Heißer, staub- und sandbeladener Süd- bis Südostwind

Wetterlexikon: Schirokko

Wetterlexikon: Schirokko
Der Schirokko weht von der Sahara Richtung Mittelmeer. © picture alliance / imageBROKER, Roger Tidman/FLPA

Was ist Schirokko?

Als Schirokko, auch Sirocco und Scirocco geschrieben, bezeichnet man einen heißen Süd- bis Südostwind, der von der Sahara Richtung Mittelmeer weht. Es handelt sich um einen Wüstenwind, der vermehrt im Frühling, Sommer und Herbst vorkommt. Bei extremen Wetterlagen kann der Schirokko die Geschwindigkeit eines Tropensturms erreichen.

So kommt es zum Schirokko

Wenn zwischen kühlen Tiefdruckgebieten in Südeuropa und der heißen Wüstenluft der Sahara große Temperaturunterschiede entstehen, kann sich ein Schirokko ausbilden. Je größer die Temperaturdifferenz ist, desto stärker ist die Intensität des Windes. Während der Schirokko über Afrika noch trocken ist, greift er über dem Mittelmeer Feuchtigkeit auf und kann so in den Mittelmeerländern für Regen sorgen.

Üblicherweise führt der Schirokko Sand mit, den er auf den alpinen Gletschern verliert. So kommt es zu einer oberflächlichen Braunfärbung der alpinen Schneeflächen, was die Albedo (Rückstrahlkraft) mindert und zur verstärkten Ablation führt. Daher ist der Schirokko ein Teilfaktor für den Rückgang der europäischen Gletscher.