Viele Tote und Vermisste

Unwetter Europa: Sturmtief Brigitte bringt immense Schäden

Starkregen, Flutwellen und Schlammlawinen

Sturmtief Brigitte tobte in Frankreich und anderen Ländern Europas mit Windgeschwindigkeiten bis 190km/h. In den Südalpen brachte sie extreme Regenmengen. In Gondo in der Schweiz fielen innerhalb von 48 Stunden über 500 Liter Regen pro Quadratmeter.

In Südfrankreich und Norditalien läuft die Suche nach weiteren Vermissten der Wetterkatastrophe vom Wochenende: Die Behörden befürchten mindestens 15 Tote. Starkregen, Flutwellen und Schlammlawinen hatten Häuser und Straßen weg gerissen. Viele Gebiete sind vom Umland abgeschnitten. Mehrere eingeschlossene Wanderer wurden gerettet und mit dem Helikopter zurück ins Tal geflogen.

Chaotische Verhältnisse bei Nizza

Extremer Starkregen hatte insbesondere im bergigen Hinterland von Nizza zu Überschwemmungen und zu einer chaotischen Lage geführt: Überflutete Dörfer, weggerissene Häuser, gesperrte Straßen. Mindestens acht Menschen werden vermisst. Von zahlreichen anderen fehle eine Nachricht, sagte der französische Regierungschef Jean Castex. Es gebe "große Sorge über die endgültige Bilanz". 

Der Flughafen Nizza rief zwischenzeitlich seine Passagiere via Twitter auf, wegen der Wetterbedingungen nicht zum Airport zu kommen. Rund 13 500 Haushalte in der Region waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Medien berichteten von Dörfern, die nicht mehr erreichbar seien. Zahlreiche Menschen wurden vor den Wassermassen in Sicherheit gebracht. Im betroffenen Département Alpes-Maritimes waren rund 850 Feuerwehrleute im Einsatz.

Das Wetter in Frankreich bleibt unruhig.

Tote und Vermisste auch in Italien

Dramatisch war auch die Lage im benachbarten Norditalien. Dort kamen zwei Menschen ums Leben. Ein freiwilliger Feuerwehrmann aus der Gemeinde Arnad im Aostatal starb bei einer Rettungsaktion durch einen umgestürzten Baum, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Im Piemont geriet laut Agentur ein Mann in der Nacht im Auto bei Vercelli in die Wassermassen des Flusses Sesia - er wurde weggespült. Auch in Ligurien oder im Piemont richteten überschwemmte Flüsse und umgekippte Bäume starke Schäden an. Zahlreiche Menschen wurden vermisst. Viele Haushalte waren ohne Strom. Mehrere Menschen wurden nach Feuerwehrangaben vermisst. Es gab Hunderte von Noteinsätzen seit Freitagabend.

Tunnel wurden durch Wassermassen überflutet und Straßen mussten gesperrt werden. Besonders heftig traf es unter anderem die piemontesische Provinz Cuneo.

In Italien, Österreich und der Schweiz fällt weiter starker Regen.

"Brigitte" schwächt sich weiter ab - Es ist aber noch nicht ganz vorbei

Hierzu RTL-Meteorologin Constance Ahlers: „Das Unwettertief schwächt sich nun immer weiter ab. Stärkere Niederschläge sind allerdings bis Montagabend weiterhin im Wallis und Tessin möglich. Bis 100 l/qm können bis dahin noch fallen. Die Gefahr von Überschwemmungen und Schlammlawinen bleibt also noch bis mindestens morgen.“ 

Höchste Regenmengen bisher:

  • Gondo (Schweiz): 550 l/qm
  • Mosogno(Schweiz): 449,8 l/m
  • Frasco (Schweiz): 387,6 l/qm
  • Gerola Alta Pescegallo (Italien): 376,9 l/qm

Die Auswirkungen des Sturmtiefs auf Deutschland

Bei uns sorgte der südliche Wind im Vorfeld von „Brigitte“ für recht hohe Temperaturen. So gab es am Samstag mit Föhnsturm am Alpenrand nochmals sommerliche Temperaturen von bis zu 25 Grad. Auch im Osten vermeldeten einige Wetterstationen Spitzewerte von bis zu 24 Grad. 

Sturmtief Brigitte bringt Orkanböen und Wetter-Chaos am Wochenende