Wetterlexikon: Böhmischer Wind

Winter im Erzgebirge.
18.01.2017, Winter im Erzgebirge. © picture alliance / Andreas Frank, Andreas Franke, af sv

Was ist der Böhmische Wind?

Der Böhmische Wind ist ein lokales Windsystem. Der kalte Fallwind kann ganzjährig auftreten und bringt dann böige, trockene und kalte Luft. Seinen namensgebenden Ursprung hat er in einem langen, kalten Hochdruckgebiet im Böhmischen Becken. Daraus bringt er staubige, dunstige Luft in die deutschen Verbreitungsgebiete Ostbayerns und Sachsens. Dies ist vor allem in den Wintermonaten der Fall. Der Wind entweicht über Pässe und Durchbrüche in den drei Böhmen umgebenden Gebirgen nach Westen.

Der Böhmische Wind kann Stärke 10 erreichen

Der Böhmische Wind erreicht eine Stärke von 4 bis 6, in den Gebirgsdurchbrüchen sogar 10. Die kalte, trockene Luft sorgt für Schneeverwehungen und kräftigen Frost. Das ursächliche Hoch über dem Böhmischen Becken hält sich meist beständig über einige Wochen, sodass nur eine kräftige Kaltfront den Böhmischen Wind beseitigen kann.

Er ist etwa in Dresden, einem Teil des Osterzgebirges und bei Bautzen zu bemerken. In Bayern kann der sogenannte Böhmwind im Winter sehr schadensreiche Stürme und Orkane entwickeln.