Wetterlexikon: Windscherung

Wetterlexikon: Windscherung
Besucher der Carl-von Ossietzky-Universität in Oldenburg beobachten und filmen die Darstellung von Luftturbulenzen an einem Modellwindkraftpropeller in einem Windkanal des Instituts. © picture alliance / Ingo Wagner/d, Ingo Wagner, iwa fgj

Was ist eine Windscherung?

Eine Windscherung ist eine plötzlich scharfe Änderung von Richtung und Geschwindigkeit eines Windes. Hervorgerufen wird die Windscherung durch das Vorbeiströmen zweier unmittelbar benachbarter Luftschichten. Diese weisen jeweils unterschiedliche Eigenschaften auf. Allgemein wird zwischen horizontaler und vertikaler Windscherung unterschieden.

Horizontale und vertikale Windscherung

Die horizontale Windscherung tritt auf, wenn sich zwei zueinander liegende Luftströmungen mit differenzierten Geschwindigkeit oder entgegengesetzten Richtungen aneinander vorbeibewegen. Die Grenze zwischen den beiden Strömungen wird als Scherungslinie bezeichnet. Bei einer vertikalen Windscherung treffen unterschiedliche Luftströmungen an den Grenzflächen auf die unmittelbar übereinander befindlichen Luftschichten. Hierbei können sie sowohl durch unterschiedliche Windrichtungen sowie differenzierte Windgeschwindigkeiten hervorgerufen werden.

Die Windscherungen sind gerade für den Flugzeugverkehr gefährlich, da sie Luftturbulenzen hervorrufen können. Durch die plötzliche Änderung der Luft kann die im Flugzeug befindliche Struktur überlastet werden. Dies führt zu einem heftigen Heruntersinken oder Steigen des Flugzeugs. Besonders vor Start und Landung müssen Windscherungen frühzeitig erkannt werden, um Flugunfälle zu vermeiden.