Wetterlexikon: Wasserziehen

Wetterlexikon: Wasserziehen
Weiße Wolken mit Tyndall-Effekt und Schatten am blauen Himmel über Wolkenkratzern an einem klaren Tag im Finanzviertel Lujiazui in Pudong, China. © picture alliance/dpa, Wang Gang, wang qian

Was bedeutet Wasserziehen?

Das Wasserziehen ist die Bezeichnung für sichtbare Sonnenstrahlen, wenn die Sonne selbst hinter Wolken verborgen ist. Die Strahlen werden durch Wasserdampf und Staub, die sogenannten Aerosole, scheinbar sichtbar. Das Licht der Sonne breitet sich ohne Behinderung eigentlich gleichmäßig aus, sodass die vermeintlichen Sonnenstrahlen weniger sichtbar sind. Beim Wasserziehen werden jedoch die Aerosole von der ansonsten verdeckten Sonne angeleuchtet. Eigentlich sind die so entstehenden Strahlen parallel, jedoch scheinen sie für den Betrachter durch Brechung strahlenförmig von der Sonne abzugehen.

Wasserziehen gilt als Vorbote von Gewittern

Da die Strahlen nur bei dunstiger, wasserreicher Luft zu sehen sind, gilt das Wasserziehen als Vorbote von Gewittern. Der Lichtschein der Sonne wird durch Aerosole kleinwinklig gestreut und hebt sich von den Wolkenschatten ab. Dies ist der so genannte Tyndall-Effekt. Je tiefer die Sonne am Horizont steht, desto größer ist dieser Effekt. Dann spricht man auch von Dämmerungsstrahlen. Eine ähnliche Sichtweise wird auch durch andere Hindernisse wie Bäume oder Berge erreicht.