Ausgeprägte Temperatur- und Luftdruckunterschiede sind die Auslöser

Wetterlexikon: So entsteht ein Herbststurm

Stürme im Herbst - wieso, weshalb, warum?

Dass gerade in den Herbst- und Wintermonaten immer wieder Tiefdruckgebiete, teilweise mit Sturmstärke, über Teile Europas hinwegziehen, liegt an den zu diesen Jahreszeiten besonders ausgeprägten Temperatur- und Luftdruckunterschieden.

Die Temperaturunterschiede sind auschlaggebend

Während die Wassertemperaturen des Atlantiks und insbesondere des Mittelmeers im Herbst verbreitet noch recht hoch sind, beginnt es bereits im Norden Europas deutlich abzukühlen. Dies führt beispielsweise zu den ersten (Nacht-) Frösten, wie sie in der vergangenen Woche auch bei uns in Teilen Süddeutschlands aufgetreten sind.

Diese starke Temperaturdifferenz wirkt sich wiederum auf die sogenannte ‚Polarfront‘ aus. Diese bildet den Grenzbereich zwischen warmen Luftmassen der südlichen Breiten und kalten Luftmassen der nördlichen Breiten. Während die Polarfront im Sommer weiter im Norden liegt, verschiebt sich dieser Übergangsbereich in der kalten Jahreszeit mehr nach Süden. Mit ihr verbunden sind starke Westwinde, die rund um die Nordhalbkugel auftreten. Äquivalent dazu existiert auch auf der Südhalbkugel eine solche Polarfront.

Der zweite Aspekt, der für die Entstehung von Stürmen wichtig ist, sind vorhandene Luftdruckunterschiede. Treffen über einer Region eines Ozeans kalte und warme Luftmassen aufeinander, kommt es zu einem Aufgleiten der leichteren Warmluft über die schwerere, kalte Luftmasse. Die warme und feuchte Meeresluft beginnt daraufhin aufzusteigen.

Während des Aufsteigens kühlt die Luftmasse ab und kondensiert schließlich, woraufhin es zur Bildung von Wolken kommt. Die dabei frei werdende Kondensationswärme bewirkt eine zusätzliche Verstärkung des Luftauftriebs. Durch die aufsteigenden Luftmassen muss am Boden weitere Meeresluft nachströmen. Da gleichzeitig in der Höhe jedoch immer mehr Luft nach außen strömt, fällt der Luftdruck am Boden weiter ab.

Je tiefer dabei der Luftdruck im Zentrum einer sogenannten ‚Zyklone‘ (Tiefdruckgebiet) absinkt, desto größer wird der Unterschied zum Umgebungsluftdruck. Dieser Druckunterschied lässt sich anhand der Drängung von Linien gleichen Luftdrucks (Isobaren) erkennen. Je enger diese beieinanderliegen, desto höher ist auch die Windgeschwindigkeit. Mit der Strömungsrichtung der Polarfront werden diese Tiefdruckgebiete dann in östliche Richtung nach Europa gelenkt.

Quelle: DWD