So sagen uns Schneeglöckchen und Co Bescheid

Vor-, Erst- und Vollfrühling: Wann kommt der echte Frühling?

Wie lange braucht der Frühling?

Die Definition von Vor-, Erst-, und Vollfrühling hängt von den Entwicklungen in der Natur ab. Der Fachbegriff hierfür lautet Phänologie. Das Eintreten der phänologischen Jahreszeiten ist lokal unterschiedlich und wechselt von Jahr zu Jahr. Sie decken sich auch nicht mit den Daten der astronomischen und meteorologischen Jahreszeiten. In der Landwirtschaft sind es aber gerade die phänologischen Jahreszeiten, die dem Bauern helfen, zu beurteilen, welche Arbeiten für seinen Landstrich anfallen. Der Vollfrühling beispielsweise, ist durch die Blüte von Kulturapfel und Flieder, gekennzeichnet. Im Video sehen Sie, wie lange der Vollfrühling bracht, um bei uns anzukommen.

Vor-, Erst- und Vollfrühling und ihre pflanzlichen Anzeiger

18.02.2019, Baden-Württemberg, Karlsruhe: Bei frühlingshaften Temperaturen, blauem Himmel und Sonnenschein, blühen im Botanischen Garten Karlsruhe Schneeglöckchen. Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die hübschen Schneeglöckchen zeigen den Vorfrühling an. © dpa, Uli Deck, ude fdt

Der Vorfrühling beginnt meist Ende Februar oder Anfang März. Er wird angezeigt durch die erste Blüte von Haselnuss, Schneeglöckchen, Schwarz-Erle und Salweide.

Der darauffolgende Erstfrühling äußert sich durch die Blüte von Forsythie, Stachel- und Johannisbeere, später von Kirsche, Pflaume und Birne, von Schlehdorn und Ahorn. Die ersten Blätter treiben, zunächst von Rosskastanie und Birke, etwa eine Woche später auch Rotbuche, Linde und Ahorn. Die Bauern beginnen mit der Aussaat von Kartoffeln und Futterrüben.

Der Vollfrühling ist durch die Blüte von Kulturapfel und Flieder, später auch der Himbeere gekennzeichnet. Der Vollfrühling startet meist Ende Februar im Südwesten von Europa in Portugal und erreicht etwa 90 Tage später das fast 4.000 Kilometer entfernte Finnland. Er zieht in Europa also mit rund 40 Kilometer pro Tag nordwärts.

Frühling ist nicht gleich Frühling

Es ist manchmal etwas unübersichtlich, aber tatsächlich wird der Frühlingsbeginn unterschiedlich definiert. Hierbei gibt es neben dem statistischen (meteorologischen), der immer am 1.März beginnt, oder dem kalendarischen (astronomischen) auch noch den phänologischen Frühling. Im Gegensatz zum kalendarischen Frühlingsanfang, der sich anhand des Sonnenstandes definiert und immer um den 20.März herum stattfindet, orientiert sich der phänologische Frühlingsstart am Stand der Natur und an bestimmten Zeiger-Pflanzen.

Unser Frühlingsbarometer: Die Grünlandtemperatursumme zeigt den Frühlings-Fortschritt

Die Graphik zeigt den Frühlings-Fortschritt
Das Rennen um den Frühlingsfortschritt: Im Westen und Südwesten wird noch im März 2021 die Forsythie in die Blüte gehen. Dann sind wir im Vorfrühling. © wetter.de

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