Unwetter-Fahrplan bis Samstag

Doppelsturm trifft Deutschland - schwere Sturmlage ab Mittwochabend

von Oliver Hantke und Patrick Panke

Der Februar dreht jetzt so richtig auf und es wird nicht nur ungemütlich, sondern auch extrem gefährlich! „Von Mittwochabend bis Samstagmorgen steht eine schwere Sturm- bis Orkanlage in Deutschland an. Mit Behinderungen im Straßen- und Flugverkehr sowie im Nah- und Fernverkehr der Bahn muss gerechnet werden. Aber auch die Fußgänger draußen müssen sowohl in bebauten Gebieten (Dachziegel, Planen etc.) als auch im Wald (Äste, Bäume etc.) unbedingt vorsichtig sein. Wer nicht raus muss, sollte besser daheim bleiben“ ,so RTL-Meteorologe Patrick Panke.

Oben im Video: Sturmfahrplan für Deutschland – hier wird es besonders brenzlig.

Am Mittwochabend erste orkanartige Böen im Nordwesten

Die Deutschlandkarte zeigt die Sturm- und Orkangefahr am Mittwochabend. Hiernach würde die stärksten Windböen den Nordwesten treffen.
So berechnen die Wettercomputer die ersten orkanartigen Böen am Mittwochabend

Die ersten gefährlichen Böen kommen am Mittwochabend im Nordwesten von Deutschland an. „Dann soll es vor allem im Bergland und an der Nordsee orkanartige Böen bis 110 km/h geben. Und selbst im Flachland sind Böen von 80 bis 100 km/h zu erwarten“, prognostiziert Wetterexperte Patrick Panke. Auch die Sturmflutgefahr steigt an. Da am Mittwoch auch noch Vollmond ist, kann die Sturmflut noch höher ausfallen.

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Erster Höhepunkt: Orkangefahr in der Nacht zu Donnerstag - über 100 km/h auch im Flachland

Die Deutschlandkarte zeigt die Sturm- und Orkangefahr in der Nacht zu Donnerstag. Hiernach würden die stärksten Windböen den gesamten Norden treffen
In der Nacht zu Donnerstag wird der erste Sturm-Höhepunkt erwartet.

Der Wind nimmt in der Nacht zu Donnerstag immer mehr zu und erreicht mit dem Durchzug der Kaltfront von Orkantief XANDRA seinen ersten Höhepunkt. „Vor allem im Norden sind schwere bis orkanartige Sturmböen bis ins Flachland möglich (>100 km/h). Auf den Bergen dann Orkanböen bis Tempo 140 km/h. Am Donnerstagmorgen ist mit Behinderungen im Schienen- und Straßenverkehr zu rechnen.“ so RTL-Meteorologe Patrick Panke. Mit von der Partie sind auch kräftige Graupelgewitter, die oberhalb von 500 Metern für Schneeglätte und Schneeverewehungen sorgen können. Auch im Flachland kann es kurzzeitig gefährlich glatt werden. Besonders heftig getroffen werden Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin-Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Sturmlage bleibt auch am Donnerstag - kurze Beruhigung in der Nacht zu Freitag

Die Deutschlandkarte zeigt die Sturm- und Orkangefahr am Donnerstag. Hiernach würde fast ganz Deutschland getroffen werden
Auch am Donnerstag bleibt es windig bis stürmisch mit weiteren Orkanböen.

Auch am Donnerstag selbst bleibt es erst noch windig bis stürmisch. „Auch am Tage muss weiter mit orkanartigen Böen (zwischen 80 und 110 km/h) im Flachland und Orkanböen (zwischen 120 und 140 km/h) an den Küsten und im Bergland gerechnet werden. Erst am Donnerstagabend nimmt der Wind von Westen ein wenig ab,“ sagt Meteorologe Patrick Panke. In der Nacht zu Freitag sieht es dann nach einer kurzen Wetterberuhigung aus.

Zweiter Höhepunkt: Schwere Orkanböen am Freitag und in der Nacht auf Samstag

Die Deutschlandkarte zeigt die Sturm- und Orkangefahr am Freitag und in der Nacht zu Samstag. Hiernach würde das zweite Hauptsturmfeld die Nordhälfte und Mitte voll erwischen.
Sturm-Peak Nummer 2. In der Nacht von Freitag auf Samstag könnte es richtig krachen.

Am Freitag folgt im Tagesverlauf das zweite Orkantief YLENIA. Der Wind nimmt wieder an Stärke zu und erreicht schon in den Mittagsstunden wieder Sturmstärke. Es gibt zwar noch ein paar Unsicherheiten und Unterschiede in den Wettermodellen, was den Höhepunkt des zweiten Sturms angeht. Er könnte aber noch heftiger ausfallen als der Sturm am Donnerstag. Dazu noch einmal unser Meteorologe:„Hier hat die genaue Zugbahn weitreichende Auswirkungen. So kann es nach dem deutschen Modell über der breiten Mitte nochmal etwas mehr zur Sache gehen, während in Schleswig-Holstein die Flocken fallen. Wahrscheinlich ist aber eher, dass das Tief dem Norden Freitagabend sowie in der Nacht zu Samstag wieder Sturmböen, Berge und Küste auch Orkanböen, bringt. An der Nordsee besteht Sturmflutgefahr.“

RTL-Meteorologe Christian Häckl sieht es ähnlich schlimm: „Punktuell könnte dieses Orkantief Kyrill-Ausmaße annehmen.“ Damals wurden Windgeschwindigkeiten bis zu 200 km/h gemessen und in den Mittelgebirgen waren Schneisen der Verwüstung die Folge, ebenso der Ausfall von Bahn- und Luftverkehr und vielen Sperrungen auf den Straßen..

Über die weitere Entwicklung halten wir Sie immer auf dem Laufenden, zumal auch noch ein drittes Sturm- und Orkantief am Sonntag und Montag auf uns übergreifen könnte. Hier sind die Unsicherheiten aber noch sehr groß.

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(oha, ppa)