Nächster Sturmriese kommt

Böen bis 160 km/h und schwere Sturmflut: Orkan am Freitag wird noch heftiger

von Björn Alexander, Christian Häckl und Martin Pscherer

Die Ergebnisse der Wettercomputer überschlagen sich derzeit, wenn es um die Sturmvorhersagen für den nächsten Orkan geht. ZEYNEP wird Deutschland ab Freitagabend von West nach Ost überqueren. Mit häufigeren Orkanböen im Flach- und Binnenland dürfte das Orkantief nochmals gefährlicher werden als YLENIA zuvor. Unsere Meteorologen schätzen die Entwicklung ein.

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Sturm und Orkan aktuell - Wie ist die Ausgangslage?

RTL-Meteorologe Martin Pscherer: „Orkantief YLENIA, das international den Namen DUDLEY trägt, ist inzwischen nach Skandinavien weitergezogen. Dabei hat das dazugehörige Hauptsturmfeld Deutschland voll erwischt.” Dahinter erwartet der Meteorologe erst einmal eine kleine Verschnaufpause, bevor neues Ungemach vom Atlantik heran donnert. Orkan ZEYNEP hat sich gebildet und „wird Deutschland als sogenannter Schnellläufer” voll treffen. Mit zum Teil extremen Windböen – da waren sich die anwesenden Meteorologen bei der heutigen Wetterbesprechung einig. Es sei eine teils „brandgefährliche Lage”, die sich jetzt entwickelt.

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Fahrplan von Orkan ZEYNEP - der Freitagnachmittag

Sturmböen am Freitagmittag
Um die Mittagszeit ist es am Freitag noch relativ ruhig.

„Insbesondere der Osten zeigt sich am Freitagmittag und -nachmittag sturmmäßig entspannt”, erklärt Pscherer. Im Westen spüren die Menschen hingegen schon der heran brausenden ZEYNEP: „Zwischen Eifel und Nordsee lebt der Wind erneut spürbar auf und bringt nachmittags vielfach schon Böen der Stärke 8 bis 9.” Für die Nordsee nennt der Wetterexperte Windböen bis Stärke 10 oder 11, was einer Geschwindigkeit um oder über 100 km/h entspräche. Für die Nordlichter sicherlich kein Problem. Aber das dicke Ende komme ja leider auch noch.

Sturm und Orkan am späten Nachmittag und am Freitagabend

Sturm- und Orkanböen am Freitagnachmittag
Freitagnachmittag rauscht Orkantief ZEYNEP bereits von Westen heran.

Hier verweisen unser Meteorologen schwerpunktmäßig auf die Nordwesthälfte Deutschlands. RTL-Meteorologe Christian Häckl beschreibt die betroffenen Bereiche wie folgt: „Der Fokus des Sturms liegt nachmittags und abends insbesondere im Bereich Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, und Schleswig-Holstein.”

Auch wenn die Wettercomputer noch Unsicherheiten bei den Vorhersagen und den Details haben, so müssen die betroffenen Regionen selbst im Flach- und Binnenland verbreitet mit schweren Sturm- bis Orkanböen rechnen – das entspricht 90 bis 120 km/h.

Und Häckl erläutert weiter: „Selbst Böen über Tempo 120 sind denkbar. Noch intensiver trifft ZEYNEP die Bergregionen und die Küsten mit Windspitzen zwischen 100 und 130 km/h. Die Kammlagen der Mittelgebirge und speziell der Oberharz mit dem Brocken gehen bis in die Größenordnung von 160 km/h.”

Nacht zum Samstag - Orkan legt nochmals zu

Sturm- und Orkanböen am Freitagabend
Orkantief ZEYNEP fegt über Deutschland hinweg und deckt einige Teile Deutschlands mit Orkanböen ein.

Das Meteorologenteam sieht in der Nacht zum Samstag leider eine weitere Intensivierung des Orkans und eine höchst brisante Entwicklung. Björn Alexander fasst die Lage zusammen: „Das Sturmfeld verlagert sich ostwärts und intensiviert sich nochmals. Das heißt für den Bereich Nordsee mit der Küste, den Inseln und möglicherweise dem angrenzenden Binnenland Spitzenböen bis 160 km/h und der Gefahr einer schweren Sturmflut im Bereich der Elbmündung bis nach Hamburg. Und auch an der Küste besteht beim Nachthochwasser eine große Sturmflutgefahr.”

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Nordmetropolen müssen zittern - und auch der Osten ist betroffen

Sturm ZEYNEP breitet sich in der Nacht zum Samstag über Deutschland aus.
In der Nacht zum Samstag liegt das Windfeld schon breit über der Nordhälfte Deutschlands.

Das Sturmfeld verlagert sich weiter nach Osten. Damit sind in der Nacht zum Samstag auch Mecklenburg-Vorpommern, das nördliche Sachsen-Anhalt und das nördliche Brandenburg betroffen. Auch im Flachland sind Böen im Orkanbereich von um die 120 km/h oder darüber drin. Noch heftiger könnte es für die Nordmetropolen Hamburg und Bremen kommen vermutet Christian Häckl: „Die Menschen in Hamburg und Bremen müssen sich auf volle Orkanböen von 120 bis 140 km/h einstellen.” Das dürfte gerade die Großstädte vor besondere Aufgaben stellen.

Doch nicht nur die. Denn stellenweise sehen die Meteorologen bei ZEYNEP ein ähnliches Gefahrenpotenzial wie bei den größten Stürmen der letzten Jahrzehnte. Das wäre beispielsweise Orkan KYRILL im Jahr 2007. Für die Nordlichter geht Häckl für einen Vergleichsorkan sogar nochmals weiter ins Wetterarchiv: „KYRILL hat den Norden vergleichsweise wenig hart getroffen.“ Hier seien eher Analogien zu Orkan ANATOL im Jahr 1999 denkbar.

ZEYNEP im Überblick

Hier noch einmal die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Ab dem Freitagnachmittag bis zum Samstagmorgen zieht von Westen Orkantief ZEYNEP als sogenannter Schnellläufer über Deutschland hinweg.
  • Betroffen sind dabei vor allem der Westen und der Norden.
  • Im Flach- und Binnenland drohen schwere Sturm- bis Orkanböen – selbst Böen bis zu 140 km/h sind möglich.
  • Noch heftiger trifft es die Berglagen mit Spitzen bis zu Tempo 160 und mehr.
  • Die Küsten werden ebenfalls schlimm erwischt mit Böen bis 160 km/h.
  • Besonders an der Elbmündung bis nach Hamburg droht damit eine schwere Sturmflut.

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