wertstoffhöfe und Grünabfallstellen nehmen die Nadellieferanten an. Termine und Regeln unterscheiden sich teils stark, ein kurzer Blick auf die Seiten der Abfallbetriebe lohnt sich also immer immer.

Was danach aus dem Holz wird

In den meisten Fällen beginnt für Fichten, Tannen und Kiefern ein zweites Leben. Die Bäume werden geschreddert und zu Kompost verarbeitet oder zu Holzschnitzeln zerkleinert, die in Heizkraftwerken Energie liefern. Wer einen Garten besitzt, kann selbst aktiv werden: Klein geschnitten verrotten die Zweige gut auf dem Kompost. Alternativ schützen sie als Abdeckung Beete vor Frost. Zoos hingegen nehmen private Weihnachtsbäume kaum noch an, verfüttert werden höchstens unbehandelte Händlerware.

Verbrennen – erlaubt, aber mit Regeln

Grundsätzlich gelten Weihnachtsbäume als pflanzlicher Abfall. Im eigenen Ofen dürfen sie verbrannt werden, allerdings nur gut getrocknet und nach ausreichender Lagerzeit. Einfach im Wald oder am Straßenrand entsorgen ist verboten. Dort verrotten die Bäume nur langsam, und es drohen Bußgelder. Romantisch ist das nicht, aber sinnvoll.

Nachhaltigere Alternativen

Wer dem Baum ein längeres Leben schenken will, greift zu einem Modell im Topf. Wichtig sind intakte Wurzeln, sonst wird aus der grünen Hoffnung schnell ein braunes Nadelbündel. Viele Topfbäume sind nur ausgestochen, ihre Überlebenschancen sind gering. Kleine Bäume wachsen besser an, Blaufichten gelten als vergleichsweise robust. Vorsicht bei der Bewässerung: Zu viel Wasser schadet den Wurzeln schneller als Trockenheit. Eine weitere Option ist das Mieten eines Weihnachtsbaums. Teurer, ja – aber deutlich nachhaltiger, und der Baum kommt im nächsten Jahr vielleicht wieder zurück.

(avo)