Wald und Wiese brennen in Dormagen

Waldbrandgefahr in Deutschland: Die Lage ist ernst

Der DWD warnt vor erhöhter Gefahr von Waldbränden.
Der DWD warnt vor erhöhter Gefahr von Waldbränden. © dpa, Uncredited, mka kde

Waldbrände: Eine ständige Gefahr

Rund 60 000 Quadratmeter Wald und Wiesen stehen in einem Naturschutzgebiet in Dormagen (Rhein-Kreis Neuss) in Flammen. Wie die Polizei mitteilte, brennt in der „Zonser Heide“ Unterholz. Insgesamt erstreckt sich das Feuer über eine Fläche von etwa 250 mal 250 Meter. Gerade in dieser trockenen und heißen Phase der Hitzewelle sind Waldbrände eine ständige Gefahr. Der zum Teil recht regenreiche Sommer hat bei weitem noch nicht überall soviel Niederschlag gebracht, wie notwendig wäre, um bis in die tiefen Bodenschichten vorzudringen.

Warnung einen Tag zuvor

Beim Flächenbrand in dem Naturschutzgebiet bei Dormagen kamen keine Menschen zu Schaden.
Beim Flächenbrand in dem Naturschutzgebiet bei Dormagen kamen keine Menschen zu Schaden. © dpa, David Young, cul

Am Mittwoch warnte die Feuerwehr in Neuss noch vor der Waldbrandgefahr. Einen Tag später zeigte sich auch schon, dass sie recht hatte. Die Wehrleute rückten zu einem Brand in der „Zonser Heide“ aus um dort ein Feuer zu löschen, dass im Wald und auf der Wiese ausgebrochen war. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Die Feuerwehr Neuss teilte mit, dass es im gesamten Stadtgebiet von Neuss zu Brandgeruch kommen könne. Gefahr für die Bevölkerung bestehe aber nicht. 

Brandauslöser meist menschliche Fehler

Der Dürremonitor des Helmholtz-Instituts verdeutlicht wie prekär die Lage in Deutschland ist.
Der Dürremonitor des Helmholtz-Instituts verdeutlicht wie prekär die Lage in Deutschland ist. © Helmholtz-Institut

Das Feuer zeigt noch einmal deutlich, wie ernst die Lage um die deutschen Wälder ist. Der Niederschlag – meist durch die Gewitter und Starkregen in den vergangenen Wochen – gelangt nicht bis in die tieferen Bodenschichten ab 1,8 Metern. Da, wo Bäume ihr Wasser beziehen. Noch immer machen uns die beiden Dürrejahre 2018 und 2019 zu schaffen. Nicht umsonst ruft der Deutsche Wetterdienst für den Großteil Deutschlands die Waldbrandgefahren-Stufe 3-5 (von 5) für das Wochenende aus.

Doch eins sollte man klarstellen: Waldbrände entstehen meist durch menschliche Fehler und niemals durch die Hitze allein. Dafür bräuchte es mehr als 100 Grad. Viel ausschlaggebender für den Ausbruch eines Feuers sind da achtlos weggeschmissene Zigaretten oder liegen gelassene Glasflaschen, die wie Lupen bei direkter Sonnenstrahlung wirken.

Die Wasserknappheit ist ernst

Die Karte des Helmholtz-Instituts zeigt wie es mit der Wasserverfügbarkeit in etwa 25 cm aussieht.
Die Karte des Helmholtz-Instituts zeigt wie es mit der Wasserverfügbarkeit in etwa 25 cm aussieht. © ufc,, RTL Interactive

Wenn wir etwas genauer auf die Karte der Wasserverfügbarkeit der Pflanzen schauen, sehen wir auch das aktuelle Problem. Während es im Süden und im äußerste Norden noch ganz gut aussehen, haben der Osten, der Westen und die Mitte Deutschlands ein massives Problem. Alles was auf dieser Karte gelb untermalt ist, bedeutet bereits Trockenstress für die Pflanzen. Bei der Farbe orange ist bereits der Welkepunkt erreicht. Die Lage hat sich also auch in diesem Jahr nochmal zugespitzt und bleibt ernst.

Bereits im April warnte der DWD vor der erhöhten Waldbrandgefahr und Hitzestress.
So schützen sich Bauern vor der Dürre.

Waldbrände in Frankreich

Verwüstung im französischen Martigues. Die Brände wüten bereits seit einigen Tagen in Frankreich.
Verwüstung im französischen Martigues. Die Brände wüten bereits seit einigen Tagen in Frankreich. © DPA

Auch in den Nachbarländern ist die Hitze ein Problem für die Natur. In Frankreich hat die Feuerwehr wegen eines heftigen Waldbrands in einem südfranzösischen Urlaubsgebiet Tausende Menschen in Sicherheit gebracht. Mindestens 2.700 Menschen, darunter viele Touristen, mussten vor den Flammen fliehen, wie die Feuerwehr des Départements Bouches-du-Rhône mitteilte. Es gebe keine Verletzten. Rund 1.800 Einsatzkräfte hatten in der Nacht gegen den Brand westlich der Hafenstadt Marseille gekämpft. Das Feuer zerstörte mehr als 1.000 Hektar Land. Die Feuerwehr war auch am Mittwoch weiterhin im Einsatz, um den Brand zu kontrollieren.

Die Gefahrenstufen für Waldbrände des DWD und ihre Bedeutung

Die Waldbrandgefahr für Freitag bis Sonntag zeigt, wie hoch die Waldbrandgefahr am Wochenende aussieht.
Die Waldbrandgefahr für Freitag bis Sonntag zeigt, wie hoch die Waldbrandgefahr am Wochenende aussieht. © Deutscher Wetterdienst

  • Gefahrenstufe 1 (grün): Keine oder geringe Gefahr
    Waldbrände sind leicht zu löschen. Blitzschläge verursachen kaum einen Brand. Ein Feuer breitet sich nur langsam aus. Zigaretten, Raucherwaren und Feuerzeuge sollten nicht sorglos weggeworfen werden. 
  • Gefahrenstufe 2 (gelb): Mäßige Gefahr
    Waldbrände sind normalerweise noch leicht zu löschen und breiten sich langsam bis mittel aus. Zigaretten, Raucherwaren und Feuerzeuge sollten nicht sorglosweggeworfen werden. Zusätzlich zur Gefahrenstufe 1, müssen Grillfeuer immer beobachtet werden und Funkenwurf sofort gelöscht werden. Blitzschläge verursachen selten einen Flächenbrand.
  • Gefahrenstufe 3 (Orange): Erhebliche Gefahr
    Waldbrände können schon nur noch von der Feuerwehr gelöscht werden und breiten sich auf offenem Gelände schnell und im Wald mittelschnell aus. Grillfeuer nur in bestehenden Feuerstellen entfachen. Feuer müssen immer beobachtet und Funkenwurf sofort gelöscht werden. Anweisungen der lokalen Behörden sind unbedingt zu befolgen. Auch Blitzschläge können schon einen Flächenbrand auslösen.​
  • Gefahrenstufe 4 (Rot): Große Gefahr
    Waldbrände sind nur noch schwierig und unter großem Aufwand zu löschen. Feuer im Freien sind generell verboten. Fest eingerichtete Feuerstellen mit betoniertem Boden können an von den Behörden bezeichneten Stellen mit aller Vorsicht benutzt werden. Bei starkem Wind sind auch diese verboten. Funkenflug und Blitzschläge entfachen sehr wahrscheinlich ein Feuer und breiten sich auch im Wald unverzüglich aus.
  • ​Gefahrenstufe 5 (lila): Sehr große Gefahr
    ​​​Waldbrände sind kaum noch zu löschen. Ein Ausbruch von Bränden ist jederzeit möglich, demnach dürfen im Freien keine Feuer mehr entzündet werden. Ein Brand breitet sich über eine lange Zeit sehr schnell aus.

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